Verkauf an Endkunden - Rechnung notwendig

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Hier bringen wieder einmal die Leute was durcheinandern.

Da werden die Vorschriften der über Rechnungen zitiert ohne den Zusammenhang zu verstehen.

Die Vorschriften über eine Rechnung sind i.d.R. nur relevant, wenn der Käufer diese Rechnung als Betriebsausgabe geltend macht bzw. die Vorsteuer ziehen möchte.

Bei dem Verkäufer ist das ganz anders. Einfach mal überlegen, am Automat (Kaugummi) schon mal eine Rechnung bekommen?

Fakt ist, wer seine Buchhaltung mit den Geldeingängen abgleichen kann, der wird auch ohne Rechnungen kein Problem mit dem Finanzamt haben.

Genau das hat mir mein Gefühl gesagt. Alle Ausgangsrechnungen die ich anführe schmälern ja meine Vorsteuer und das Finanzamt freut sich.

Dass ich eine Rechnung schreibe wäre von der Logik her nur für meine Kunden wichtig, wenn sie sie selbst wieder als Eingangrechnung z.B. für die Vorsteuer brauchen. Aber solange der Kunde das nicht verlangt wäre das ja nicht das Problem. Warum sollte das Finanzamt interessiert sein, dass ich mit einer Rechnung nachweise welche Einnahmen ich hatte? Das macht keinen Sinn.

Na ja jetzt ist der Feiertag auch schon rum und ich frag morgen sicherheitshalber noch mal den Steuerberater.

Danke für deine Antwort. Ich glaub das war die einzige vernünftige ...

Ganz so ist es nicht, weil nicht entscheidend ist, was der Käufer oder Verkäufer mit einer Rechnung anfangen kann, sondern wozu der Verkäufer lt. Gesetz verpflichtet ist - siehe meine Antwort unten!

@Ernsterwin

Ernstwin - Die Fragestellung ging ja dahin, dass von "Endkunden" die Rede war - also womit man doch i.d.R. Privatleute meint.

Weiterhin kann ich dir versichern, dass auch Du was ganz falsch verstanden hast.

Wenn ein Kunde ein Unternehmer ist, dann wird der ja immer (!!!!) eine Rechnung verlangen. Weil ohne Rechnung bekommt er Schwierigkeiten beim Betriebskostenabzug bzw. hat keinen Anspruch auf Vorsteuer.

Deshalb ist Dein Argument richtig und doch auch falsch. Es bedarf gar keine gesetzlich Pflicht zur Ausstellung von Rechnungen gegenüber Unternehmer (lassen wir mal Baugewerbe außer acht, weil hier nicht relevant), weil der Käufer von sich aus schon ein Interesse an der Rechnung hat.

Somit bleibt es dabei, man braucht sich ums Thema Rechnungen im Grunde keine Sorgen machen. Wenn der Kunde ein Unternehmer ist, wird er automatisch auf einer Rechnung bestehen, ansonsten ist eine Rechnung nicht zwingend nötig.

PS: Nur zur Klarstellung, wegen deiner Theorie mit der "Schätzung". Hier solltest du dir den Sinn der Vorschrift nochmals vor Augen führen. Hintergrund war, dass Unternehmer Leistungen ausgeführt haben, diese aber "schwarz" verrechnet haben und wenn vom Finanzamt eine Nachfrage kam (z.B. anonyme Anzeige, Unternehmer x hat Leistung y ausgeführt) und man sehen wollte, wo die Einnahmen verbucht sind, kam immer die Antwort "Die sind noch nicht verbucht, da noch nicht abgerechnet wurde". Dann hat man eben das Schwarzgeschäft nachträglich wieder weiß gemacht.

Wer hingegen alle Umsätze z.B in den USt Voranmeldungen erfasst hat, wer auch auf Nachfrage Leistungen nachweisen kann (also die Verbuchung) und "nur" keine Rechnung erstellt hat, der muss eben mit keiner "Schätzung" rechnen. Weil das Finanzamt ja überhaupt keinen Anhaltspunkt hat. Fehlende Rechnung, mit gleichzeitiger Verbuchung und Versteuerung der Umsätze führen eben zu keiner Ungewissheit, die eine Schätzung rechtfertigen.

Wenn es sich um Barverkäufe gehandelt hat, hast Du ja ein Kassenbuch bzw. eine Kassenabrechnung. Bei Rechnungsverkäufen mach Dir halt Eigenbelege auf Basis der Lieferscheine (Lieferdatum = Leistungsdatum).

Es sind leider Lieferscheine die aus einem System kommen, das ich nicht beeinflussen kann

Du musst bei Verkäufen an Endkunden Rechnungen schreiben oder zumindest Kassenbelege buchen, wenn du bar kassiert hast. Dort muss ja die Mehrwertsteuer ausgewiesen werden. So wie du es machst, ist es nicht zulässig.

Nein, da auf Lieferscheinen keine Preisangaben stehen. Du solltest ab sofort anfangen Rechnungen oder zumindest Quittungen auszustellen und die Duplikate/Durchschriften zu behalten.

Zumindest solltest Du ja irgendwo aufgeschrieben haben, mit welchen Preisen Du die Verkäufe durchgeführt hast. Wenn nicht solltest Du nochmal Nachhilfe in Sachen Buchführung nehmen.

Nein, da auf Lieferscheinen keine Preisangaben stehen.

Auf den generierten Lieferscheinen steht der Preis - aber ohne Steuer.

@Gegengift

... aber ohne Steuer. Richtig. Nur bist Du verpflichtet wenn Du Umsatzsteuer abführst die Umsatzsteuer auf dem Beleg anzugeben.

@hankey

Warum sollte ich dazu verpflichtet sein?

@Gegengift

Das bestimmt § 14 UStG

Gem. UStG § 14 Abs. 2 sind Unternehmer berechtigt, aber nicht verpflichtet, bei Lieferungen und Leistungen an Privatpersonen eine Rechnung auszustellen - siehe http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14.html.

Keine Rechnung ausstellen heißt aber nicht, keinen Beleg zu haben. Denn natürlich müssen gewerbliche Unternehmer für die eigene Buchführung sowohl den Wareneingang als auch den Warenausgang nachweisen, was sich aus AO § 143 und 144 ergibt.

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