Tattoovierter Organspendeausweis in Deutschland zulässig?

5 Antworten

ich denke, die rechtlich relevante phrase "in schriftlicher form" beinhaltet NICHT tattoos. daher kannst du dir sonstwas auf die haut packen, niemand kann dich dafür belangen. das wird ein grund sein, wieso mancher neonazi eben entsprechende signale auf seiner haut mit sich herumträgt. auch ein "auf ewig, chantal" wird kaum eine relevanz besitzen.

Irgendwodurch wäre das schon gültig. Man würde die Angehörigen fragen und die wüssten dann ja mit Sicherheit, was du willst, immerhin steht es auf dir drauf. Als Ausweis allein reicht ein Tattoo aber nicht - man dürfte dir nicht einfach so die Organe entnehmen.

Ein Organspendeausweis auf der Haut bringt aber nicht wirklich einen Vorteil, oder? Sinnvoller wäre doch ein Hinweis auf das gewünschte Verhalten in einer Notfallsituation. Es gibt auch Menschen, die sich auf die Brust ein Tattoo mit "Nicht wiederbeleben" machen lassen (wobei das im Notfall ignoriert wird, sofern man den Patienten nicht kennt)

als Tattoo - das kannst Du zwar machen - aber es ist rechtsunwirksam.

Eine Einverständniserklärung zur Organspende bedarf grundsätzlich der Schriftform (eine eigenhändige Unterschrift ist zwingend erforderlich - die Erklärung sollte auch ca. alle 2 Jahre erneuert werden).

Ohne schriftliche Einverständniserklärung wird nichts entnommen; daß Angehörige oder eine vom Spender bestimmte Person, allerdings nur bei fehlender schriftlicher Erklärung, zustimmen können, ist die erweiterte Zustimmungsregelung und sie müssen den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen umsetzen - was natürlich oft nicht ganz so einfach ist.

Wenn dir der Ausweis zu unhandlich ist, informierst du einfach deine ganzen Verwandten darüber, die in so einem Fall befragt werden. Die kennen dann deinen Willen und können in deinem Sinne entscheiden.

Die Entscheidung über eine Organspende wird anhand des (mutmaßlichen) Spenderwillen getroffen. Diese liegt idealerweise schriftlich vor, kann aber auch mündlich über Angehörige in Erfahrung gebracht werden. Ein Tattoo als Beleg ist ebenfalls denkbar.

Problem beim Tattoo ist jedoch, dass ich es nicht ohne weiteres widerrufen kann. Deshalb würde ich ein Tattoo nur als unterstützenden Beleg für die Meinung der Angehörigen sehen, und nie alleine nur danach urteilen.

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