Steuererklärung - Finanzamt will wissen, wer meine Steuererklärung gemacht hat

5 Antworten

Ich bin mir nicht sicher, dass die überhaupt die "Amtsgewalt" haben, dich zur Nennung von Namen zu zwingen.
De facto kann das nur ein Gericht durch Androhung von Beugehaft etc. versuchen; aber dazu müssten wirklich gravierende Verdachtsmomente für Steuerhinterziehung oder andere schwerwiegende Delikte bestehen.
Rede mit dem Freund, der dir bei der Steuererklärung geholfen hat, und seiner Frau; besprecht euch, was das beste Vorgehen ist und dann zieht alle an einem Strang; dann wird auch nix passieren! Unentgeldliche Hilfe bei der Steuererklärung ist nach wie vor NICHT strafbar, auch wenn sie durch einen Laien geschieht.

Nein die können ihn natürlich nciht zwingen. Er kann das Schreiben ignorieren.

Wenn die gegen die Person ein Verfahren einleiten, können sie ihn als Zeugen befragen. Sollte er dazu vorgeladen werden, darf er nciht lügen und die Aussage auch nciht verweigern. Ausser er hat bezahlt. Dann könnte er sich mit einer Aussage selbst einer Straftat bezichtigen (Ornungswidrigkeit).

@wfwbinder

Schade, dass man für Kommentare kein "Daumen hoch" vergeben kann. Auf genau diese Info hatte ich gehofft.

@wfwbinder

Kann er nicht! Erst mal im Gesetz nachlesen - dann antworten!

§ 90 (AO) Mitwirkungspflichten der Beteiligten (1) 1Die Beteiligten sind zur Mitwirkung bei der Ermittlung des Sachverhalts verpflichtet. 2Sie kommen der Mitwirkungspflicht insbesondere dadurch nach, dass sie die für die Besteuerung erheblichen Tatsachen vollständig und wahrheitsgemäß offenlegen und die ihnen bekannten Beweismittel angeben. 3Der Umfang dieser Pflichten richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. (2) 1Ist ein Sachverhalt zu ermitteln und steuerrechtlich zu beurteilen, der sich auf Vorgänge außerhalb des Geltungsbereichs dieses Gesetzes bezieht, so haben die Beteiligten diesen Sachverhalt aufzuklären und die erforderlichen Beweismittel zu beschaffen. 2Sie haben dabei alle für sie bestehenden rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. 3Ein Beteiligter kann sich nicht darauf berufen, dass er Sachverhalte nicht aufklären oder Beweismittel nicht beschaffen kann, wenn er sich nach Lage des Falls bei der Gestaltung seiner Verhältnisse die Möglichkeit dazu hätte beschaffen oder einräumen lassen können.

Das Steuerberatungsgesetz verbietet es, geschäftmäßig Hilfe in Steuerangelegenheiten zu erteilen. Nur bestimmte Angehörige des Steuerpflichtigen dürfen das. Das Finanazamt ist zur Überprüfung verpflichtet, wenn sich Verdachtsmomente gegen eine bestimmte Person oder Organisation wegen verbotener Hilfe in Steuerangelegenheiten ergeben. Laut der Abgabenordnung - der Mutter aller Steuergesetze - ist man verpflichtet, die Fragen der Finanzämter ehrlich zu beantworten. Da kann man sich auch nicht rausreden...

Hier der link zum amtlichen Text des Steuerberatungsgesetz: http://www.gesetze-im-internet.de/stberg/index.html#BJNR013010961BJNE00450230

Wichtig sind dabei der § 1 (Anwendunsgbereich des Gesetzes)

§ 2 (der auch unentgeltliche Hilfeleistungen verbietet)

§ 5 (Verbot der Hilfe)

§ 6 (Ausnahmen vom Verbot für Verwandte)

Wer im Sinne des § 6 Steuerberatungsgesetz Verandter ist regelt § 15 der AO (Abgebenordnung) zu finden unter (siehe nächsten Beitrag wegen der Spamregelung)

Gruß Toni

Hier noch der link zum Text der AO: http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/index.html

Schon Richtig mit § 2 StBerG, aber geschäftsmäßig setzt ja ein geschäftliches Interesse voraus, sowie eine Nachhaltigkeit. Also ist der Arbeitskollege, der das für 2 Leute macht, eindeutig nciht gemeint.

Und wer es für 15 Leute macht, kann mir nicht erzählen, das er nichts dafür nimmt.

@wfwbinder

Was geschäftsmäßig bedeutet: Hilfe in Steuersachen werde geschäftsmäßig ausgeübt, wenn sie selbständig und mit der Absicht geleistet werde, die Betätigung in gleicher Art zu wiederholen (vgl. Entscheidungen des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 6. November 1962 VII 97/61, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 1963 S. 36 - HFR 1963, 36 -, und vom 24. Juli 1973 VII R 58/72, BFHE 110, 7, BStBl II 1973, 743), auch wenn das unentgeltlich geschehe (§ 2 Satz 2 StBerG). Der Kläger sei, soweit er Hilfe in Steuersachen geleistet habe, unstreitig selbständig tätig gewesen. Da er sich innerhalb eines Jahres mehrfach in dieser Weise betätigt habe, habe er geschäftsmäßige Hilfe in Steuersachen geleistet.

2 mal helfen ist auch schon mehrfach. Und geschäftsmäßig setzt nach diesen Gerichtsentscheidungen eben kein geschäftliches Interesse voraus und auch keine Nachhaltigkeitsabsicht!

Siehe auch das unter http://www.bfh.simons-moll.de/bfh_1982/XX820043.HTM veröffentlichte Gerichtsurteil

@ToniMayer

JA, ist ja auch richtig. Wenn Finanzbeamte das machen muss man ja auch schärfere Massstäbe anlegen als bei dem Arbeitskollegen, den ich meinte. Schließlich haben wir Steuerzahler dem ja auch die Ausbildung bezahlt.

Das ist totaler Blödsinn, eine absolute Frechheit. Mein Schwiegervater macht auch unsere Steuererklärungen, weil er das gelernt hat. Ich hab auch ein Schreiben das so ähnlich war bekommen. Es geht darum ob du dir einen Steuerberater leisten kannst und wenn ja von welchem Geld, weil es in der erklärung nicht angegeben wurde, wahrscheinlich. du musst keine, bzw solltest keine auskunft darüber geben. das ist nur schikane, ein einziger steuerzahler weiß nicht was man von der steuer absetzen kann, dann leistet man sich nen steuerberater, wie die reiche oberschicht, die somit alle schlupflöcher die unser eins nicht kennt ausnutzen und machen nochmehr kohle und wir kriegen eins auf den deckel.

Es geht nciht um Dich und Deine Steuervorteile, die Dir zustehen. Es geht auch nciht um Deinen Schwiegervater, der Dir hilft. Das ist ein der Familie normal.

Es geht um Schwarzarbeiter, die mit dem unversteuerten Geld uns alle schädigen. Ohne Schwarzarbeit könnte Deine Stuerschuld pro Jahr um 10-15 % geringer sein udn auch bei der Sozialversicherung würden wir sparen.

besprech dich unbedingt mit deinen Bekannten! Ich denke, es wär am besten, zu sagen, daß du es alleine gamcht hast... nur solltest du dich dann vielleicht auch ein bißchen auskennen? Nicht, daß sie dir irgend 'ne Frage zur Erklärung stellen... Vielleicht kannst du die Erklärung für diesen Fall mit deinem Bekannten nochmal durchsprechen? Viel Glück! Und schreib mal, wie es ausgegangen ist - interessiert mich!

Sprich doch einfach mit dem Bekannten. Und wenn er selber ein Steuerbeamter ist, dann kann er sehr genau die Konsequenzen abschätzen.

Er selbst ist ja kein Steuerbeamter sondern seine Frau. Ich hab den beiden jetzt noch nix vom Schreiben gesagt...wollte erstmal hier nachfragen, was ich denn machen kann bzw. ob es denn verboten ist sich hilfe zu holen

@justine29

Es kommt immer darauf an. Vor ca. 10 Jahren gab es mal einen ganz großen Skandal im Finanzamt Wolfratshausen. Google mal nach. Dabei ging es aber um Steuerhinterziehung, Beratung mit Bezahlung usw.

@justine29

Ich würde auf keinen Fall deine Bekannten da reinziehen, siehe Eintrag von Luise oben. Aber sprich mal mit ihnen, zeig ihnen den Brief. Und beim Finanzamt würde ich sagen, du hast dir entweder hier Hilfe geholt oder per Buch oder so.

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