Rechtslage bei flohmarkt verkauf (beide Parteien privat)?

3 Antworten

Rechtstechnisch ist die Sache zwar etwas kompliziert, aber im Prinzip eindeutig. 

Zunächst wäre mal zu klären, ob der besagte Tisch Person A oder Person B gehörte. Gehörte der Tisch Person B, ist ein rechtswirksamer Kaufvertrag zustande gekommen. Person B müsste den Tisch herausgeben, was er nicht kann. Daher ist Person B dem Käufer gegenüber schadensersatzpflichtig. Inwieweit tatsächlich ein Schaden entstanden ist, müsste vom Käufer, der die 5 Euro angezahlt, aber keine Ware bekommen hat, bewiesen werden. 

Wenn Person A und Person B zusammen den Stand betrieben und beide jede Ware verkaufen durften, ist von einer gegenseitigen Vollmacht auszugehen. Dies bedeutet, Person B war berechtigt, den Tisch zu verkaufen. Auch in diesem Fall kann der Käufer von Person B Schadensersatz fordern, sofern er einen Schaden beweisen kann.

Verkauft wurde "an einem Tisch", nicht der Tisch selbst. Über Wert und Beschaffenheit des fraglichen Gegenstandes, der zurückgelegt wurde, würde sowieso Uneinigkeit bestehen. So wie es aussieht, ist der Interessent an dem Artikel ein "Querulant".

@mineralixx

Sorry, ich war irrtümlicherweise davon ausgegangen, es handle sich um einen Tisch. Im Prinzip ist es aber auch egal, was verkauft wurde. 

Mit Vorwürfen gegenüber dem Käufer wäre ich vorsichtig. Es ist wohl unstrittig, dass hier ein Kaufvertrag zustande kam, welcher von Person B nicht erfüllt wurde. Daher ist der Ärger schon verständlich. 

Wie gesagt, liegt die Beweislast über einen etwaigen, behaupteten Schaden beim Käufer. Kann er diesen Beweis führen, könnte es für Person B unangenehm werden. Dieser Fall ist jedoch sehr unwahrscheinlich. 

Ich bezweifle sehr stark, das auf einem Flohmarkt die gleichen Regeln gelten wie beim Onlinehandel. Geht man davon aus, der der Kunde auf dem Flohmarkt einen Artikel sieht und haben möchte, dann zahlt er den Kaufpreis und kann das Teil mitnehmen. Zahlt er den Artikel mit einem kleinen Betrag nur an, dann muss er damit rechnen, das es einen Kunden gibt der mehr für diesen Artikel zahlen will. Der Händler wäre ein schlechter Geschäftsmann, wenn er das höhere Angebot nicht annehmen würde. Denn streng genommen hat man mit einer Anzahlung keinen Kaufabschluss getätigt.

Was wäre, wenn der Kunde mit seiner Zahlung gar nicht mehr aufgetaucht wäre? Hätte er dem Händler dann eine Anzeige wegen Unterschlagung  eingebrockt? Ich für meinen Teil denke, das der Kunde den Artikel sofort hätte mitnehmen müssen, da es wohl keinen Grund gab den Artikel am Stand zu lassen. (Meine Meinung.)

Hier liegst du falsch. Auch auf dem Flohmarkt kommt ein Kaufvertrag durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande. Damit gilt eindeutig: Zwischen Person B und dem Käufer wurde ein rechtsgültiger Kaufvertrag geschlossen. Selbst ohne Anzahlung wäre dieser gültig. 

Folglich war Person A gar nicht mehr berechtigt, den Tisch zu verkaufen, da dieser nicht im Eigentum von Person A oder B stand. Damit ist Person B als Vertragspartner dem Käufer gegenüber schadensersatzpflichtig. Der Käufer hingegen muss nun den Schaden dem Grund und der Höhe nach beweisen. 

@Interesierter

... und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Es gibt kein Bild des Gegenstandes, keine genaue Beschreibung, geschweige denn ein Wertgutachten. Um einen Tisch geht es jedenfalls nicht.

Rein rechtlich wäre B zum Schadenersatz verpflichtet - was aber in der Praxis nicht durchzusetzen ist. Es scheitert schon daran, dass ja der tatsächliche Wert unklar ist, oft selbst die Art und Beschaffenheit des fraglichen Gegenstandes unklar bleibt. Da solche Fälle vorkommen können, gibt man angezahltes Geld zurück - und das wärs. Ist eben ein "Flohmarkt" und kein etabliertes Auktionshaus. Ein Gericht wird wohl nicht grundsätzlich anders entscheiden.


Wie gesagt es ist nicht mit Absicht geschehen und der Kunde nimmt einfach nicht das Geld zurück. Sollte ich es nun einfach mal drauf ankommen lassen? Gucken was passiert? Ich mein es ist nen flohmarkt, es sind gebrauchte Gegenstände die nur nen paar Euro kosten... kann nicht verstehen warum man da so nen Fass auf macht. Ist mir als Kunde auch schon passiert aber das nehm ich mein Geld und sage thats live und nen flohmarkt...

@icheben2

Genauso sehe ich das auch (bin oft auf Flohmärkten unterwegs). Vielleicht gilt ja hier auch "Hunde die bellen beißen nicht". Und der "Kunde" droht nur. Um was bzw. welche Werte ging es denn. Hatte er einen echten Picasso entdeckt?

@mineralixx

Genau das ist die Frage. Im Grunde steht dem Kunden Schadensersatz zu. Darüber brauchen wir nicht zu streiten. Der Punkt ist eindeutig.

Nur müsste der Käufer die Höhe des ihm entstandenen Schadens beweisen. Ohne den Tisch als Beweismittel dürfte das schwer werden. 

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