Pflegehelferin in Teilzeit, darf mein Arbeitgeber Überstunden vorschreiben?

3 Antworten

Diese Überstunden widersprechen ja dem Teilzeitgedanken. Gibt es einen Betriebsrat? Dieser hat ein Mitspracherecht bei Überstunden. Steht zu den Überstunden etwas im Arbeitsvertrag?

Mir ist keine gesetzliche Fristsetzung für den Überstundenanbbau bekannt. So eine Regelung kann sich aber in anwendbaren Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen finden.

Betriebsrat gibt es leider keinen und im Arbeitsvertrag steht in dringenden Fällen ist Mehrarbeit zu leisten, aber nichts von Überstunden. Mehrarbeit ist ja nur was für Vollzeit beschäftigte oder?

Teilzeit und Überstunden widerspricht sivch irgendwie. Dann kann er ja gleich einen 30-Stunden Vertrag anbieten.

Rechtlich schuldest du nur die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit wenn es keine Regelung zu Mehrarbeit oder Überstunden oder Arbeitszeitkonto im Vertrag gibt. Rechtlich passiert dann folgendes: Die nach außen hin einvernehmliche Lösung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer stellt eine stillschweigende Änderung des Arbeitsvertrags dar – die Teilzeitkraft ist zur Vollzeitkraft geworden.

Nach Urteil Landesarbeitsgerichts Hamm (Az.: 8 Sa 2046/05) hast du dann einen Rechtsanspruch auf die Vollzeitbezahlung wenn er dich plötzlich dann wieder nur die 21 Stunden arbeiten lässt. Da die Stunden vom Arbeitgeber angeordnet werden - hier im Dienstplan, ist er auch verpflichtet diese zu bezahlen.

Gegen angeordnete Überstunden kannst du dich faktisch kaum wehren, denn der Arbeitgeber hat das Direktionsrecht

Vielen Dank schon mal! ab welcher Grenze wird es denn zum Vollzeitvertrag? Eigentlich möchte ich nur die stunden die im av angegeben sind arbeiten 😞. Im Arbeitsvertrag steht lediglich Mehrarbeit ist in dringenden Fällen zu leisten, von Überstunden steht hier nichts. Ist er nun also verpflichtet mir die 140 std zu bezahlen oder kann er mich die auch abfeiern lassen? Und bis wann muss er diese bezahlen bzw. Bis wann muss er sie mich abfeiern lassen?

@kraeuterei

Abfeiern oder Auszahlung ist Sache der Kommunikation.

Im Urteil heißt es - in einem erheblich höheren Umfang als vereinbart zur Arbeitsleistung herangezogen worden. - was hier 10 Stunden in der Woche waren (38 statt der vereinbarten 28). Das ist das Risiko des Arbeitgebers, wenn er Mehrstunden anordnet und die Teilzeit stillschweigend zur Vollzeit wird und du dich hinterher auf Annahmeverzug nach § 615 BGB berufen kannst wenn du sie plötzlich nicht mehr machen sollst

Kann ein Arbeitgeber ein nebenberufliches Praktikum / Ehrenamt verbieten?

Hallo, ich bin Erzieherin und bin in Teilzeit (31Std) in einer Kindertagesstätte beschäftigt. Ich studiere nebenberuflich Soziale Arbeit. Um meine Fähigkeiten zu erweitern habe ich nach einem Praktikum bzw. Ehrenamt gesucht und heute eine Zusage erhalten.

Nun steht folgendes in meinem Arbeitsvertrag, den ich mit dem Träger der Einrichtung abgeschlossen habe: "Während der Dauer des Arbeitsverhältnisses ist jede Nebenbeschäftigung untersagt, die geeignet ist, die Arbeitsleistung der Arbeitnehmerin oder die Interessen der Kindertagesstätte zu beeinträchtigen. Die Arbeitnehmerin ist verpflichtet, den Arbeitgeber vor jeder Aufnahme einer Nebentätigkeit zu informieren und seine Zustimmung einzuholen."

-Trifft das auch auf ein Praktikum zu? Wäre dann 2x die Woche für ein paar Stunden, die ich mir flexibel einteilen kann. - Bzw. ist ein Praktikum eine Nebentätigkeit die ich meinem Arbeitgeber mitteilen muss oder für die ich die Zustimmung bräuchte?

Es ist so das ich dann natürlich nicht mehr so flexibel in meiner Freizeit bin, so dass es mir schlechter möglich ist auf Anforderung Überstunden zu machen. In "rechtliche Grundlagen" meine ich aber gehört zu haben das der Arbeitgeber von Teilzeitkräften nur (o. gar nicht) in Ausnahmefällen Überstunden verlangen darf, weil der Gesetzgeber davon ausgeht das die Teilzeitkraft einen triftigen Grund hat, weshalb sie sich nur in Teilzeit zur Verfügung stellt.

Wegen den Überstunden usw. wollte ich so oder so meinen Arbeitgeber über das Praktikum informieren. Andererseits weiß ich nicht ob ich mir damit mehr Steine in den Weg lege, weil es eine Beschäftigung ist die nicht meine Fachkompetenzen für den Kita-Bereich erweitern. Das ich die Zustimmung evtl brauche war mir bis eben gar nicht klar... fraglich ob ich die bekommen würde.

Würde mich freuen hier auf Leute zu stoßen, die mir weiterhelfen können. Vielen Dank schon mal im Voraus!

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