Pferdekauf! Bei der Beugeprobe durchgefallen

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Das ist hart ich kann mir gut vorstellen wie du dich fühlst. Die Entscheidung musst du selbstverständlich selbst fällen ich kann nur sagen das mein pony schon seit ich eskenne nicht mehr das jüngste ist und auch einige probleme hag aber ich würde es nie wieder hergeben. Er ist einfach immer da für mich und bei.uns das war auch liebe auf den ersten blick ich hoffe das du für dich die richtigeentacheidung triffst. Denn ichmache nur Freizeutreiten und Spaziergänge keine Turniere LG

Ja, wenn das Herz für das Pferd entscheidet und man es so lieb hat, dass einem der Rest der Reiterwelt gestohlen bleiben kann, dann ist es nur gut und richtig, auch ein krankes Tier zu nehmen und ich freu mich wie ein Schnitzel, wenn mein Großer mal richtig gesetzt mit aktiver Hinterhand trabt, weil ich weiß, an 80% der Tage macht er das nicht, weil er Schmerzen hat und die 20% bot er noch nicht an, als ich ihn kaufte, das ist Ergebnis von drei Jahren Gymnastizierung und somit hat es für mich mindestens den Stellenwert, den für andere die erste Platzierung in einer höheren Turnierklasse hat.

Ich lasse Pferde vor Kauf auch untersuchen, aber nicht, um sicher zu gehen, ein gesundes Pferd zu kaufen, sondern um von vornherein zu wissen, wie das Pferd zu trainieren ist, was ihm gut tut, was ihm schadet, damit ich nichts falsch machen kann.

Ich habe bisher noch kein Pferd "einfach so" gekauft, sondern immer, weil ich in das Tier verliebt war und ihm eine Perspektive verschaffen wollte.

Damit legt man sich halt auch drauf fest, das zu tun, was dem jeweiligen Pferd gut tut und nichts anderes. Es kommt drauf an, was Deine persönliche Priorität ist: Dich mit der Gesundheit der Tiere sehr eingehend zu befassen, um genau diesem Tier das bestmögliche anzubieten. Es ist Deine Herausforderung, dass es mit den Veränderungen im Kniegelenk möglichst lang möglichst gut laufen kann. Du kannst ihm eine große Menge Lebensqualität geben, wenn Du Dich einarbeitest in die Geschichte. Ich empfehle sehr, hier mit einem Tierarzt zusammenzuarbeiten, der sich auf manuelle Medizin spezialisiert hat, für Deutschlands Süden kann ich Dir eventuell jemanden empfehlen. Es braucht anderen Reitunterricht als normal, es braucht eine gute Weiterbildung in den verschiedenen Sparten der Bodenarbeit, weil es immer mal wieder Tage geben wird, wo man sich besser nicht drauf setzt, wo man aber auch wissen muss, wann ist ein Tag, wo das Tier weichen Boden haben sollte, wann harten, wann sollte es Wendungen gehen, um Beweglichkeit und Muskulatur zu fördern, wann ist wieder ein Tag, wo es möglichst nur gradeaus tappen sollte. Bei einem vorbelasteten Pferd ist auch die Haltung enorm wichtig, es sollte sich möglichst viel selbst bewegen können, leichte Bewegung wie in einem Aktivstall oder ähnlichem, macht es dem Pferd leichter, mit seinen "Gebrechen" normal leben zu können und, und, und. Vom "Normalreiter" aus muss man ziemlich umdenken.

Wenn natürlich Deine Priorität ist, Dich reiterlich anstatt in Richtung Krankengymnastik eher in Richtung Turniersport weiterzuentwickeln oder Jagden zu reiten oder sowas, ist es eher nicht gut, das Tier zu nehmen.

Wenn Du es nimmst, sollte der Befund durchaus am Preis noch was bewirken.

Also, ich finde, wenn du das Tier unbedingt haben möchtest, bist du jetzt in einer sehr guten Position um einen Preisnachlass zu verhandeln. Der Verkäufer möchte sicherlich verkaufen, also kann er ja mit dem Kaufpreis runter gehen. Die nächste Untersuchung wird ja auch nicht besser. Bei meinem ersten Pferd war die Untersuchung auch nicht einwandfrei, wer ist schon absolut gesund? Er hatte Veränderungen an der Hufrolle, brachte einen Nachlass von 500 euro und er hat seit Jahren nichts an den Beinen. Wichtig ist ein Gespräch mit dem Tierarzt, wie schlimm der die Sache sieht. Dabei sollte der Verkäufer nicht dabei sein. Dann kannst du verhandeln!

Dazu würde ich mir die Röntgenbilder aushändigen lassen (machen die Tierärzte auf Bitten hin) und mit diesen einen auf manuelle Therapie spezialisierten Tierarzt befragen. Der allgemeine "Pferdehausarzt" kann da meist nicht viel aussagen und greift auch früher zur Spritze etc. als der manuelle Therapeut, weil er ja die Möglichkeiten durch Gymnastizierung nicht so kennt.

Kommt drauf an WAS genau das Pferd hat. Mein Pony hat eine Spaterkrankung am Sprunggelenk hinten. Allerdings ist es bei ihr nicht so Akut, das heißt sie kann alles machen.

Wenn du dieses Pferd unbedingt haben willst, würde ich genau abklären was das ist. Und dann kannst du erstmal versuchen den Preis zu drücken wenn man eine genaue Diagnose hat.

Wir haben noch ein zweites Pony mit Arthrose, auch sie läuft beschwerde frei und kann auch alles machen, sogar springen darf sie zwischendurch und macht das sichtlich gerne.

Erst mal ist die Beugeprobe ja auch umstritten, das muss nichts heißen! Gut, dass noch mal Röntgenaufnahmen gemacht werden! Wenn der Verdacht sich verhärtet, dann würde ich vom Kauf absehen.

Du solltest dir Gedanken machen, ob dir dann nicht lieber ein gesundes Pferd mehr Freude machen würde.

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