Opa den Führerschein wegnehmen?

5 Antworten

Zu den vielen Leuten, die sagen, da könne man nichts machen. Man kann sehr wohl was unternehmen.

Ich habe mal bei der Führerscheinstelle (alias Straßenverkehrsamt, Fahrerlaubnisbehörde) nachgefragt und mir wurde folgende Auskunft gegeben:

Man kann grundsätzlich jeden Autofahrer (mit Ausreichender Begründung) bei der für Ihne zuständigen Führerscheinstelle melden und eine Überprüfung der Fahrtauglichkeit anordnen lassen. Der betroffene Fahrer wird dann zu einem entsprechenden Tauglichkeitstest gebeten. Lehnt er diesen ab oder fällt durch, ist der Führerschein weg. Besteht er den Test, darf er den Führerschein natürlich behalten.

Also einfach mal eine E-Mail an die zuständige Führerscheinstelle schreiben und die Situation schildern (zuständig ist die, bei der das Auto des Betroffenen gemeldet ist). Beachtet dabei aber, dass in dem Schreiben an den Betroffenen euer Name erwähnt wird. Wenn ihr das nicht wollt, solltet ihr das explizit erwähnen.

Das ist ein sehr wichtiges Thema, über das ich gerne einen Artikel schreiben würde. Ich bin Journalistin und auf der Suche nach Betroffenen, die Zeit für ein kurzes Gespräch zu diesem Thema hätten. Wäre jemand von euch dazu bereit? Es muss kein Name veröffentlicht werden, erst einmal geht es nur darum, einen Eindruck von den verschiedenen Erfahrungen zu bekommen! Ich würde mich sehr über Anrufe unter 0163-2408217 oder Mails an journalistische.recherchen@web.de freuen!

Das ist immer sehr schwer! Wir haben das vor kurzer Zeit selbst mitgemacht. Mein Vater fuhr auch nur kurze Strecken! Aber so unsicher und teilweise ohne Achtung irgendwelcher Regeln. Das alles manchmal noch unter Alkoholeinfluss! Das hat er natürlich so nicht empfunden, aber fahrtüchtig war er sicher nicht mehr gewesen! Nachdem alle Apelle und ewige Gespräche nix gebracht haben, haben wir es halt konsequent durchgezogen. Auto abgemeldet und verschrottet (War sowieso alt und hätte keinen TÜV mehr bekommen)! Er war eine Gefahr für sich und für andere! Und bevor wirklich etwas Schlimmes passiert, sahen wir uns gezwungen zu handeln! Auch wenn das vielleicht nicht gerade die feine Art war!

Das war die schwierige Frage auch für mich als mein Vater vor ein paar Jahren sich nicht selbst einschätzen konnte, wie gefährlich er für den Verkehr geworden war. Erblindung auf dem rechten Auge, 2 Schlaganfälle, Morbus Parkinson u.v.m. Mutti und ich sind mit ihm zur Ärztin und haben sie gebeten, es ihm zu sagen. Wir wußten es als die Ärztin ihm es sagte. Er hat erst 3 Wochen später es Mutti erzählt, daß die Ärztin ihm gesagt hat, er dürfe nicht mehr fahren. So lange brauchte er Zeit, um das anzunehmen und zu verarbeiten. Vielleicht macht ihr es auch so. Auch wenn er beleidigt sein würde, das ist immer noch besser, als wenn er einen Radfahrer oder ein Kind, das er nicht gesehen hat selbst auf einer kurzen Strecke verletzen oder sogar totfahren würde. Viel Weisheit und Glück!

DH, ähnlich wär mein Ratschlag ausgefallen - Engelchen, sprich mal mit seinem Arzt, vielleicht hört er auf ihn mehr....

Ein Nachbar (um die 70 Jahre) hat sich vor nicht allzu langer Zeit ein neues großes Auto gekauft. Völlig unerwartet fragte er mich, ob ich einen Käufer wüßte, er will seinen Führerschein abgeben. Was ihn dazu bewogen hat, weiß ich nicht, aber ich finde es sehr vernünftig, bei körperlichen Einschränkungen auf das Fahren zu verzichten. Das Risiko sich und andere zu gefährten ist einfach zu groß! Vielleicht bekommt Ihr den Hausarzt von Eurem Opa mit ins Boot? Wenn er auch der Meinung ist, dass Opa das Auto stehen lassen sollte, habt Ihr weitere Argumente. Und ein Arzt ist für viele eine Autoritätsperson. Ich wünsche Euch viel Erfolg bei Eurer Überzeugungsarbeit!

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