Muß ich meinen Firmenwagen anderen Kollegen zur Verfügung stellen?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hatte auch schon des öfteren einen Dienstwagen. Wenn du den geldwerten Vorteil versteuerst, musst du ihn höchstens während de Arbeitszeit anderen für Botengänge oder sonstige Dienstfahrten zur Verfügung stellen. Dies nach Absprache. Aber die Regelungen können auch anders lauten und vereinbar sein.

Wie steht es in deinem Arbeitsvertrag oder Dienstwagenvertrag ??

Wenn Du den geldwerten Vorteil versteuerst, dann kann das eigentlich nicht sein, denn während Dein Kollege ihn fährt, kannst Du ihn ja wohl kaum gleichzeitig privat nutzen.

Du solltest mal in den Vertrag sehen, in dem alles zum Thema Dienstwagen geregelt ist.

Spezialfall: Firmenwagen mit Nutzung Dritter und Pendlerpauschale

Liebe Community,

zu dem Thema Pendlerpauschale und Firmenwagen gibt es schon viele Fragen, leider habe ich auf meinen, recht speziellen Fall keine bereits passende Antwort gefunden.

Ich arbeite bei Firma A. Diese Firma stellt mir einen Firmen(leasing)wagen zur Verfügung, den ich mit 1% des Bruttolistenpreises pro Monat lease. Ich versteuere meinen geldwerten Vorteil für die Fahrten zur Arbeit mit 0,03% des Bruttolistenpreises pro Kilometer der einfachen Entfernung von Wohnung zur Arbeitsstätte, pro Monat. Dies wird bei Leasingbeginn von meiner Firma abgefragt und auch über diese abgewickelt. Hierfür kann ich ohne Probleme meine Pendlerpauschale in meiner Steuererklärung wieder einfordern, sofern meine Informationen stimmen. So weit, so gut.

Nun bietet mir meine Firma A aber an, dass ich auch noch einen zweiten Firmenwagen bekommen kann, den ich ebenfalls über diese 1% des Bruttolistenpreises pro Monat lease. Eine nette Klausel in den Überlassungsverträgen der Firma erlaubt es, dass alle mit mir in häuslicher Gemeinschaft Lebenden dieses Fahrzeug ebenso nutzen können; und so nehme ich dieses Angebot an. Die Frage, ob ich mit diesem zweiten Wagen zur Arbeit fahre und damit einen geldwerten Vorteil zu versteuern hätte, verneine ich, da ich ja ohnehin nicht mit zwei Wagen gleichzeitig fahren kann und ich wirklich nur mit dem ersten Auto zur Arbeit fahre. Der Zweitwagen bleibt also für mich Zweitwagen.

Mit dem Zweitwagen fährt aber meine Partnerin zur Arbeit in ihre Firma B.

Nun zu den Fragen:

1) muss ich den Fahrtweg meiner Partnerin mit meinem Firmenwagen (für mich Zweitwagen) zur Arbeit in ihre Firma B als geldwerten Vorteil versteuern? Oder gilt dieser Fahrtweg nach Steuerrecht als reine Privatfahrt, da ich als Leasingnehmer ja nicht damit zu meiner Arbeitsstätte A fahre?

2) kann meine Partnerin ihre Fahrten zur Arbeitsstätte B in ihrer Steuererklärung absetzen bzw. für diese Fahrt die Pendlerpauschale geltend machen?

Recht knifflig, denk ich mal. Aber vielleicht ist die Antwort ja auch ganz einfach?!

Jedenfalls vielen Dank bereits im Voraus für die Hilfe!

Besten Dank

JensonKay

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Darf die private Nutzung eines Firmenwagen bei Anwendung der 1%-Regel verboten werden?

Ein Arbeitnehmer (AN) erhält beim Einstellungsgespräch die Zusage vom Arbeitgeber (AG), einen Firmenwagen zu bekommen. Nachdem der AN seine Stelle angetreten hat, bekommt er ein älteren Wagen aus dem Firmenpool. Der Wagen wird über die 1%-Regel versteuert.

(Hierzu ist anzumerken, dass ein Teil der beruflichen Tätigkeit die Wahrnehmung von Außendienstterminen beinhaltet)

Nach 14 Tagen übergibt der AG dem AN einen Dienstfahrzeug-Vertrag, der vorschreibt, dass "sich die privaten Fahrten im wesentlichen auf den Weg von der Wohnung zum Arbeitsplatz und vom Arbeitsplatz zur Wohnung zu beschränken haben." Der Vertrag sieht außerdem vor, dass der AN "bei Schäden, die bei privaten Fahrten passieren, voll haftet."

(Anzumerken ist auch, dass der AN auf den Erwerb eines eigenen PKW verzichtet hat, weil ihm die Nutzung eines Firmenwagen zugesichert wurde. Die Anzahl der privat gefahrenen Kilometer liegen DEUTLICH unter den Dienstlich gefahrenen Kilometern.)

Der AN will diesen Vertrag selbstverständlich nicht unterschreiben, zahlt er doch für den Wagen.

Dazu im Netz: Ein geldwerter Vorteil für die private Nutzung ist nicht anzusetzen, wenn dem Arbeitnehmer die Nutzung eines Dienstwagens lediglich für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gestattet ist. Das hat der Bundesfinanzhof im Urteil vom 06.10.2011 (VI R 56/10) klargestellt. Leitsätze:

  1. Die Anwendung der 1 %-Regelung setzt voraus, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer tatsächlich einen Dienstwagen zur privaten Nutzung überlassen hat (Anschluss an Senatsurteil vom 21. April 2010 VI R 46/08, BFHE 229, 228, BStBl II 2010, 848). Denn der Ansatz eines lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteils rechtfertigt sich nur insoweit, als der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gestattet, den Dienstwagen privat zu nutzen.
  2. Allein die Gestattung der Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte begründet noch keine Überlassung zur privaten Nutzung i.S. des § 8 Abs. 2 Satz 2 EStG.

Ist dieser Vertrag des AG gültig, oder nicht? Wie seht Ihr das?

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