Muss ich inkassogebühren zahlen wenn die Hauptforderung davor schon gezahlt wurde?

5 Antworten

Es gibt ohne den Fall genauer zu kennen, zwei Probleme.

  1. Eine Überweisung kann schon mal zwei, drei Tage benötigen wenn Absender und Empfänger andere Banken aufweisen. Hier sollte tunlichst die Buchhaltung des ursprünglichen Rechnungstellers kontaktiert werden, um zu klären wann genau das Geld bei ihnen verbucht wurde. Dass der Brief raus ging ist nicht ungewöhnlich. In größeren Unternehmen weiß Abteilung 1 oft erst Stunden / Tage später, was sich in Abteilung 2 getan hat.

  2. Wird der Fall an ein Inkasso-Büro übertragen, hat der Rechnungsteller selbst keine Handhabe mehr. Das Inkassobüro bezahlt die ausstehende Summe und übernimmt damit den Fall. Sie verdienen mit den in Rechnung gestellten Gebüren. Hier müsste klar geklärt sein, dass das Geld auf jeden Fall schon vorlag als das Inkassobüro beauftragt wurde. In diesem Fall dürften die Auftragsteller die Kosten tragen.

  1. irrelevant - der Gläubiger hat sein Geld und ist zufrieden.

  2. Falsch. Wenn die inkassofirma die Forderung gekauft hätte, dürfte sie keine Gebühren erheben. Normale aktuelle Forderungen werden nie gekauft - die inkassofirmen übernehmen nur das Mahnwesen. Dafür muss derAuftraggeber zahlen.

Fazit: Limearts darf gern Inkassogebühren bezahlen - alle anderen brauchen das nicht.

Zu 2

Es ist ein Inkassobüro und kein Factoringunternehmen

Abgetreten wurde lediglich der Forderungseinzug

Forderungsinhaber ist immer noch der Ursprungsgläubiger

Nein.

Inkassogebühren sind i.d.R. kein erstattungspflichtiger Verzugsschaden. Wohl jedoch Mahngebühren des Forderungsstellers (2,50 - 3,- € pro Brief), sowie Verzugszinsen.

Was für ein Verzug? Wie gesagt Rechnung war beglichen... und 1&1 hat Akzeptiert

@Yoki7

Wenn auf einer Rechnung steht "zahlbar bis 17.05.13" und am 18.05.13 hat der Gläubiger sein Geld nicht bist du in Zahlungsverzug und musst Verzugsschaden ebenfalls ersetzen, welcher da wäre:

  • Mahngebühren
  • Verzugszinsen
  • evtl. Rücklastschriftgebühren
  • Anwaltskosten (wenn ein RA statt eines Inkassobüros beauftragt worden wäre)
  • Kosten des gerichtlichen Mahnverfahrens

Du brauchst nichts zu bezahlen. Die schreiben noch zweimal und dann ist Ruhe. Ich hab ein Dutzend solche Briefe - Inkassogebühren werden nicht eingeklagt.

Sammelst du die? :-)

@KaeteK

Klar - ich schmeiß die doch nicht weg. :-)

Ich würde nicht zahlen, nur einmal schriftlich (wenn ich sicher gehen will, per Einschreiben und Rückschein) widersprechen. Idealer Weise Briefumschlag mit Poststempel aufbewahren. Rückdatieren von Schreiben ist bei Inkassos offenbar gang und gäbe, vielleicht wurde auch der Zahlungseingang festgestellt und genau darauf das Datum gesetzt, um doch nochmal nachträglich was auszupressen. Alles gängige Praktiken bei Inkassos.

Inkasso zu beauftragen, nachdem schon bezahlt wurde, widerspricht der Schadensminderungspflicht (§254 BGB). 60€ für Rechnungen unter 300€ sind auch viel zu viel (über Anwaltskosten-Äquivalent).

Wurden denn vorher schriftliche Mahnungen (Briefe) verschickt und dafür Mahngebühren von max. 3-5€ gefordert? Wird ein Verzugszins gefordert (meist nur geringer Betrag)? Diese Posten sind ein rechtlicher Anspruch, die würde ich ggf. an den Gläubiger zahlen.

Allerdings werden die noch weiter nerven. Man kann sich die Schreiben anschauen, ob da noch was wichtiges drin ist, meist ist es aber nur Drohfasel. Achtung, einem evtl. gerichtlichen Mahnbescheid muss laut beiliegender Anleitung widersprochen werden, sonst wird die Forderung gültig!

Lies auch hier:

http://www.gutefrage.net/tipp/mit-inkassobueros-richtig-umgehen--wer-sich-nicht-wehrt-kriegt-die-taschen-geleert

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