Muss ich das Geld, dass fälschlicherweise auf mein Konto überwiesen wurde, zurückzahlen?

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Es besteht ein Rückforderungsanspruch, der sich ebenfalls auf ungerechtfertigte Bereicherung (§ 812 BGB) begründet. Der Rückforderungsanspruch verjährt frühestens nach drei Jahren.

Ich habe versehentlich bei meinen Lohnsteuererklärungen 2005 und 2006 eine falsche Kontonummer angegeben und das Geld wurde daher an jemand anderen überwiesen. Ich versuche jetzt seit August irgendwie das Geld über das Finanzamt zu bekommen, aber die helfen mir nicht wirklich weiter.

Ich ärgere mich ziemlich über meine eigene Dummheit, aber auch über den Kontoinhaber, der nicht auf die Anfrage vom Finanzamt reagiert und über das Finanzamt, das mich im Regen stehen lässt.

Ich denke, wenn fast 800 Euro auf einmal auf einem Konto landen, dann fällt das schon auf, wenn einem das Geld gar nicht gehört... von Ausgeben im guten Glauben, es sei das eigene Geld kann dann definitiv nicht die Rede sein.

Ich möchte gerne einen Anwalt einschalten, um vom mir unbekannten Kontoinhaber, den Betrag zurück zu fordern. Weiß jemand, wie da die Erfolgsaussichten liegen?

lg cari

Es gibt einen ulkigen Paragraphen (§ 818 Abs. 3 BGB), der sich "Wegfall der Bereicherung" nennt und in etwa aussagt: Was ich verbraucht habe, kann ich nicht mehr zurückgeben. Wenn jetzt also weniger Geld auf dem Konto ist, als nach der Überweisung, und wenn von dem Geld keine Schulden bezahlt wurden (dann ist die Bereicherung noch da: weniger Schulden) oder Sachen von Wert gekauft wurden (dann ist die Bereicherung auch noch da, wenn auch in anderer Form), dann kann man "Wegfall der Bereicherung" einwenden. Die Frage ist aber wie immer: Wie will man es beweisen?

Das ist das Problem auch bei der ungerechtfertigten Bereicherung. Wir hatten so einen Fall, der nach Jahren aufgefallen wurde. Der Anwalt hat mir damals eindringlich geraten, den Begriff "ungerechtfertite Bereicherung" nicht zu verwenden, da der Nachweis sehr schwierig ist.

normalerweise gibt es dafür eine Frist von 6 Wochen. Ich denke aber auch, dass es vom Betrag abhängt.

Was für ne Frist von 6 Wochen denn?

@bitmap

'tschuldigung die Frist gilt für einen Einspruch bei fehlerhaften Abbuchungen, nicht bei fehlerhaften Überweisungen - war irgendwie nicht richtig bei der Sache.

Wenns Dir nicht mal aufgefallen ist, dann wars wohl nicht so viel und Du leidest keine Geldsorgen - gib es zurück, dann sind die Probleme weg und Du hast alles wieder in Ordnung gebracht, für Dich und den armen Sachbearbeiter, der den Fehler gemacht hat. Und du hast ein Supergewissen.

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