Muß ein abgegebenes Angebot zu dem Preis durchgeführt werden?

4 Antworten

Er hat das Angebot dir unterbreitet und du hast zugestimmt. Das sind übereinstimmende Willenserklärungen und das nennt der Jurist einen Vertrag. Und dieser Vertrag ist für beide Seiten bindend.

Wenn der Fehler im Angebot nicht offensichtlich ist, so daß man ihn hätte erkennen müssen, wie z.B. Kommafehler (statt 1.950 Euro nur 1,950 Euro) oder unrealistisch niedriger Preis, ist das Angebot so binden, wie abgegeben! Zwar muss der Anbieter das so nicht ausführen, aber er müßte die evtl. Differenz zu den Mehrkosten eines anderen Anbieters tragen!

Die Rechnung darf bis zu 10% höher ausfallen wenn Gründe dafür vorliegen die vor Angebotsabgabe nicht erkennbar waren. Andere Preiserhöhungen muß der Handwerker Dir vorher ankündigen, mit Dir absprechen und dein Einverständnis einholen. Es Kann ja immer wieder vorkommen das sich im Zuge der Arbeiten Komplikationen herrausstellen die vorher nicht erkennbar waren.

Solange es nur ein Angebot gibt und keinen Vertrag, dürfte es keine Verpflichtung für beide Seiten geben. Ein Angebot kann ich unterbreiten und auch wieder zurückziehen. Wenn die Arbeiten bereits nachweisbar begonnen oder schon Geld geflossen ist, dann kann man davon ausgehen, dass der Vertrag bereits zustandegekommen ist. In Normalfall muss dann zu den vereinbarten Bedingungen geleistet werden. Wenn sich der Fehler anhand der Unterlagen nachvollziehen lässt, kann der Auftragnehmer einen Vertrag u.U. rückgängig machen. Ist aber beispeilsweise ein Pauschalpreis vereinbart, ohne dass Du die genaue Kalkulation kennst, hat die Firma bei einem Kakulationsirrtum Pech und muss den Vertrag erfüllen.

Was möchtest Du wissen?