Muß ein abgegebenes Angebot zu dem Preis durchgeführt werden?

4 Antworten

Er hat das Angebot dir unterbreitet und du hast zugestimmt. Das sind übereinstimmende Willenserklärungen und das nennt der Jurist einen Vertrag. Und dieser Vertrag ist für beide Seiten bindend.

Wenn der Fehler im Angebot nicht offensichtlich ist, so daß man ihn hätte erkennen müssen, wie z.B. Kommafehler (statt 1.950 Euro nur 1,950 Euro) oder unrealistisch niedriger Preis, ist das Angebot so binden, wie abgegeben! Zwar muss der Anbieter das so nicht ausführen, aber er müßte die evtl. Differenz zu den Mehrkosten eines anderen Anbieters tragen!

Die Rechnung darf bis zu 10% höher ausfallen wenn Gründe dafür vorliegen die vor Angebotsabgabe nicht erkennbar waren. Andere Preiserhöhungen muß der Handwerker Dir vorher ankündigen, mit Dir absprechen und dein Einverständnis einholen. Es Kann ja immer wieder vorkommen das sich im Zuge der Arbeiten Komplikationen herrausstellen die vorher nicht erkennbar waren.

Solange es nur ein Angebot gibt und keinen Vertrag, dürfte es keine Verpflichtung für beide Seiten geben. Ein Angebot kann ich unterbreiten und auch wieder zurückziehen. Wenn die Arbeiten bereits nachweisbar begonnen oder schon Geld geflossen ist, dann kann man davon ausgehen, dass der Vertrag bereits zustandegekommen ist. In Normalfall muss dann zu den vereinbarten Bedingungen geleistet werden. Wenn sich der Fehler anhand der Unterlagen nachvollziehen lässt, kann der Auftragnehmer einen Vertrag u.U. rückgängig machen. Ist aber beispeilsweise ein Pauschalpreis vereinbart, ohne dass Du die genaue Kalkulation kennst, hat die Firma bei einem Kakulationsirrtum Pech und muss den Vertrag erfüllen.

Handwerkerrechnung ohne Auftrag und Angebot?

Hallo,
ich weiß, das hier ist kein Rechtsforum aber vielleicht kennt sich ja jemand etwas mehr aus als ich, hat Ähnliches schon erlebt oder es verirrt sich sogar ein Anwalt hier her.
Ich habe im Frühling 2018 eine Firma mit einer Komplettbadsanierung beauftragt. Im Laufe der Renovierungsarbeiten ergab sich, dass für die Montage einer Infrarotheizung eine Rigipsplatte in die Decke verbaut werden muss. Ich fragte telefonisch bei der Firma an ob es möglich wäre diese im Zuge der Renovierungsarbeiten zu verbauen. Das wurde mir vom Geschäftsinhaber persönlich bestätigt und es sollte mir ein Angebot für diese Zusatzarbeit zugeschickt werden. Das habe ich nie erhalten, die Arbeiten wurden trotzdem durchgeführt (ohne mein Wissen, ich war nicht täglich an der Baustelle) und ich habe eine Rechnung von 2500 Euro erhalten. Auf meine Nachfrage wodurch diese hohen Kosten verursacht wurden, schließlich gibt es eine Platte wie wir sie benötigten im Baumarkt für rund 10 Euro, bekam ich keine Antwort. Ich wartete erst einmal ab da auch die Endabnahme noch nicht erfolgt war und ich dachte ich rede dann mit dem Chef persönlich wenn er für die Abnahme eh da ist. Er kam aber leider nie und meldete sich dann irgendwann überhaupt nicht mehr. Dann bekam ich die Mahnung für die Zusatzarbeiten. Die Endabnahme wurde nie durchgeführt und meine Beanstandung diverser Mängel (Fußbodenheizung im falschen Bereich verlegt, Putz im Bereich um die Tür stark beschädigt, etc.) bisher völlig ignoriert. Weil mir dann auch direkt mit einem Anwalt gedroht wurde habe ich mich ebenfalls an einen Anwalt gewandt. Der war eigentlich zuversichtlich und wollte die Sache recht schnell erledigt haben. Der Streit zog sich dann aber über Monate, inzwischen werden von mir rund 4000 Euro verlangt plus 1000 Euro für meinen Anwalt und es soll vor Gericht gehen.

Der Anwalt der Firma besteht darauf, dass der Auftrag gegeben wurde weil meine Mutter ziemlich zeitgleich mit meinem damaligen Telefonat mit dem Geschätsführer (bei dem ich ein Angebot verlangte) eine Email geschrieben hatte und angefragt ob sie diese Platte in die Decke verbauen können. Das haben sie als Auftrag interpretiert und beziehen sich immer wieder darauf. Blöderweise hat meine Mutter diese Mail mit ihrem und meinem Namen unterschrieben. Das hat sie nur gut gemeint da ich mich zu dieser Zeit von einem schweren Unfall erholt habe und nicht persönlich an die Baustelle kommen konnte, so hat sie mir ein wenig Arbeit abgenommen und versucht die Handwerker zu koordinieren. Als Auftrag war diese Mail aber nicht gemeint. Wieso kann hier überhaupt eine Mail meiner Mutter (ohne Vollmacht) als ein Auftrag von mir gelten auch wenn sie dummerweise meinen Namen drunter geschrieben hat? Am Absender der Mail (und auch am Schreibstil) sieht man dass sie das geschrieben hat, nicht ich. Hätten wir kein gutes Verhältnis, so könnte sie mich so ja massiv schädigen und einfach Mails in meinem Namen versenden, wie kann das rechtskräftig sein?

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