Mein Freund hat aus Versehen einen Stein gegen meine Brille geschmissen, da ist nun ein Schlag drin zahl die Haftpflicht Versicherung?

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Hallo,

vorab: Für alle hier im Forum Aktive gilt der Grundsatz: "Wer interpretiert, verliert."

Insofern ist es vor dem Hintergrund der nur rudimentären Fallschilderung überhaupt nicht nachvollziehbar, mit welcher scheinbar unumstößlichen Gewissheit hier wahlweise definitiv "Fahrlässigkeit" oder "Vorsatz" festgestellt wird. Die dann ebenso unumstößlichen Aussagen á la "Ist mit Sicherheit versichert" oder eben "Ist garantiert nicht versichert." tragen höchstens zur Verwirrung des TO, nicht aber zur Klärung des Falles bei!

aufgrund der wenigen Details des beschriebenen Schadens kann man mit Gewissheit leider nur grundlegende Aussagen machen:

Zumindest ist es demnach lt. BGB so, dass derjenige, der bei einem Dritten schuldhaft einen Schaden verursacht, hierfür haftet. Beim Schadenersatz ist der Geschädigte materiell wieder in den Zustand zu versetzen, den er vor Eintritt des Schadens hatte. In der Praxis ist damit der Schadenersatz zumeist auf die Reparaturkosten, maximal den Zeitwert begrenzt.

Dabei ist es dem Grunde nach unerheblich, ob der Schaden vorsätzlich (= absichtlich) oder fahrlässig (= unabsichtlich) verursacht wurde.

Diese Frage wird aber umso wichtiger, wenn es darum geht, ob die Haftpflichtversicherung des Schädigers den Schaden deckt oder nicht.

Hier gilt der Grundsatz: Vorsatz ist generell vom Versicherungsschutz ausgeschlossen; Fahrlässigkeit ist versichert - und zwar unabhängig vom Grad der Fahrlässigkeit (Versicherungsschutz besteht also auch bei grober Fahrlässigkeit.)

Ob im vorliegenden Fall nun Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorliegen, kann anhand der wenigen bekannten Details nicht entschieden werden - auch wenn die Aussage "...aus Versehen..." zunächst einmal auf eine Fahrlässigkeit hindeutet.

Da der Schaden aber sicherlich "so oder so" behoben werden muss, kann man mit Sicherheit raten, den Fall der Haftpflichtversicherung korrekt und vollständig zu melden. Von hier erhält man dann eine Einschätzung, ob der Schaden versichert ist oder nicht und von da an ergibt sich entsprechend das weitere Vorgehen.

Viele Grüße

Loroth

Die Haftpflicht des Freundes würde in diesem Fall zahlen. So er denn eine hat, sonst muß er selbst zahlen.

Gezahlt wird Reparatur oder Zeitwert. Je nachdem, was günstiger ist.

 Die Haftpflicht des Freundes würde in diesem Fall zahlen.

Wie könnte sich die Schadensursache zugetragen haben, dass ein Mensch einem anderen einen Stein auf die Brille wirft ?

Oder meinst du, der Stein sollte den Kopf treffen und aus Versehen wurde die Brille getroffen ?

@Apolon

Mein Mann wollte mal eine hartnäckige Krähe vertreiben.

Das Veilchen hatte dann ich.

Nr 1 Er wollte den Kieselstein wegtreten und hat ihn so erwischt, dass er hoch flog. Nr 2 Er wollte einen Stein übers Wasser springen lassen. Beim ausholen glitt dieser aus der Hand und flog nach hinten. 😉

Hallo,
wenn er, oder seine Eltern eine Haftpflichtversicherung haben, wird diese die Repararur übernehmen.
Kinder, Jugendliche und Auszubildende sind grundsätzlich bei den Eltern mit versichert, sofern sie im selben Haushalt leben.

Sind es getönte, oder selbst tönende Gläser, werden beude ersetzt, da sonst die Tönung unterschiedlich ist.

die Haftpflichtversicherung deines Freundes zahlt bzw. der Eltern.

Die Eltern oder der Freund - ja.

Die Privathaftpflichtversicherung zahlt bei Vorsatz keinen Cent !

@Apolon

Mit Absicht wurde der Stein bestimmt nicht auf die Brille geworfen! Sicherlich war es nur ein Steinchen.

@Teeliesel

Eigenartig, wie soll man diesen Satz anders interpretieren:

 Mein Freund hat aus Versehen einen Stein gegen meine Brille geschmissen

Wie kann man aus versehen einen Stein schmeißen?

Man kann absichtlich einen Stein schmeißen und dabei versehentlich Schaden anrichten, aber versehentlich einen Stein zu werfen halte ich für extrem schwierig.

Erklär mal.

Übrigens: Da Vorsatzhandlung wahrscheinlich kein Versicherungsschutz, Anspruch auf Schadenersatz nach § 823 BGB direkt vortragen. Bei Einschätzung als grobe Fahrlässigkeit vermutlich doch Deckung.

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