Macht gefälschte Vollmacht Eigentümerversammlung-Beschlüsse ungültig?

5 Antworten

 Naja, gefälscht ist es nicht… Wenn der Typ mit der falsch ausgestellten Vollmacht für ein Objekt gestimmt hat, dessen korrekte Nummer er dann in die bestehende Vollmacht eingetragen hat und der Besitzer dieses Objektes  mit der nachgetragen Nummer  tatsächlich für diese Objektnummer gestimmt haben wollte, dann ist die Vollmacht vermutlich schon korrekt… 

Wenn überhaupt irgendwas wieder neu aufgerollt würde, würde vermutlich - soweit es eine offene Abstimmung war –  die Stimme des Vollmacht-Inhabers aus der Abstimmung herausgerechnet… 

T3Fahrer

Nein.


Die Ausstellung der Vollmacht ist zunächst einmal eine Angelegenheit zwischen Vollmachtgeber und Vollmachtnehmer (Innenverhältnis). Für die WEG ist nur von Belang, ob der Vollmachtgeber auch die Vollmacht an den Bevollmächtigten tatsächlich für diese Versammlung erteilt hat (unabhängig davon, was auf der Vollmacht steht).

Bestehen Zweifel an der Gültigkeit der Vollmacht, kann die Versammlung beschließen, dass die Vollmacht nicht akzeptiert wird.
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Eine Anfechtung der Beschlüsse indessen kann sich nur darauf richten, dass der Vollmachtgeber diese Vollmacht nicht für die betreffende Versammlung ausstellen wollte und es aufgrund der Abstimmung mit dieser Vollmacht zu anderen Beschlussergebnissen geführt hätte, als ohne diese "geänderte" Vollmacht.

Kann der anfechtende Wohnungseigentümer dies nicht belegen, fehlt das Rechtsschutzbedürfnis (wäre dann nur Formdümpelei) und die Klage würde abgewiesen.


In den Vollmachten, die ich ausstellen kann, ist keine Objektnummer (Wohnungsnummer) genannt. Und die gelten auch.

Bei einer falschen und im Nachhinein korrigierten Objektnummer von "Fälschung" zu sprechen, halte ich für gewagt. Eigentümer A hat B bevollmächtigt, ihn bei der WEV zu vertreten. Solange die Unterschrift des Eigentümers nicht gefälscht ist, kann man bestenfalls von einem Schreibfehler ausgehen, der immer passieren kann.

Ich habe das Gefühl, dass Du überstimmt wurdest und nun einen Grund suchst, um den Beschluss anzufechten.

Das macht Dich zum schlechten Verlierer und im Kreise der Miteigentümer sicher nicht beliebter.

Du kannst gar kein Beschluss für ungültig erklären, da es nicht dein persönlicher ist, sondern ein Mehrheitsentscheid / eine Gemeinschaftsleistung. Nur ein Richter kann Beschlüsse für ungültig erklären, und das nur, wenn eine Partei dagegen klagt und Recht bekommt. Die Chancen sind gegen null.

Der Eigentümer hat seiner Vertretung die Vollmacht erteilt, für ihn abzustimmen. Und das hat er getan. Der kleine Schaden an der Vollmacht (so es denn einer war) konnte schnell "geheilt" werden.

Also keine Chance, hier etwas für ungültig erklären zu lassen.

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