Luftrettung durch Hubschrauber nach Bergunfall: Wer zahlt?

14 Antworten

Hier die offizielle Antwort die ich bekommen habe:

Im Rahmen eines Einsatzes werden die BergretterInnen die Notwendigkeit eines Hubschraubereinsatzes stets nach bestem Wissen und Gewissen beurteilen und sorgfältig abwägen, was für den Verunglückten am besten ist. Diese Beurteilung ist im Krankenhaus stets leichter als vor Ort, wo auch Faktoren wie Länge und Schwierigkeit des Transportes berücksichtigt werden müssen und nicht nur die Schwere der Verletzung. So kann z.B. auch bei einer einfachen Knochenverletzung ein HS-Transport durchaus angezeigt sein und dem Verunfallten Schmerzen und Komplikationen ersparen.

Im konkreten Fall wird man sich - wenn möglich, sprich, wenn dieser kommunikationsfähig ist, - mit dem Verunfallten darüber beraten. Allerdings ist zu beachten, dass nicht der Bergretter vor Ort letztendlich über einen HS-Einsatz entscheidet, sondern die jeweilige Rettungsleitstelle! "Geholt werden" kann der HS nur von dieser !!

Wenn die spätere Prüfung der Unterlagen "keine medizinische Indikation für einen HS-Transport ergibt", so muss der Gerettete die Kosten tragen.

Bei Verkehrs - und Arbeitsunfällen trägt die jeweilige Sozialversicherung die Kosten, bei Freizeitunfällen nur, wenn die entsprechende Indikation gegeben ist. Es ist daher sehr zu empfehlen, sich gegen dieses Risiko zu versichern (Alpiner Verein, Schutzbrief eines Autofahrerclubs, Kreditkarte usw.)

Ja. So sehe ich einen Sinn in der Abarbeitung / abrechnung der Einsätze.

Mit Verlaub, das ist völlig egal ob Du in Deutschland in den Bergen verunglückst und Dir das Bein brichst, in den Bergen einen Herzinfarkt erleidest oder in irgendeiner Stadt, in einem Dorf, an einem Badesee usw. einen Unfall oder eine Erkrankung erleidest: Wenn ein medizinisch notwendiger Transport in ein Krankenhaus erforderlich ist, dann zahlt das Deine gesetzliche Krankenversicherung, auch wenn es ein Hubschrauber-Transport ist. Das heißt, dass die Rettung selbst streng genommen überhaupt gar nicht bezahlt wird, sondern erst der Transport. Deshalb hat ja auch der Hubi so viel Platz, um Dich in ein Krankenhaus zu fliegen ;-)

Nur wurde z.B. in einem konkreten Fall in der Schweiz eine Rechnung in Höhe von umgerechnet 11000 Euro in Rechnung gestellt und abgerechnet wurden nach deutschen Recht. Derjenige muss knapp 7000 nachzahlen :-)

@Frank5000

Meine Aussage bezog sich auf Deutschland ;-)

Um alle Zweifel aus dem Weg zu räumen. Es ist eine Leistung, die sich die Krankenkassen und der Bund / ggf das Land teilen. Später zeigt sich, je nach Ursache, ob sich dann andere Träger die Kosten, evtl wegen Leichtsinn / Fahrlässigkeit wieder holen. Das ist dann aber wiederrum ein Rechtsproblem. Zunächst treten die Krankenkassen ein. Auch gilt diese Regelung für Privatpatienten, die ja ohnehin zunächst die Kosten auslegen müssen, sich sie jedoch später von der Kasse wieder holen.

FALSCH:

Die GKV übernimt nur die medizinisch notwendigen Kosten für die Behandlung und evtl. (im Inland) Kosten und evtl. zum Transport ins Krankenhaus. Nicht aber die Kosten für die Bergrettung selbst !!!

Ein Einsatz des Rettungshubschraubers und nicht notwendiger medizinischer Transport per Hubschraubers muss also bezahlt werden.

So hier ganz korrekt so wie die bayerische Bergwacht es gelöst hat. Ist anscheinend unterschiedlich. Im Ausland hat man jedenfalls keinen Schutz Folgende Kostenpauschalen werden erhoben:

Notfalleinsatz Berg 1 740,-€ Hubschrauber, Notarzteinsatz, erhöhter Zeit- und Materialaufwand bei der Bergrettung
Notfalleinsatz Berg 2 370,-€ Hubschrauber, Bergrettung
Notfalleinsatz Berg 3 185,-€ Bergrettung mit geringem Aufwand
Krankentransport 185,-€
Sondereinsatz Berg 1 740,-€ Lawineneinsatz, Vermisstensuche mit erhöhtem Aufwand...
Sondereinsatz Berg 2 370,-€ Sachbergung, Tierbergung, Pilotenbergung unverletzt, Vermisstensuche geringer Aufwand
Sondereinsatz Berg 3 185,-€

Der tatsächliche Aufwand kann nur bedingt erfasst und nachgewiesen werden. Die Pauschalen liegen in einem Großteil der Fälle deutlich unter dem tatsächlichen Aufwand.

dazu ein interessanter Artikel http://bergrettung-aut.connetation.at/uploads/media/RettungkostenSTANDARD_Feb_08.pdf

@Frank5000

Deine Variante scheint für Bayern und evtl. auch andere Länder / Bundesländer zu gelten. Projeziere ich es auf den RTH, den ich kenne, so werden ( ähnliche Rettungskosten ) Seenotfälle zunächst von den Kasse übernommen... Es scheint dort tatsächlich Unterschiede zu geben, DAS hätte ich nicht gedacht. Eine Cousine meiner Frau ist seinerzeit ( etwa <> 10 J. ) in Österreich von der Bergrett. gerettet worden. Die Kosten wurden initial übernommen - später jedoch kam das dickes Ende... Eine Rechnung. Nun... ich mache mich FÜR MICH mal wieder schlau, wie der neueste Stand der Dinge ist... Danke für die Korrektur ! Ich nehme sie gerne mit. LG

Und: > Bergrettung ist kein Krankentransport und somit keine Kassenleistung !!!

Entweder über Alpenverein z.B. oder schauen ob es über eine private Unfallversicherung versichert ist.

... ist man dort oben verletzt, so sehe ICH es als Rettungseinsatz ( Etwa vergleichbar mit Krankentransport ) Dann müssten die Kosten doch übernommen werden - oder ? Hmm...

@Pestopappa

hab mal angegragt. siehe weiter unten :-)

So hier ganz korrekt so wie die bayerische Bergwacht es gelöst hat. Ist anscheinend unterschiedlich. Im Ausland hat man jedenfalls keinen Schutz Folgende Kostenpauschalen werden erhoben:

Notfalleinsatz Berg 1 740,-€ Hubschrauber, Notarzteinsatz, erhöhter Zeit- und Materialaufwand bei der Bergrettung
Notfalleinsatz Berg 2 370,-€ Hubschrauber, Bergrettung
Notfalleinsatz Berg 3 185,-€ Bergrettung mit geringem Aufwand
Krankentransport 185,-€
Sondereinsatz Berg 1 740,-€ Lawineneinsatz, Vermisstensuche mit erhöhtem Aufwand...
Sondereinsatz Berg 2 370,-€ Sachbergung, Tierbergung, Pilotenbergung unverletzt, Vermisstensuche geringer Aufwand
Sondereinsatz Berg 3 185,-€

Der tatsächliche Aufwand kann nur bedingt erfasst und nachgewiesen werden. Die Pauschalen liegen in einem Großteil der Fälle deutlich unter dem tatsächlichen Aufwand.

dazu ein interessanter Artikel http://bergrettung-aut.connetation.at/uploads/media/RettungkostenSTANDARD_Feb_08.pdf

Die Bergrettung selbst ist übrigens nicht versichert ! Nur die medizinische Versorgung und der medizinisch notwendige Transport

@Frank5000

GENAU... der letzte Satz... SO meinte ich das... Das der krckselnde Bergsteiger, der nicht mehr kann, zahlt ist klar...

Hallo cyprien,

das ist ein sehr wichtiges Thema.

Wie hier schon gesagt wurde, unterscheidet die Gesetzliche Krankenkasse zwischen einer "Rettung" und einer "Bergung".

Rettungskosten übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse.

Bei den Kosten für eine Bergung sieht das schon anders aus. Hier muss man oft mit hohen Eigenanteilen rechnen oder man bleibt komplett auf den Kosten sitzen.

Daher empfiehlt es sich immer, für einen solchen Fall vorzusorgen!

Wenn es sich dabei um Aktivitäten im Ausland handelt kannst du z.B. durch eine Auslandsreisekrankenversicherung vorsorgen.

Mit Zuzahlungen und einem Eigenanteil ist im Krankheitsfall in jedem Fall zu rechnen. Daher solltest du über diese wirklich sinnvolle Absicherung nachdenken. Eine Auslandsreisekrankenversicherung bekommst du bereits für kleines Geld.

Auch Kosten für einen eventuell notwendigen Rücktransport nach Deutschland werden von der Gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen.

Gerne kannst du dich hierüber auch auf unserer Homepage informieren:

http://www.barmenia.de/de/produkte/krankenversicherung/reiseversicherung-1/uebersicht.xhtml

Wenn es um Reisen innerhalb Deutschlands geht, können Bergungskosten über eine private Unfallversicherung abgedeckt werden.

Ich hoffe, dass ich dir weiter helfen konnte :-).

Liebe Grüße

Katharina vom Barmenia-Team

Leute, Leute konzetriert euch doch mal^^

die GKV zahlt schon lange nicht mehr alles... !!! Als ersts muss man ganz klar zwischen Rettung und Bergung unterscheiden! Bei Bergrettung zahlt die GKV. Bei Bergung ist die GKV nicht verpflichtet zu zahlen! Das Verhältnis in Bayern betrug 2010 nahezu 1:1 ... es ist also keine Ausnahme, dass man als GKVter was nachzahlen darf :(

Wo liegt der Unterschied? Hubschrauberrettung bedeutet z.b.: es bestand keine Möglichkeit den Unfallort mit einem PKW zu erreichen... wenn der Hubschrauber dich dann zum nächsten Krankhaus fliegt... obwohl du, auf Grund deiner Verletzung, nur zur nächsten Strasse gebracht hättest werden müssen... weil dort ein Krankenwagen auf dich wartet.... dann zahlt du den "Mehrweg" grundsätzlich selber.

Auch die Bergwacht (die ja keine staatliche Einrichtung ist) wird dir eine Rechnung stellen... wenn die Kosten höher sind.. als die erstattungsfähigen Aufwendungen welche die GKV übernimmt. Dazu gibt es klar Absprachen!

Besonders Im Ausland sollte man sich vorab immer informieren. Östereich hat z.b. ein Abkommen mit Deutschland. Die Schweiz nur teilweise.... Daher bieten sehr viele Skipass-Anbieter eine eingeschlosse Versicherung mit an...

Grundsätzlich kann man nur jedem empfehlen eine Unfallversicherung (nicht nur wegen der Bergunskosten) abzuschließen!!!

Viele Leistungen werden heute nicht mehr übernommen oder nur teilweise... auch freiwillige Feuerwehren oder private Firmen dürfen dir eine Rechnung stellen... wenn dann die GKV sagt.. wir bezahlen nur einen Höchstsatz... dann b leibste auf den Kosten sitzen... erst Recht wenn sowas im Ausland passiert!

lG

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