Lohnsteuerjahresausgleich vom Arbeitgeber vorgenommen?

8 Antworten

Wenn aus dieser Berechnung des Arbeitgebers folgt, daß Du keinerlei Steuern bezahlt hast, mußt Du beim Finanzamt auch nichts mehr machen.

Tatsächlich ergibt sich teilweise durch Sonderzahlungen in einem Monat (z.B. beim Weihnachtsgeld) die Situation, daß man in dem Monat besonders viel (oder überhaupt) Steuern zahlt. In einer abschließenden Berechnung legen manche Arbeitgeber diese Zahlungen auf's ganze Jahr (oder die Beschäftigungsmonate) gemäß der vorgelegten Steuerkarte um und machen damit sozusagen einen Vorab-Ausgleich.

Meistens bekommt man dann schon mal einen Teil der Steuern zurück. Bei Dir ist dadurch offenbar herausgekommen, daß Du gar nichts zahlen mußt. Da werden dann auch auf der Steuerbescheinigung, die Du für's Finanzamt bekommst, keine Steuern aufgeführt sein. - Und wenn das der einzige Job ist, hast Du keine Steuern gezahlt und mußt auch keine Zahlen - und bekommst natürlich auch keine mehr zurück.

DH. Sehr gute und vor allem auch zutreffende Antwort.

@Silberheim

@Silberheim: "ist es nicht"?

Eine klitzekleine Kleinigkeit stimmt allerdings nicht in meinen Ausführungen: statt "wenn das der einzige Job ist" müßte das stehen "wenn das das einzige Einkommen ist" - denn Einkommen können auch Mieteinkünfte sein, z.B. Aber dann würde sich die Frage auch gar nicht stellen, da man dann sowieso zur Steuererklärung verpflichtet ist.

Genau so ist es wie du es beschrieben hast. Auf der Steuerbescheinigungen sind keine Steuern aufgeführt. Danke

§ 42b Einkommensteuergesetz verpflichtet den Arbeitgeber unter bestimmten Umständen den Lohnsteuerjahresausgleich für seinen Arbeitnehmer durchzuführen;

Durch Urlaubsgeld und/oder Weihnachtsgeld werden die Nettogehälter in einzelnen Monaten durch unverhältnismäßig höhere Steuersätze verringert; verteilt man diese Sonderzahlungen auf das ganze Jahr, kommt es zu niedrigeren Steuersätzen und entsprechend niedrigeren Steuern; beim Jahresausgleich durch den Arbeitgeber wird dann der Jahresarbeitslohn zu Grunde gelegt und die entsprechenden Steuern berechnet; diese werden mit den tatsächlich einbehaltenen Steuern verglichen, die in der Regel höher sind; der Differenzbetrag wird dem Arbeitnehmer mit dem Dezembergehalt ausgezahlt; für alle, die außer Lohn oder Gehalt keine Einkünfte haben, ist das eine sehr gute Sache; sie kommen schnell und unkompliziert an die überzahlten Steuern, auf die man sonst oft lange warten muss; natürlich muss jeder AN noch prüfen, ob er nicht noch weitere Werbungskosten etc. hat, die er geltend machen kann;

So steht es im Einkommensteuergesetz. Aber das Einkommensteuergesetz wurde ja gerade von zwei anderen Usern als ungültig erklärt. ;-)

Es ist - vor allem in großen Firmen - durchaus üblich, daß die Gehaltsbuchhaltung schon einen Jahresabgleich vorab durchführt. Es wird dabei im Dezember nicht einfach das Gehalt versteuert sondern es werden schon die Jahressteuern berechnet (so wie es auch das Finanzamt macht) und entsprechend berücksichtigt. Daher bekommen viele im Dezember weniger Steuern abgezogen oder sogar wie bei dir alle Steuern wieder zurück. Das ist eine ganz normale Sache, die aber nicht in allen Firmen gemacht wird.
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Wenn es sich um dein einziges Einkommen handelt und du alle Steuern zurück hast, dann erübrigt sich ein weiterer Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich beim Finanzamt, es sei denn, du bist aus anderen Gründen einkommensteuerpflichtig:
1. Wenn du noch andere Einkommen hast, die zu versteuern sind, mußt du trotzdem noch eine Steuererklärung abgeben. Andere Einkommen sind ein weiterer Job, Vermietungen, Sparzinsen über dem Freibetrag ....
2. Wenn du anderweitig noch Steuern bezahlt hast oder im Firmenjahresausgleich nicht alles zurückbekommen hast, dann solltest du ebenfalls die Steuererklärung beim Finanzamt machen. Wahrscheinlich bekommst du dann noch mehr zurück, wenn du mehr als die Pauschalen zum Absetzen hast wie z.B. einen längeren Arbeitsweg, Aufwendungen zur Fortbildung, Spenden, bestimmte Versicherungen usw. Davon kann der Arbeitgeber nämlich nichts wissen und konnte das somit auch nicht in den firmeninternen Jahresausgleich mit einbeziehen.

sach ich ja

@anjanni

Danke für deine ausführliche Antwort! Echt toll!

  1. als was sind die zurückgezahlten Lohnsteuern den auf dem gehaltszettel ausgewiesen?

  2. eine EstE sollte man dann machen in dem Falle, wenn man dazu aufgefordert wird

  3. es ist nicht Sache des AG die Stuererklärung zu erstellen, denn das kann und darf er nicht..deshalb die erste Frage dazu

Kann und darf er nicht ??? Das ist eine ganz normale und in den meisten großen Firmen übliche Sache!

@Franticek

seit wann denn das..kennt der AG deine Werbungskosten, deine sonderausgabemn, deine außergewöhnlichen Belastungen, kennt er deine Ausgaben für Handwerker und Nebenkosten...also nachdenken vor dem Schreiben..die EstE ist eine Sache des AN und nicht des AG...das war so, das ist so und das bleibt so..

@andreas48

Nein, die kennt der Arbeitgeber nicht. Er macht das ja auch nur für das bezahlte Gehalt unter Berücksichtigung mancher Pauschalen. Hat man NICHT alle Steuern zurückbekommen, sollte man ja genau aus dem Grund auch selbst noch eine Steuererklärung abgeben, wo man dann aufgrund der weiteren Werbungskosten, außergewöhnlichen Belastungen usw usw noch mehr zurückbekommen kann.
Die Bemerkung mit dem Nachdenken ist etwas unangebracht. Dann frag doch lieber mal beim Finanzamt nach. Es ist nämlich sehr unwahrscheinlich, daß Tausende von Firmen und das Finanzamt selbst hier etwas illegales tun.
Also bitte nicht lospoltern, sondern vorher dann vorsichtshalber doch wirklich mal kundig machen.

Zum Warum kann ich nur sagen, dass in meiner Ausbildung (vor zu vielen Jahren) der Arbeitgeber die Steuern für mich "vom Finanzamt zurückholen konnte", weil ich (laut Lohnsteuerkarte, die er das ganze Jahr aufbewahrt und am Ende ausgefüllt hat) ein Einkommen hatte, bei dem keine Steuern anfallen. Also das gesamte Jahresgehalt laut Steuerkarte war niedrig genug, um alle Steuern vom Finanzamt zurückzubekommen.

Zu den anderen Fragen (seit wann das so ist und warm trotzdem Steuererklärung machen) kann ich leider nichts sagen/schreiben...

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