Krankenversicherung & Rentenversicherung als Kleinunternehmer?

5 Antworten

Hi Berni, da solltest Du Dich besser sicherheitshalber bei der Krankenkasse erkundigen! DIE wissen - oder auch NICHT - am besten Bescheid! ;) Sollte die KK zumindest! Auch was die Frage Deiner Altersvorsorge betrifft! ICH kann Dir nur aus Erfahrung sagen, dass Du bei alldem höllisch aufpassen musst! Sonst kannste Dein Geld auch innen Sparstrupmpf tun und hast mehr davon! ;) ICH habe immer "für mein Alter" vorgesorgt, aber wenn ich mit etwas auszahlen lasse, dann ist die Krankenkasse als erster Aasgeier dabei und will die Kohle von mir!

Wie viel Geld muss ich als Kleinunternehmer für eine gesetzliche Krankenversicherung zahlen?

Als Angestellter in einem Betrieb, geht man nach meinem Wissen vom Bruttogehalt aus. Als Kleinunternehmer ist der Gewinn immer erfolgsabhängig - man hat also kein "festes Gehalt".

Für Selbständige gilt § 240 SGB V. Beiträge werden auf alle Einkünfte bis zur Beitragsbemessungsgrenze gezahlt (49.500,- € p.a.). Es ist stets der Höchstbetrag anzusetzen, so lange kein geringeres Einkommen nachgewiesen wird (Mitwirkungspflichten gem. u.a. § 60 SGB I).

Hauptberuflich Selbständige zahlen ihre Beiträge im günstigsten Fall (Gründungsjahr bzw. Härtefallregelung) auf 50% der Bezugsgröße. Diese beträgt im Jahr 2015 genau 2.835,- € pro Monat.

Wir rechnen:

  • 50% von 2.835,- € = 1.417,50 € fiktives Einkommen.
  • Ermäßigter Beitragssatz zur KV 14,0% => 198,45 €
  • Beitrag zur PV (kinderlos) 2,3% => 32,60 €
  • Macht in Summe mindestens 231,05 € im Monat ohne etwaige Zusatzbeiträge abhängig von deiner Krankenkasse.
Wie viel Rente muss ich monatlich zahlen? Kann ich die Summe selbst bestimmen?

Selbständige sind prinzipiell nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn sie nicht zum Personenkreis i.S.d. § 2 SGB VI gehören.

Deine Altersvorsorge solltest du privat organisieren. Da kannst du die Beiträge dann tatsächlich frei bestimmen.

Vielen Dank für die sehr hilfreichen Infos!

Wenn meine Einkünfte im Monat über 4200 Euro überschreiten, darf ich dann weiterhin mich gesetzlich versichern als Kleinunternehmer?

Des Weiteren würde mich interessieren, ab wann bei Einzelunternehmer die private Krankenversicherung die bessere Option ist?

@berni1905

Man kann weiterhin freiwillig in der gesetzlichen KV versichert bleiben.

Nur bei Einkünften >4200 im Monat, bleibt man nicht ewig Kleinunternehmer.

Kleinunternehmer hat etwas mit der Umsatzsteuer zu tun.

@berni1905
Des Weiteren würde mich interessieren, ab wann bei Einzelunternehmer die private Krankenversicherung die bessere Option ist?

Die PKV ist die besser Option wenn man

  • jung ist (30 oder jünger)
  • kerngesund (keinerlei Arztbesuche, Behandlungen oder Erkankungen in den letzten 5 Jahren)
  • keine Familienangehörige hat (Ehepartner, Kinder).
  • beihilfeberechtigt wäre (Nur Beamte und diesen gleichgestellte Personen).
  • man laufend und dauerhaft hohes Einkommen vorweisen kann. Über Daumen würde ich sagen bei weniger als 2.500,- € Netto kann das irgendwann kippen.
  • eine vernünftige und bedarfsgerechte Altersvorsorge hat, die evtl. Beitragsanpassungen problemlos verkraftet.
  • nicht vorhat vor dem 55. Geburtstag jemals wieder versicherungspflichtig zu arbeiten.
  • eine PKV hat mit guten Tarifen, vernünftiger Altersrückstellung und Kalkulation.
@kevin1905

Die PKV zu wählen ist immer die schlechteste Option die man sich aussuchen könnte. Insbesondere der letzte Punkt ist reine Makulatur. Das andere ist mehrfach zu überdenken.

Kurze Antwort: Als freiwillig Versicherter in der GKV zahlst du mit Hose runterlassen mindestens 250, wenn du deine würde behalten willst, mindestens 350 Euro im Monat. Mit Hose herunter lassen meine ich einen Härtefallantrag in dem du sämtliches Vermögen und das sämtliche Vermögen deiner Familienmitglieder angeben mußt, ähnlich Hartz4-Antrag. Und das in regelmäßigen Abständen immer wieder.

Achso... im genannten Betrag ist die Pflegeversicherung enthalten. In die Rentenversicherung mußt du nicht einzahlen. Würde ich auch nicht machen. Den wirklich etwas herausbekommen wirst du da nichts mehr. Die staatliche Rente ist (leider) ein Auslaufmodell, solang sich an unserer "sozialen Marktwirtschaft" nichts ändert.

Das mit dem unregelmäßigen Einkommen macht sich die GKV recht leicht. Es werden feste Mindestbeträge festgelegt. Wenn du deiner KV keine Einkommensinformationen übergibst, gehen Sie von einem beitragpflichtigen Einkommen von 4.050,00 / Monat aus. Das gilt auch dann, wenn du es versäumst rechtzeitig auf die Einkommensabfrage zu antworten. Weiterhin gilt für alle die im Monat weniger als 2.073,75 Euro verdienen dies als festgelegtes "Mindesteinkommen". Was dann zu den oben erwähnten 350 Euro/Monat führt. Da drunter kommst du nur durch einen Härtefallantrag, wodurch das anrechenbare Einkommen etwas sinkt und du auf 250 Euro / Monat kommst. Was oder ob du überhaupt Einnahmen erzielst ist erstmal zweitrangig.

@derkletterer

Wie soll man das Einkommen schätzen, wenn man im Gründungsjahr nicht genau weiss, wie viel man letztendlich als Einzelunternehmer Gewinn erwirtschaften wird?

Wenn das Einkommen die von dir genannte Summe (2.073,75 EURO) nicht übersteigt, muss ich 350 Euro/Monat an die GKV zahlen. Wenn mein Einkommen darüber liegt, wird dann von der 4.050,00/Monat ausgegangen? Dann müsste ich ja ausgerechnet ca. 680 Euro monatlich an die GKV zahlen. Dann wäre doch die private Krankenversicherung wohl die bessere Option oder?

Hi,

diese Fragen solltest du deiner jetzigen gesetzlichen Krankenversicherung stellen, die werden dir das ganz genau beantworten.

Der Begriff "Kleinunternehmer" stammt aus dem Steuerrecht und ist ein Steuererleichterungsverfahren für Selbständige (§ 19 UStG), die im ersten Jahr weniger als 17.500 € Umsatz haben. Mit Kranken- und Rentenversicherung hat das absolut nichts zu tun !

Du meinst wahrschheinlich Einzelunternehmer (Gegenteil von Personengesellschften und juristischen Personen).

Willst du das Gewerbe zum Haupt- oder Nebenerwerb betreiben ?

Kommt drauf an, ob ich einen Job finden kann. Wenn ich einen Job finde, dann im Nebenerwerb ansonsten Haupterwerb.

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