keine Krankenversicherung, was ist bei Unfall

13 Antworten

Hallo Udo und alle die keine Krankenkasse haben.

Aus aktuellem Grund habe ich mich hier angemeldet. Was kann also passieren wenn Du einen Unfall hast oder krank wirst?

Mein Schwiegervater ist auch selbstständig und hat seit Jahren keine Krankenkasse weil er einfach nicht will. Jetzt ist genau der Fall eingetroffen vor dem wir Ihn immer gewarnt haben. Seit dem Wochenende liegt er mit einem Blutgerinnsel auf der Inentsivstation im Krankenhaus. Wer zahlt nun die Kosten? Sollte er genesen wird mein Schwiegervater die Kosten für die Behandlung selber tragen müssen. Kann er das nicht oder würde er ein Pflegefall werden springt das Sozialamt ein. Die werden aber zuerst auf das bestehende Vermögen zurückgreifen und falls das nicht ausreicht den Ehepartner oder die Kinder in die Pflicht nehmen.

Ich kann nur an Eure Vernunft appelieren. Bitte meldet Euch an! Husten und Schnupfen sind nicht die Einzigen Krankheiten die Ihr bekommen könnt.

ich will ja nicht schulmeistern...aber ich habe den eindruck, du verwechselt Hobby mit Beruf..ansonsten ist es mir völlig unverständlich wie jemand, der Selbständiger sein will, mit 400 Euro im Monat auskommen kann...

melde das Gewerbe ab und stelle dich dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung, bevor es hier einen riesengroßen Krach gibt, von dem du dich nicht so schnell erholen kannst...

Unfälle und Krankheiten lassen wir da mal ganz schnell noch außen vor..

du solltest dich schnell um eine krankenv.kümmern,vielleicht besteht bei dir auch die möglichkeit wieder in die gesetzliche zu wechseln

Vielleicht hilft dir das hier weiter:

Krankenkassen gehen davon aus, dass Selbständige immer vom Ertrag ihrer Arbeit gut leben können. Jedenfalls verdienen sie alle nicht weniger als 1.837,50 Euro im Monat - wenn auch nur fiktiv. Dieser Betrag ist das Mindesteinkommen, aus dem alle gesetzlichen Kassen die Beiträge eines hauptberuflich Selbständigen berechnen müssen, auch wenn er weniger oder gar nichts verdient. Daraus ergibt sich bei einem Beitragssatz von 15,5 % (so z.B. bei der DAK ohne Krankengeldanspruch und einschließlich Pflegeversicherung) ein Monatsbeitrag von 285 Euro. Nur für Bezieher der Ich-AG-Förderung und des Gründungszuschusses (ab August 2006) gilt mit 190 Euro ein etwas geringerer Beitrag. Der Ausweg über einen versicherungspflichtigen Nebenjob, einen Studentenausweis oder bei sehr geringem Einkommen über die Familienversicherung beim Ehepartner ist ausdrücklich ausgeschlossen.

Seit 1.1.2005 gibt es eine Alternative für geringverdienende Selbständige: Wenn das Einkommen nach Abzug der Versicherungsbeiträge, der Einkommensteuer und eines Freibetrages unter Hartz-IV-Niveau liegt, haben auch Selbständige einen Anspruch auf ergänzendes Arbeitslosengeld II (AlG II). Sobald auch nur ein Cent dieser Sozialleistung gezahlt wird, ist man automatisch versicherungspflichtig in der Kranken- und Pflegeversicherung. Die Beiträge trägt die Staatskasse, eine bisher bestehende freiwillige Versicherung erlischt dann.

Der Gesetzgeber hatte damit allerdings einen potenziellen Teufelskreis geschaffen. Viele Betroffene erhalten nur deshalb die Sozialleistung, weil ihr Nettoeinkommen durch die Krankenkassen-Beiträge zu gering ist. Sobald aber AlG II bewilligt wird, entfallen diese Beiträge - und das Nettoeinkommen ist wieder zu hoch. Erst 19 Monaten nach der Einführung von Hartz IV wird dieser Kreis nun unterbrochen. Ab 1. August tritt § 26 Abs. 3 SGB II in Kraft:

"Die Bundesagentur übernimmt auf Antrag im erforderlichen Umfang die Aufwendungen für die angemessene Kranken- und Pflegeversicherung, soweit Personen allein durch diese Aufwendungen hilfebedürftig würden. Die Bundesagentur soll die Aufwendungen unmittelbar an die Krankenkasse oder das Versicherungsunternehmen zahlen, wenn die zweckentsprechende Verwendung durch die betreffende Person nicht sichergestellt ist."

Wer ohne diese Versicherungsbeiträge gerade noch genug zum Leben hat, muss nun nicht mehr Arbeitslosengeld II beantragen, sondern nur noch den Beitragszuschuss. Das heißt jedoch nicht, dass in jedem Fall die vollen Beiträge übernommen werden - nur eben so viel, dass kein Bedarf auf Arbeitslosengeld II mehr besteht.

Wenn Du so wenig verdienst, kannst Du ergenzende Leistungen nach dem sozialhilfegesetz beantragen. Du bekämest zumindest eine angemessene Unterkunft, Renten- und Krankenversicherng sowie ggf, einen Unterhaltsvorschuss, der mit den laufenden Einnahmen im Folgemonat abzüglich der Freibeträge angerechnet wird. Niemand muss unter dem Sozialhilfeniveau (Hartz-IV) leben!

Eine Unfallversicherung müßtest Du aber i.d.R. dennoch selber abschließen, denn die allg. Gemeindeunfallversicherung deckt inbesondere den Privaten und gewerblichen Bereich nicht ab!

Solltest Du auch jetzt ärztliche Hilfe brauchen, wird man dir die Notversorgung nicht verweigern dürfen. Aber du wirst die Kosten wohl selbst tragen müssen, was dich in die Insolvenz treiben kann. Notfalls springt zwar das Sozialamt rein, aber dann hast du eben nicht mit der Krankenkasse, sondern mit dem Amt zu tun.

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