Kann Ehegattensplitting nachteilhaft sein, bzw. ab wann?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Ich habe bisher verstanden, dass sich Ehegattensplitting vor allem lohnt, wenn der Unterschied im Einkommen zwischen den Ehepartnern groß ist, z.B 50.000 und 15.000 o.Ä.

Jein. Der Splittingtarif wirkt sich zwar in der Tat bei stark unterschiedlichen Einkünften am meisten aus, aber "lohnen" ist hier der falsche Ausdruck. Der Gesetzgeber hat den Splittingtarif vor allem deswegen eingeführt, um damit einerseits die unbezahlte Leistung desjenigen Ehepartners, der familienbedingt beruflich zurücksteckt, anzuerkennen (bzw. zu verhindern, dass der/diejenige auch noch steuerlich bestraft wird), und andererseits deswegen, weil Ehepartner einander gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet sind.

Im Gegensatz zu Unverheirateten sind nämlich die Eheleute primär gegenseitig verpflichtet, einander zu unterstützen, was auch nicht abbedungen werden kann. Würde man das Splitting aufgeben, würden im Umkehrschluss die Ehepartner einzeln Anspruch auf Leistungen wie ALG2 usw. erheben können.

Meine Frage: Kann sich das Splitting jemals negativ auswirken?

Tatsächlich ist das möglich, und zwar (siehe Antwort von @Petz100) im Bereich der jeweiligen Vorsorgeaufwendungen, aber auch bei Einkünften aus V+V usw.
Liegen bei beiden lediglich Einkünfte aus nichtselbstständiger Beschäftigung vor, dann eher weniger.

In solchen Fällen kann jeder Ehepartner einzeln (respektive natürlich beide zusammen) auch die getrennte Veranlagung beantragen.

Eine Zusammenveranlagung von Ehegatten kann sich zum Beispiel dann negativ auswirken, wenn ein geringes Einkommen bei Ehegatte A und bei Ehegatte B nur progressive Einkünfte vorliegen. Denn die progressiven Einkünfte sind zwar steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz. So kann es passieren, dass zum Beispiel der A normal 0 Euro Steuern zahlen müsste (Einkünfte unter Grundfreibetrag von 9000€, 2018) aber durch die Zusammenveranlagung die Einkünfte von Ehegatte B hinzugerechnet werden sodass die Einkünfte über 9000€ liegen. Dann wird darauf ganz normal die tarifliche Einkommensteuer ausgerechnet und einen Steuersatz ermittelt. Dieser Steuersatz wird dann auf die Einkünfte von A angewandt, obwohl er ja eigentlich unter dem Grundfreibetrag ist. Da wäre die Einzelveranlagung von Ehegatten von Vorteil, da A keine Steuern zahlt und B auf die progressiven Einkünfte auch nicht. Hoffe dies ist deutlich erklärt, ansonsten

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Es kann Umstände geben, bei denen die Einzelveranlagung günstiger ist. Man hat ja immer die Wahl, ob man einzeln oder gemeinsam veranlagt wird. Ein einfaches Programm (meines kostet 5 Euro vom Aldi) sagt einem, was besser ist.

Ich hatte bei Bekannten mal den Fall, einer der beiden hatte hohe Gesundheitskosten (Zahnersatz), die er abgesetzt hat. Da gibt es einen zumutbaren Eigenanteil. Und der wird bei gemeinsamer Veranlagung vom Brutto beider Personen ermittelt. Bei Einzelveranlagung reduzierte sich der Eigenanteil stark, er konnte mehr absetzen. Das fraß den Splittingvorteil quasi auf. Einzeln kamen sie in dem Jahr günstiger.

Ein anderes Beispiel wäre z.B, wenn einer eine hohe Abfindung erhält, der selbst nicht in der Kirche ist, aber sein Ehegatte. Bei gemeinsamer Veranlagung wird das Einkommen ja hälftig geteilt und der andere Partner muss Kirchensteuer auf seinen Anteil nachzahlen. Auch bei sehr großen Einkommensunterschieden, könnte die Kirchensteuer ein Problem sein. Da sollte man am besten vorher mit einem Steuerberater Rücksprache halten

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Du mußt nichth groß rumraten wenn beide Partner gleichviel verdienen seid Ihr mit den Steuerklassen 4 und 4 besser aufgehoben als mit 5 und 3.

Aber man kann das ja auch einmal jährlich wechseln (oder war es einmal alle 12 monate?). Daher ist das dann auch nicht sooo tragisch.

Wenn du wissen willst ab wann sich das lohnt kannst du die Lohnsteuertabellen einfach per Internet jederzeit öffentlich einsehen. Da kannst du dir dann die Tabellen-Seite für dein Einkommen und das deiner Frau ausdrucken und ein bissel + und - rechnen.

Das war aber nicht die Frage.

@Petz1900

Dann ließ die frage nochmal richtig durch. Ich sehe bei dir jedenfalls keine Tabelle wo er sehen kann wann das Umschlägt und nichtmal einen Hinweis wie er das rausfinden kann.

@Asporc
Dann ließ die frage nochmal richtig durch

Ja, mach das mal. Und dann verrate uns, was die Frage nach dem Splittingtarif mit der Steuerklasse zu tun haben soll.

@Asporc

dafür braucht man keine Tabelle, du hast das System nicht verstanden. Die monatliche Lohnsteuer hat nichts damit zu tun.

@FordPrefect

Es ist mir doch egal ob der TS das wort Splitting richtig benutzt hat. Das was er meinte ist in seiner Beschreibung doch klar nämlich die Einteilung in die Steuerklassen die man auswählen kann.

@Petz1900

Sicher hat sie das davon redet der TS doch die ganze zeit nämlich ob sich die einteilung lohnt oder nicht. Ob das wort splitting dabei korrekt benutzt wurde juckt mich nicht. Er meinte das wo man auswählen kann inwiefern das Einkommen der Ehepartner versteuert wird. Siehe beispiel 50.000 15.000

Und das ist nunmal die Einteilung der Steuerklassen und die wirkt sich auf die Monatliche Steuer massiv aus. Nur weil die Klassen I und IV quasi identisch sind gildet das nicht auch für die Klassen V und III

@Asporc
Er meinte das wo man auswählen kann inwiefern das Einkommen der Ehepartner versteuert wird

Nein, sondern wie sich die Anwendung des Splittingtarifs auswirken kann. Und der hat nunmal mit der Steuerklasse nichts zu tun.

die wirkt sich auf die Monatliche Steuer massiv aus

Und das ist völlig egal. Entscheidend ist, was über das Jahr an Steuerlast anfällt - und das ist vom Splittingtarif abhängig.

@Asporc

Du hast immer noch nicht verstanden, dass die Lohnsteuerklassen überhaupt nichts mit Zusammen- oder Einzelveranlagung zu tun haben.

wenn beide Partner gleichviel verdienen seid Ihr mit den Steuerklassen 4 und 4 besser aufgehoben als mit 5 und 3

Das hat weder mit der Frage etwas zu tun, noch ist die Aussage werthaltig. Die Klassenwahl ist völlig egal, weil sie an der Steuerlast selbst überhaupt rein gar nichts ändert.

@FordPrefect

Sagte jemand der noch nie ein Fallbeispiel durchgerechnet hat.

@Asporc

Du hast leider von der Thematik überhaupt keine Ahnung, und genau deswegen sind deine Antworten auch völlig falsch.

Nochmals zum Mitlesen :

Die Steuerklasse hat auf die Höhe der Steuerschuld absolut keine Auswirkung. Sie regelt alleine die unterjährige monatliche Lohnsteuerhöhe, die aber dann im Rahmen der EStE ausgeglichen werden muss.

Nein.

Bei IV/IV bekommt jeder das gleiche Nettogehalt, das er vor der Eheschließung hatte.

Negativ kann es sich auswirken, wenn sich Nachwuchs ankündigt. Das Elterngeld wird nach dem Nettogehalt berechnet. In der Steuerklasse V ist das niedriger als in der IV. Deshalb drehen viele Paare vorher um (sie III, er V) oder gehen auf IV/IV zurück.

Das war aber nicht die Frage.

@Petz1900

Der FS will wissen, ob das Ehegattensplitting nachteilig sein kann. Das ist ein Punkt, bei dem man aufpassen muss, was man tut. Man kann das nämlich nur vorher ändern.

@Seeheldin

Nonsens. Das kannst du bis zum Einspruch ändern.

III/V ist sowieso ausschließlich hinsichtlich des zu erzielenden Einkommens für die Elterngeldberechnung relevant. Ansonsten ist es völliger Humbug. An der gemeinschaftlichen Steuerlast ändert die Klasse ja nichts.

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