Kann der Schwiegersohn aus der Wohnung in einem Zweifamilienhaus ohne bestehenden Mietvertrag gekündigt werden?

21 Antworten

Es besteht ein wirksamer mündlicher Mietvertrag. Es gelten automatisch die gesetzlichen Bestimmungen zum Mietrecht.

Diese besagen u. a. das einem Mieter, bis auf eine Ausnahme
, nur aus wichtigem rechtlich zulässigem Grund gekündigt werden.

Kündigungsfrist 9 Monate.

Ausnahme, Mieter und Vermieter wohnen gemeinsam in einem mit nicht mehr als 2 Wohnungen.

Dann kann dem Mieter auch ohne wichtigem Grund gekündigt werden.

BGB § 573a gibt dem Vermieter das Recht dazu.

Im Kündigungsschreiben muß sich der Vermieter aber auf diesen Paragrafen berufen. Und die Kündigungsfrist verlängert sich um 3 Monate.

auch mündliche Abreden sind Verträge .... in diesem Fall ein Mietvertrag ... es werden 400.- Euro gezahlt um da zu wohnen ... die Schwiegermutter kann den Vetrag jederzeit unter erleichterten Bedingungen kündigen

§ 573a BGB Erleichterte Kündigung des Vermieters

(1) Ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom Vermieter selbst bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen kann der Vermieter auch kündigen, ohne dass es eines berechtigten Interesses im Sinne des § 573 bedarf. Die Kündigungsfrist verlängert sich in diesem Fall um drei Monate.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Wohnraum innerhalb der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung, sofern der Wohnraum nicht nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 vom Mieterschutz ausgenommen ist.

(3) In dem Kündigungsschreiben ist anzugeben, dass die Kündigung auf die Voraussetzungen des Absatzes 1 oder 2 gestützt wird.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

--------

wenn ich richtig gerechnet habe, kommt aber auf eine Kündigungsfriost von 12 Monaten (9 Monate plus 3 Monate)

außer es bestünde ein Gründ für eine fristlose Kündigung - siehe auch § 543 BGB (dürfte hier aber eher nicht vorliegen)

------

Wäsche waschen, kochen und sonstiges sollte die alte Dame aber sofort einstellen ...

Ach ja, das ist eine schwierige Angelegenheit.

Die Vermieterin sollte als erstes das Waschen und Kochen für den Schwiegersohn ihrer verstorbenen Tochter einstellen.

Als zweites sollte sie sich mal einen Anwalt für Mietrecht nehmen und schauen, was sie in Bezug auf eine Kündigung machen kann. Es besteht natürlich ein Mietvertrag - eben ein mündlicher. Ein Anwalt kann sie auch beraten, ob die Höhe der Pauschalmiete noch angemessen ist - auch die kann man erhöhen, wenn die Nebenkosten die Vermieterin "auffressen".

Als drittes sollte sie schauen, dass er keinen Schlüssel mehr zu ihrer Wohnung hat.

Auch ohne (schriftlichen) Mietvertrag besteht ein konkludentes Mietverhälltnis, das nur bei "berechtigtem Interesse" des Vermieters nach Maßgaben des § 573 II Nr. 1  BGB (Vertragspflichtverletzung) oder § 573 II Nr. 2 BGB (Eigenbedarf) mit einer Frist von 9 Monaten ordentlich gekündigt werden dürfte, § 573c I 2 BGB.

Inwieweit sein ihr "auf dem Kopf herumtanzen" Gründe einer Mietvertragspflichtverletzung und damit qualifizierte Abmahnung ergäben, die im Widerholungsfall zu eine fristlosen Kündigung berechtigen oder die 84-jährige zu dieser Willenserklärung in der Lage wäre, können wir nicht beurteilen :-(

Es ist jedenfalls nicht justitiabel, wenn Ehepartner ihre Schwiegermütter "tyrannisieren" - und umgekehrt :-)

Oder unzulässig, (in eine Pflegeeinrichtung) umzuziehen, um sich dem nicht freiwillig auszusetzen.

G imager761

Der Fallschilderung nach unklar ist, ob es sich bei "lebt in einem 2 Familienhaus über ihrer Mutter" um "eine Wohnung in einem vom Vermieter selbst bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen" handelt.

In dem Fall wäre eine ordentliche Kündigung ohne Angabe von Gründen oder eines berechtigten Interesses mit einer Frist von 6 Monaten zu erklären, wenn man darin ausdrücklich Bezug auf den hier anwendbaren § 573a I BGB nähme.

G imager761

Ein mündlicher Mietvertrag ist zeitlich nicht befristet.So traurig sich das in diesem Falle auch darstellt. Da er aber keine Miete zahlt... ich bin überzeugt davon, dass Du hier etliche, ganz sicher n i c h t  gleichlautende, Ratschläge, bekommen wirst.  Ihr solltet unbedingt einen Rechtsanwalt konsultieren,der Euch berät.

Dein Beitrag ist voll daneben.

@Gerhart

Du bist ja ein ganz freundlicher Zeitgenosse.:-(((

@Gerhart

zu Deiner Kenntnisname, Experte Gerhard, was ich geschrieben habe, hatte ich vor 32 Jahren selbst erlebt. Bei m e i n e r ! Person!!

@rehlein48

Dennoch nicht richtig, was Du schreibst. Er zahlt Miete. Das ist doch leicht nachzulesen. Damit existiert ein mündlicher Mietvertrag nach genau vorgegebenen gesetzlichen Regelungen für die Kündigung.

Die Vermieterin hat sogar ein besonderes Kündigungsrecht, da sie selbst in dem Haus wohnt nur eine weitere Wohnung existiert.

@bwhoch2

Kurze Schilderung.: Wir bewohnten damals in dem alten Haus, in welchem die Besitzer, junge Leute, oben wohnten, im EG 3 Zimmer. Das eine war vollkommen renovierungsbedürftig, bevor es überhaupt bewohnbar gemacht werden konnte. Es war vorher wie ein Abstellraum gewesen. Nach Entrümpelung und Renovierung, welches a l l es wiir gemacht hatten, waren die scharf auf dieses nun schöne Zimmer. Wollten es zurückhaben. Wir weigerten uns. Daraufhin kündigten sie uns mit angeblichem Eigenbedarf. Und im Übrigen hätten wir ja keinen schriftlichen Mietvertrag.In 3 Monaten müssten wir draußen sein.. Ha ha. Wir sind natürlich zum Mieterverein gegangen. So, die Leute bekamen gesagt, dass sehr wohl ein Mietvertag bestünde. Nämlich ein mündlicher. Und der sei zeitlich nicht befristet.Die haben uns dann eine Abstands-Summe gezahlt, damit wir auszogen.Sie waren inzwischen nämlich zu dem Entschluss gekommen, gar nicht mehr zu vermieten. Ja, und selbstverständlich haben wir Miete gezahlt. Das ist leicht nachzuvollziehen. So, Leute, das war´s. Gruß rehlein

@rehlein48

Revidieren muss ich in Eurem Falle, dass ich mich verlesen hatte. Es heißt, er zahlt kleine Miete.. und ich hatte gelesen, er zahlt keine! Miete.

Was möchtest Du wissen?