Ist man als Verkäufer im Einzelhandel verpflichtet Differenzen der Kasse auszugleichen?

5 Antworten

Der Verkäufer muss nicht für die Differenz aufkommen, dafür gibt es eine Versicherung. Es darf aber auch keine elend hohe Differenz vorkommen, da gibt es dann Untersuchungen durch die Geschäftsführung, und öfter sollte das nicht vorkommen, weil das Konsequenzen nach sich zieht (Kündigung z.B.).

wie lautet die Versicherung deiner Meinung nach?

@fraggle16

Keine Ahnung, hat mir nur mal ein Geschäftsmann gesagt. Da ich noch nie im Verkauf tätig war, habe ich nicht nachgefragt.

ich hatte bis auf einmal immer Chefs, die dadrauf verzichtet haben, das ich, wenn mal etwas Geld in der Kasse fehlte, es reinlegen musste. Mir ist es zum Glück erst einmal passiert, dass 10 € fehlten, die habe ich reingelegt, weil ich das so wollte. Finde es auch als Selbstschutz gut, dass hat man dann immer im Kopf und passt noch besser auf. Ich habe das dann als "Lehrgeld" abgehakt, dass bleibt hängen :-)

Wenn es dann mal Centbeträge waren, die sind dann vom Chef geduldet worden. Man wächst ja auch mit seinen Aufgaben, jetzt habe ich 2 verschiedene Kassen zum Feierabend abzurechnen, in den 5 Jahren, die ich da arbeite, hat nur einmal ein kleiner Betrag gefehlt, den ich nicht ersetzen musste.

Es gibt leider auch Kunden, die Stresssituationen ausnutzen und schon hat man einen Minusbetrag aber auch Kunden, die lieb sind und sich melden, wenn man sich im Wechselgeld ausversehen vertan hat.
Heute zeigen die Kassen ja das Wechselgeld an, man muss es nur richtig rauszählen....auch hier kann man sich vertun. Ich persönlich zähle es am liebsten "zu Fuss" raus, so wie ich es früher mal gelernt habe und vor allem zähle ich das dem Kunden vor, dient auch zur Selbstkontrolle und Kunde kann später nicht reklamieren.

Alles Tricks, die sich schon bewahrheitet haben.

Toi, Toi, Toi

Ich finde es immer wieder komisch das Verkäufer/innen negative Differenzen aus eigener Tasche zahlen sollen. Positive aber nicht behalten können. Wo ist da die Gerechtigkeit? Verkäufer/innen wo oft Differenzen auftreten haben nach meiner Meinung an einer Kasse nichts verloren, im Interesse von Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kunden.

Nach langjähriger Erfahrung im Einzelhandel verrate ich Dir: Positive Kassendifferenzen haben ihren Ursprung nicht in geheimnisvoller Geldvermehrung, sondern in Fehlbuchungen, d.h. real ist eigentlich nicht zuviel in der Kasse.

@dock69

Es redet ja keiner von "Kundenbetrug" .. eher vom Trinkgeld .. so habe ick den Text jetzt mal verstanden .. Wenn ein Kunde 19,98 zahlen soll und 20€ gibt und das Restgeld nicht will . dann MUSS es an die Firma abgeleitet werden ... das wird er bestimmt meinen ... ;)

@dock69

Natürlich hast Du Recht! Ich hab das mit dem positiven Differenzen auch mit einem kleinen Augenzwinkern gemeint. @urian Trinkgelder haben in einer Registrierkasse nichts verloren. Wie damit umgegangen wird ist wieder ganz unterschiedlich.

Also, wenn der Arbeitnehmer dafür verantwortlich gemacht werden soll, muss der Arbeitgeber gewährleisten, dass einzig und allein der eine, beschuldigte Kassierer Zugang zu der Kasse hatte. Das Geld in der Kasse gehört nämlich lt. zig Urteilen unterschiedlichster Arbeitsgerichte zu den dem Arbeitnehmer überlassenen Sachen zur Leistung seiner Arbeit. Er ist also Besitzdiener, nicht Besitzer der Sache (des Geldes in der Kasse) und damit zur vollständigen Herausgabe verpflichtet. Er haftet also tatsächlich als Arbeitnehmer für die Richtigkeit der Kasse und muss Differenzen aus der eigenen Tasche bezahlen. Dies gilt allerdings nur, wenn der Arbeitgeber dafür sorgt, dass wirklich NUR dieser Arbeitnehmer Zugang zur Kasse hat und niemand sonst. (Schlüssel, Codes, Austausch der Geldkassette, wenn der Kassierer getauscht wird, so dass jeder Kassierer Besitzdiener einer für ihn bestimmten Kassette ist, etc.)

Eine Versicherung tritt für derartige Fehlbeträge nicht ein. Für einen Fehlbetrag haftet ein Verkäufer oder ein Kassierer nur bei nachgewiesenem Verschulden, wobei die Haftungsabstufung greift, die Rolfe schon geschildert hat. Schon wenn mehr als eine Person Zugang zur Kasse hat, ist das Verschulden des Einzelnen nicht mehr nachzuweisen, es könnte ja der andere falsch kassiert haben. Es kann aber auch eine verschuldensunabhängige Mankohaftung vereinbart werden. Diese Vereinbarung ist nur wirksam, wenn der Arbeitnehmer für diese Haftungsübernahme eine zusätzliche Vergütung erhält (Mankogeld). Und auch dann darf die Haftung nicht über das hinausgehen, was der Arbeitnehmer als Mankogeld erhält. zB Mankogeld monatlich EUR 50, dann haftet der Arbeitnehmer nur auf Ersatz von EUR 50 monatlich, auch wenn 100 in der Kasse fehlen. Nicht ganz einfach zu verstehen, aber eine der Grundsatzentscheidungen des Bundesarbeitsgerichtes ist hier: http://www.aus-portal.de/rechtsprechung/entscheidungen/ctg1079949394814/printversion.pdf

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