Hilfe - Vermieterin lässt uns nicht einziehen trotz unterschriebenem Mietvertrag!

8 Antworten

Die Vermieterin hat bei dem Treffen gesagt, die Wohnungsübergabe könne nicht stattfinden, da wir nicht wie von ihr NACHTRÄGLICH und per E-Mail gefordert eine Bürgschaft mit uneingeschränkter Haftung unserer Eltern mit zur Übergabe gebracht haben

Was steht im Mietvertrag zum Mietbeginn und zu den Sicherheiten (Kaution etc.)?

Den mitgebrachten Verrechnungsscheck über die erste Miete könne sie auch nicht annehmen, das Konto sei ja möglicherweise gar nicht gedeckt und die zweite Hälfte der Kaution haben wir ja auch noch nicht bezahlt.

Die Kaution darf über die ersten 3 Monate verteilt gezahlt werden. Auch kann die Zahlung der Kaution davon abhängig gemacht werden, dass der Vermieter ein insolvenzgeschütztes Kautionskonto nennt, auf welches die Kaution zu zahlen ist.

Warum aber zahlt ihr die Miete per Scheck? Ist zwar nicht verboten aber auch nicht die zwingend sinnvollste Methode.

Auch ein ordentliches Kündigungsrecht steht dem Vermieter nicht zu (Eigenbedarf wäre außen vor, greift hier aber nicht).


Wie sollen wir jetzt vorgehen?

Schriftlich und beweisbar zur Herausgabe des Schlüssels auffordern (7 Tage Frist), ansonsten im Eilverfahren auf Herausgabe klagen. Bitte dafür anwaltliche Hilfe aufsuchen.

Da solltet ihr schnellstens einen Anwalt in Anspruch nehmen. Wieso solltet ihr denn mitten ím Monat den Mietvertrag beginnen? Das ist schon äußerst ungewöhnlich.

Wenn der Vertrag unterschrieben ist, und nicht VORHER die zusätzliche Bürgschaft verlangt wurde, kann sie jetzt nicht damit nachgekleckert kommen.

SIE hat sich dann schadensersatzpflichtig gemacht. Dass ihr jetzt nicht mehr dort wohnen wollt, ist unter diesen Umständen verständlich.

Eine Mietkaution kann ohne weiteres in drei gleichen Monatsraten gezahlt werden. Das ist üblich.

Da hilft nur der Gang zum Anwalt :-( Ihr seid meiner Meinung nach im Recht, da ihr einen gültigen Vertrag habt. Für die Zahlung der Kaution habt ihr 3 Monate Zeit, sie kann sie nicht auf einmal verlangen. Auch denke ich, dass ihr Schadenersatzansprüche an sie haben werdet, daher lasst euch schnell einen Termin beim Mieterschutz o.-ä. geben. Viel Erfolg!

Den mitgebrachten Verrechnungsscheck über die erste Miete könne sie auch nicht annehmen, das Konto sei ja möglicherweise gar nicht gedeckt und die zweite Hälfte der Kaution haben wir ja auch noch nicht bezahlt.

Kaution darf in drei Raten gezahlt werden, auch wenn im Mietvertrag etwas anderes steht.

§ 551 Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten .

(1) Hat der Mieter dem Vermieter für die Erfüllung seiner Pflichten Sicherheit zu leisten, so darf diese vorbehaltlich des Absatzes 3 Satz 4 höchstens das Dreifache der auf einen Monat entfallenden Miete ohne die als Pauschale oder als Vorauszahlung ausgewiesenen Betriebskosten betragen.

(2) Ist als Sicherheit eine Geldsumme bereitzustellen, so ist der Mieter zu drei gleichen monatlichen Teilzahlungen berechtigt. Die erste Teilzahlung ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig. Die weiteren Teilzahlungen werden zusammen mit den unmittelbar folgenden Mietzahlungen fällig.

(3) Der Vermieter hat eine ihm als Sicherheit überlassene Geldsumme bei einem Kreditinstitut zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz anzulegen. Die Vertragsparteien können eine andere Anlageform vereinbaren. In beiden Fällen muss die Anlage vom Vermögen des Vermieters getrennt erfolgen und stehen die Erträge dem Mieter zu. Sie erhöhen die Sicherheit. Bei Wohnraum in einem Studenten- oder Jugendwohnheim besteht für den Vermieter keine Pflicht, die Sicherheitsleistung zu verzinsen.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Dies seien ausreichende Gründe für sie, dass die Wohnungsübergabe nicht stattfinden könne. Sie würde uns die bereits bezahlte Kaution zurücküberweisen und versuchen "den Schaden gering zu halten".

§ 535

Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags .

(1) Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren. Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten. Er hat die auf der Mietsache ruhenden Lasten zu tragen.

(2) Der Mieter ist verpflichtet, dem Vermieter die vereinbarte Miete zu entrichten.

Damit will sie uns jetzt womöglich auch noch den Mietentfall, der ihr "durch uns" entstanden ist bei uns geltend machen. Wir stehen jetzt ohne Wohnung da, eigtl wollten wir ja heute einziehen. Zusätzlich fürchte ich um die bereits bezahlte Kaution Wie sollen wir jetzt vorgehen?

Da wird die Vermieterin nicht mit durchkommen, aber ohne Anwalt oder Mieterbund ist da wohl keine Einigung in Sicht..

Schließlich kann sie nicht einfach von einem geschlossenen Mietvertrag zurücktreten...sie kann ihn ja nur kündigen. Aber dazu braucht sie doch triftige Gründe.

Richtig.

Und die nachträglich geforderte Bürgschaft sowie die noch nicht vollständig sondern nur zur Hälfte bezahlte Kaution sind meiner Meinung nach dafür nicht ausreichend.

Stimmt ebenfalls.

Da die Kaution in drei Raten überwiesen werden darf und bereits die Hälfte vor Einzug gezahlt wurde, fällt dieses "Argument" der Vermieterin schon mal flach. Die 1. Miete sollte mit Verrechnungsscheck gezahlt werden, zwar unüblich aber durchaus möglich. Allein die Vermutung, das Konto könnte nicht gedeckt sein, rechtfertigt ebenfalls nicht die Verweigerung zur Wohnungsübergabe. Bleibt also die Bürgschaft. Wobei noch fraglich ist, warum eine Bürgschaft eurer Eltern vorliegen muss, wenn ihr doch Kaution zahlt. Ob es rechtlich überhaupt ok ist, Kaution zu zahlen und Bürgschaft zu bringen, entzieht sich leider meiner Kenntnis. (Andere User wissen da bestimmt mehr!)

Ich würde jetzt einen Anwalt für Mietrecht aufsuchen und ihm die Situation schildern. Schadensersatz für die Vermieterin gibts ganz sicher nicht, denn den Mietausfall den sie nun hat, hat sie m. E. selbst verschuldet. Allerdings dürfte sie sich euch gegenüber schadensersatzpflichtig gemacht haben, wenn sie euch die Wohnung nicht übergibt. Ihr seid im Besitz eines gültigen Mietvertrages, den nicht nur ihr, sondern auch der Vermieter zu erfüllen hat.

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