Haben Kombikredite (Darlehen gekoppelt mit Bausparvertrag) ein Zuteilungsrisiko und wie hoch ist es?

3 Antworten

Hallo Hans,

Du hast Recht, ein Zuteilungstermin wird Dir nicht im Vertrag garantiert, sondern nur ein wahrscheinlicher Zuteilungstermin, der auf Basis einer hochkomplexen Berechnungsmethode ermittelt wird. Grundsätzlich kann man den avisierten Termin vertrauen, wenn Du entsprechend der Vertragsinhalte Deine Zahlungen pünktlich leistest.

Generell möchte ich Dir den Rat geben, die Zinsen von Kombikrediten nicht mit denen von Annuitätendarlehen zu vergleichen, sondern Dir von einem unabhängigen Berater Unterstützung einzuholen. Wichtig ist es hier, die Gesamtkosten der jeweiligen Finanzierungsoptionen zu vergleichen.

Ich hoffe, ich konnte Dir hiermit weiterhelfen.

Viele Grüße,

Dennis Kastrati, Interhyp AG

Hallo Herr Kastrati,

wie kann man ALLE Gesamtkosten einer Finanzierungsoption in Erfahrung bringen? Gibt es ein Schriftstück auf dem diese Gesamtkosten definitiv erfasst sind? Den Vertragstext dazu empfinde ich als ziemlich nebulös. Zwar existiert dann immer ein Beraterprotokoll, aber letztendlich gilt für mich dann wohl der unterschriebene Vertrag. Bei einem Annuitätendarlehen ist das ja kein Problem. Wie sieht es aber bei einem Kombikredit aus? v.a. wenn der Zuteilungstermin nicht fix ist - oder trägt in diesem Fall tatsächlich die Bank das Zuteilungsrisiko?

Viele Grüße Katja

@Katja1971

Hallo Katja,

rein rechtlich gesehen müssen in einem Vertragsangebot alle Kosten ausgewiesen sein.

Leider werden die Kosten meist nicht für den Verbraucher zusammengefasst, sondern sie müssen auf verschiedenen Seiten selbst gefunden und zusammengerechnet werden…. Aus meiner Sicht kannst Du hier von Deinem Berater erwarten, dass Er diese mit Dir gemeinsam hochrechnet. Alternativ hilft Dir dabei ein unabhängiger Berater sicherlich gerne weiter.

Grundsätzlich möchte ich dir den Tipp geben, Kombikredite und Annuitätendarlehen NUR durch die Gesamtkosten zu vergleichen. Ein Vergleich von Effektiven Zinsen ist hier absolut falsch.

Da in den Verträgen meist von „möglichen“ und nicht garantierten Zuteilungsterminen zu lesen ist, trägt die Bank auch kein Risiko.

Ich hoffe ich konnte Dir hiermit weiterhelfen.

Viele Grüße

Dennis Kastrati, Interhyp AG

Hallo Hanspeter2014. Für dieses Finanzierungskonstukt gibt es kein Zuteilungsrisiko für den Bausparvertrag, da die Höhe der Ansparleistung immer so berechnet wurde, daß mit Ablauf der Zinsvbindung des Vorkredites der Bausparvertrag zugeteilt werden kann und somit erfolgt die reguläre Tiltung des Bauspardarlehens (nachdem mit der Bausprsumme der Vorkredit abgelöst wurde). Nur als Hinweis: Juristisch wird während der Ansparphase des Bausparvertrages das Vorausdarlehen nicht getilgt, rechnerisch jedoch schon, denn mit jeder Sparrate auf den Bausparvertrag verringert sich das Vorausdarlehen. Da es sich hierbei rechtlich gesehen um zwei verschiedene Verträge handelt, kann man diese Verträge während der Ansparphase jedoch nicht gegeneinander aufrechnen. Diese Aufrechnung ist erst im Risikofall möglich (vermuteter Ausfall, Erbfolge o.ä.).

Hallo Hanspeter2014,

es gibt in diesem Fall zwei Arten der Zinsfestschreibung - einmal ganz normal auf "xx Jahre" und dann noch "Fest bis Zuteilung".

Bei letzterem trägt die Bausparkasse das Risiko der verzögerten Zuteilung, allerdings sind dann i. d. R. Zuzahlungen (um schneller zuteilen zu können) ausgeschlossen.

Die erste Variante wählt man vor allem dann, wenn Zuzahlungen sehr wahrscheinlich sind. Wenn durch die Zuzahlungen aber der Zuteilungszeitpunkt vor das Ende der Zinsfestschreibung wandert, muss man bei unterzehnjährigen Zinsfestschreibungen trotzdem die ganze Zeit abwarten. Bei überzehnjährigen Zinsfestschreibungen ist das in der Regel kein Problem, da man als Endverbraucher nach Ablauf der ersten zehn Jahre das Darlehen kündigen (und mit dem zuteilungsreifen Bausparvertrag ablösen) kann.

Grüße, Hyfi01

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