Grundbuch vor Kaufvertrag? Was ist gewichtiger?

5 Antworten

Sofern der Keller nicht nur in der Teilungserklärung, sondern was eher ungewöhnlich erscheint, sogar im Grundbuch als Ihr Eigentum klar nachvollziehbar eingetragen ist, dann kann außer Ihnen niemand eine Veränderung der Situation verlangen.

Wenn der Keller eurer Wohnung zugehörig im Grundbuch eingetragen ist, dann hat Y überhaupt nichts zu melden. Zumindest bei euch nicht. Was mich dann aber wundert, wie konnte er einen notariellen Kaufvertrag bekommen, wenn der Keller gar nicht verkaufbar war? Der Notar hätte sich ja einen Grundbuchauszug holen müssen vor der Unterschrift. Von daher hat Y vermutlich Ansprüchen gegenüber dem Notar. Bist du denn sicher, dass der Keller auf euren Namen im Grundbuch steht?

Ja ziemlich sicher, denn Y konnte nicht verkaufen da das Grundbuchamt zurückgemeldet hat dass Keller XY auf X eingetragen ist. Und somit Y ihn nicht verkaufen kann. So kam dann auch das ganze ins rollen...

Spannende Frage, die ein RA beantworten soll. Grundsätzlich gilt, dass das Grundbuch Vorrang hat. Dabei gehört die Zeichnung mit der Benennung der Räume maßgeblich zur Teilungserklärung und gilt als verbindlich. Dummerweise widersprechen sich aber wohl die Angaben im Textteil und in der Zeichnung. Hier gilt es zunächst einmal aufzuklären was eigentlich passiert ist. Also wurde im Textteil ein Fehler gemacht oder in der Grafik. Es ist ja auch möglich, dass ursprünglich nur 2 Räume bestanden, jedoch ein Raum nachträglich geteilt wurde und damit trotzdem Eigentum von Wohnung X wurde. Dann geht es um die Haftung. Möglicherweise liegt ein Notarfehler vor. Hier gilt es Verjährungsfristen zu prüfen. Der ganze Rechtsstreit macht aber nur Sinn, wenn Du den Raum tatsächlich auch als Dein Eigentum betrachtest. Wenn Du ihn nie als solchen gesehen hast, dann würde ich niemals einen Rechtsstreit führen, nur weil Dir die Nase des Nachbarn nicht passt. Im Gegenteil: Ich würde ihm einen Vergleich anbieten, aus dem Dir eine angemessene Summe zufliesst.

Meines Wissens nach sind die Eintragungen im Grundbuch ausschlaggebend. Denn es ist ja an sich Sache des Notars, die im Kaufvertrag gemachten Angaben für einen Eintrag ins Grundbuch umzusetzen. Es sollte eigentlich sein Fehler (gewesen) sein. Dennoch bleibt für mich der Eintrag ins Grundbuch ausschlaggebend.

I.a.R. wird das im Kaufvertrag festgehalten was im Grundbuch auch eingetragen ist...

Bei einem Rechtsstreit kommt es nun darauf an, was ursprünglich vereinbart werden sollte - mal unabhängig was das Grundbuch dazu sagt. Kommt man zu dem Schluss, dass mit dem 3. Kellerraum ein Irrtum vorliegt aus welchem Grund auch immer, dann habt ihr als Käufer einen Anspruch darauf, den " Wert " des 3. Kellers ersetzt zu bekommen. Im Zuge eines Vergleichs kann man sich dann gegen Summe X darauf einigen, dass der 3. Keller aus der Grundbucheintragung heraus genommen wird - rechtlich Zwingen ohne Ausgleich, dazu sehe ich keinen Anhaltspunkt, darüber hätte sich der Verkäufer seinerzeit drüber informieren müssen, was man normal auch tut.

Was möchtest Du wissen?