Gewinnermittlung nach § 4 (3) EStG - Umsatzsteuer

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Das, was du im Seminar gelernt hast, ist erstmal richtig. Bei EÜR ist die einbehaltene USt eine Betriebseinnahme, die gezahlte Vorsteuer eine Betriebsausgabe. Ebenso sind Erstattungen des FA Einnahmen, Zahlungen an das FA Ausgaben.

Dass in den Kanzleien auf 1780 gebucht wird und trotzdem richtig gerechnet wird, hängt mit der Schlüsselung der Konten zusammen. Wird der Mandant als EÜR-Rechner deklariert, werden Buchungen auf 1780 als erfolgswirksam berücksichtigt.

Vorsicht: 8955 heißt Umsatzsteuervergütung. Das ist nicht identisch mit einer USt-Erstattung durch das FA nach Abgabe der USt-VA. 8955 bebucht man, wenn man eine tatsächliche Rückerstattung von nicht fälliger USt erhält - also z.B. im Rahmen des Vergütungsverfahrens bei Lieferungen aus Nicht-EU Ländern.
Alle inländischen USt-Erstattungen aus dem Überschuss der USt-VA gehen über 1780. 8955 wäre hier schon deswegen falsch, weil es sich bei der Erstattung der USt nicht um einen Erlös handelt (8xxx-er Gruppe im SKR03), wohl aber steuerrechtlich um eine Einnahme.

Das Konto 8955 Umsatzsteuervergütung betrifft einen Sonderfall, der in der Praxis kaum vorkommt. Die gezahlte Vorsteuer uns empfangene Liederungen und Leistungen wird auf "Vorsteuer" gebucht. Das erfolgt bei DATEV und auch anderen Buchungsprogrammen über die Automatikkonten. Das Gleiche gilt für die Ausgangssteuer aus eigenen Lieferungen und Leistungen über Automatikkonten. Die Umsatzsteuervoranmeldungen werden über 1780 gebucht, allein schon deshalb, um hinterher bei der Jahreserklärung eine bessere Abstimmmöglichkeit zu haben. Und ein Hinweis aus der Praxis: Wenn Du in den Stammdaten für den Mandanten "Gewinnermittlung nach § 4 (3) EstG schlüsselst, werden vereinnahmte Umsatzsteuer, verausgabte vorsteuer und Umsatzsteuervoranmeldungen zu Ertrags- oder Aufwandskonten. Bestandskonten sind sie nur bei der Schlüsselsung "Gewinnermittlung nach §§ 4 (1) oder 5.

die umsatzsteuer wird mit der mwst ja vverrechnet .also du musst ja mehr umsatzsteuer haben sonst hättest du ja kein gewinn

Was hilft das bei der Frage?

Blödsinn! Hotel mit nur Übernachtungen hat eingentlich fast nur 7%ige Umsatzerlöse; zahlt logischweise bei den Eingangsleistungen mehr Vorsteuern zum allgemeinen Steuersatz = meistens Vorsteuerüberhänge!

Oder: Bauleistender hat nur Rechnungen mit Nettobetrag, weil Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet; hat aber Eingangsleistungen und immer Vorsteuerüberhänge!

D.h. es gibt keinen Zusammenhang zwischen Umsatzsteuerzahllast und Gewinn!

Mit 1780 wird das richtige Kto. bebucht, denn Umsatzsteuer hat nichts mit Gewinn zu tun, Zumal ja Vorsteuerverrechnung erfolgt und dieses Konto mit MwSt.-Abführung ausgeglichen sein muss.

In der Frage geht es um eine Gewinnermittlung nach § 4 (3) ESrG. Das ist eine Gegenüberstellung der Betriebeinnahmen und Betriebsausgaben. Dabei gehören natürlich die vereinnahmte Umsatzsteuer, die verausgabte Vorsteuer und die Umsatzsteuervoranmeldungen zu den Betriebseinnahmen und Betriebsausgabebn.

@Helmuthk

Umsatzsteuer ist ein Durchlaufposten und hat mit Gewinn nichts zu tun, oder ich habe seinerzeit für meine Kunden, von denselben selbst unterschreiben und von den zuständigen FA´s anerkannt, falsche Jahresabschlüsse erstellt.

@jockl

Wenn Du "Jahresabschlüsse" schreibst, meinst Du wohl Bilanz und G+V- Rechnung. Da wird die Umsatzsteuer immer neutral behandelt. Hast Du auch mal eine Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG erstellt? Wenn Du dabei auch die Umsatzsteuer usw. neutral behandelt hast, war das falsch. Denn bei der Ermittlung des Überschusses durch Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben ist die Umsatzsteuer immer Aufwand oder Ertrag. Es gibt hier nur eine Ausnahme vom Prinzip der Vereinnahmung und Verausgabung, und das sind die Anlagekonten, bei denen der Aufwand bei allen Gewinnermittlungsarten nur über die AfA erfolgen darf.

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