Erfahrung zwecks Mietkauf über Genotec eG od. ähnlichen?

22 Antworten

Hallo gutefrage.net Leser,

um die Frage des von Zilli mal konkret zu beantworten und eine Meinung und keine Spekulation abzugeben:

Ja, es gibt hier Menschen die mit der Genotec ein Haus realisiert und entsprechende Erfahrungen haben. Zum Beispiel mich und meine Familie.

Ich habe mein Haus mit der Genotec gebaut und ich bin zufrieden. Wir wohnen nun seit einem Jahr in unserem Genotec-Haus das wir nach unseren Wünschen gestaltet haben und genießen unsere Unabhängigkeit und die tolle Umgebung in der unsere Kinder aufwachsen können.

Da ich als Selbständiger die Entwicklungen der kommenden Jahre leider nicht vorhersehen kann, waren die Möglichkeit bei Bedarf auszuziehen und sein eingebrachtes Eigenkapital zurück zu bekommen, die entscheidenden Argumente. Wenn ich mir anschaue, wie viele Zwangsversteigerungen es in Deutschland gibt, bin ich der festen Überzeugung, dass es nicht nur Selbständige gibt, die in eine Schieflage geraten können, und diese Menschen sicherlich froh wären, wenn Sie einfach ausziehen könnten, OHNE auf 30-50% der Restschulden sitzen zu bleiben.

Sicherlich kann eine Finanzierung über die Bank (welche ich im Übrigen auch bekommen hätte) für einige Menschen günstiger sein, zumindest zum heutigen Stand , aber die Sicherheit nicht überschuldet zu sein, wenn es hart auf hart kommt, wären mir die einigen, wenigen Euros im Monat Wert gewesen - ebenso wie manche Versicherung. Allerdings wäre es bei uns rechnerisch tatsächlich eh nicht günstiger gewesen, wenn ich eine vergleichbare Zinsbindung angestrebt hätte. Und wenn Sie sich die langen Zinsbindungen der Banken anschauen, werden Sie feststellen, dass 4,5% Mietzins, für 25 Jahre, durchaus marktgerecht sind.

Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gerne an mich wenden.

Herzliche Grüße Sewol

P.S. Ich habe meinen echten Namen hier verborgen, da Suchmaschinen ziemlich gnadenlos sind, und nicht alle Geschäftsparten mein Privatleben kennen müssen ;-) ...aber Sie können mir hier gerne schreiben

Ich halte die Werbung für sehr gefährlich.

Branchenkenner warnen auch vor so einem Modell der Eigenheimfinanzierung.

http://www.stiftung-warentest.de/online/bauen_finanzieren/meldung/1335304/1335304.html

Wer sich das wirklich durchrechnet der wird sehen, dass es in keinem Fall besser ist als ein Bankendarlehen. Denn in dem rein berechneten Mietzins ist nur die Miete drin und noch keine Finanzierung. Und wenn man nach 25 Jahren das Objekt nicht kaufen kann droht einem sogar ganz legal der Rausschmiss!

Hallo zusammen, möchte Euch mal meine Erlebnisse mit Genotec eG bis zum heutigen Tag schildern: Unter dem Aspekt Eigentumerwerb mit maximaler Flexibilität verbunden mit günstigem Zins bin ich März letzten Jahres der Genotec beigetreten. Wie auf der damaligen Homepage angegeben, ging ich(und gehe auch heute) von einem Mietzins von 4,5% plus 1,1% Tilgung aus. So wurde auch der Antrag bei der Genotec-Vermittlerin in Bochum von mir unterschrieben. Man machte mir schmackhaft, um mind. 12 Monate Wartezeit zu vermeiden, frei gewordenen Genossenschaftsanteile von ehem. Mitgliedern zu erwerben. So unterzeichnete ich Aufnahme- und Übernahmeantrag sowie die Zusatzerklärung, in dem der Zinssatz zu wählen war. Alles geschah unter den Augen eines weiteren Vermittlers aus Düsseldorf, dessen Name mir von der damaligen Genotec-Homepage geläufig war. An dieser Stelle sei erwähnt, daß ich meine damaligen favorisierte Kaufsumme etwa zum 1.September 2008 erreicht hätte. Das die Schwaben ihre Zeit brauchen, um die Unterlagen von Erwerber und Verkäufer zu prüfen, war mir so nicht bewußt. So brauchte es 3 Monate, bis feststand, daß die erste ETW, die ich favorisierte, nicht angekauft wird. Nach weiteren 3 Monaten stand ich mit der nächsten ETW kurz vor einer möglichen Beurkundung. Bis ich einen Mietkauf- heute Optionskauf-Entwurf bekam, in dem Genotec von sage und schreibe 5 % Mietzins ausging! Auf mein Reaktion, daß unter diesem Umstand kein Notartermin mit mir stattfinden wird, wurde mir immer wieder mitgeteilt, daß die ehem. Mitglieder seinerzeit für 5 % beigetreten sind, und durch Übernahme der Anteile durch mich würde auch der damalige Zins für mich gelten!!!

Jeder normale Mensch geht davon aus, daß zu dem Kurs, zu dem er eine Ware/Produkt oder Dienstleistung kauft, diese/s auch bekommt, oder?

So blieb mir der Weg zum Rechtsanwalt, da es weder von Vermittlerseite irgendein Bemühen für mich gab, noch von Genotec irgendein Einlenken, toll, was? Nach einem weiteren guten halben Jahr des Wartens auf positive Nachrichten von meinen Anwalt erhoben wir im Juni Klage auf Feststellung der mit mir vereinbarten Konditionen. Bis dahin schaffte es Genotec sage und schreibe seinem Mitglied einen 3-Zeiler zu schreiben, indem man bzw. frau schrieb, wenn ich von dem gewünschten (!) 4,5% Zins Gebrauch machen möchte, sei meine Wartezeit für das zuletzt favorisierte Objekt noch nicht erreicht! Den Kommentar dazu überlasse ich Euch...

Aber es kam noch besser: Auf unsere Klage auf Feststellung antwortet die Gegenseite u.a., daß die Vermittlerin für Sie nicht gearbeitet habe!!! Echt schön, mit solchen Partnern in einem Boot zu sitzen: die Genossenschaft bzw. deren maßgebliche Mitarbeiterin kümmert sich ebenso wie die Vermittlerin einen Sch... um die Rechte des Mitgliedes.

Naja - halte Euch über die Klärung dieser Sache gerne auf dem Laufenden.

Konrad Drilling

Hallo ich greife das Thema mal wieder auf da ich mir das Prinzip von Geno gerade angesehen habe. Zum einen möchte ich fragen ob jemand neuere Informationen zu dem Thema hat und zum anderen ob meine Rechnung soweit richtig ist zu den Kosten von Geno bzw im Vergleich eines Bankendarlehens.

Desweiteren stellt sich mir die Frage wie das Prinzip der teilweisen Erwerbung der Genossenschaftsanteile funktioniert das habe ich leider bisher Online nicht finden können, muss ich die Anteile vor dem Kauf komplett in Raten zusammensparen oder parallel zur „Miete“ bezahlen wenn ja wie hoch würde die mtl. Rate ausfallen?

Die Annahmen lauten Kaufpreis 200000€, komplett Notar, Nebenkosten usw. mit drin, daraus folgt eine benötigte Genossenschaftliche Anteilnahme von 35000€ diese 35000€ werde ich auch als Anzahlung für das Bankendarlehen nehmen.

Beträge werden vorzugsweise gerundet meist auf den größeren vollen Euro.

Bei Geno entsteht so eine mtl. Rate von: 5% Mietzins = 833€ 1,1% Ansparung= 183€

Gesamt = 1016€mtl. An die Geno nach 25 Jahren steht der Restbetrag der noch zu zahlen ist bei 83176€

Um diesen Restbetrag in 25 Jahren anzusparen muss man bei einem Anlagenzins von 2,0% (keine Ahnung wie realistisch das ist) mtl. 214€ ansparen.

Somit komme ich auf mtl. Kosten von 1230€ in 25 Jahren und Gesamtkosten von

35000€ Anzahlung + 5600€ Abschluss gebühr + 249000€ Mietzins + 83176€ Restbetrag = 372776€

Also kostet mich das Haus über die Geno 372776€ und 25 Jahre lang 1230€ mtl.

Die Gegenrechnung für eine Bank

35000€ Anzahlung 5% Zins auf 25 Jahre (laut Dr. Klein online ab 4,35% aber nur bis 20 Jahre) müssen bei einer Tilgung von 2,02% jeden Monat 965€ bezahlt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich dabei dann auf 289372€. Rechne ich nun noch die Differenz zum mtl. Geno beitrag als jährliche Sondertilgung ein also 265€ mtl. Entsprechend 3180€ im Jahr ist das Bankendarlehen nach 16,6 Jahren beendet bei Gesamtkosten von 244030€.

Zusammenfassend ist die Finanzierung über die Geno also bedeutend teurer als über eine reguläre Bank bietet jedoch den Vorteil das man im Falle einer Scheidung oder Arbeitslosigkeit kein Eigentum verlieren kann (bei Hartz 4 evtl. sogar ein Mietzuschuss falls die Wohnung/Haus den Verhältnissen des Beziehers entspricht oder?). Wenn man das Objekt nicht übernimmt erhält man zudem seine Anzahlung und die Sparzulage zurück. Ob eine Anlange über diesen Zeitraum die ähnlich sicher ist mehr Gewinn bringen würde weiß ich nicht, bin kein Finanzmensch. Der Knackpunkt liegt also in der „Vorlaufzeit“ um das Eigenkapital bzw. die Genossenschaftsanteile zu erwerben. Und da wirbt Geno ja damit das man auch ohne eigenkapital sein Eigenheim finanzieren kann.

Was für mich jetzt eben noch wichtig zu wissen wäre ist wie die Ratenweise Erwerbung der Genossenschaftsanteile aussieht und wie lange vor dem Kauf ich diese Ansparen müsste, oder wie viel % ich davon ansparen müsste um ein Objekt mit einem Wert von 200000€ kaufen zu können.

Mfg, LoneSoul

edit: sry für die schlechte Übersicht aber ich habe den Text in Word geschrieben :/

Guten Tag, zusammen!

Als meine Frau und ich im Jahr 2008 von den Geno-Modell hörten, waren wir zunächst skeptisch. Vielleicht lag es auch an der damaligen Zeit, als wir noch ein blindes Vertrauen gegenüber Kreditgebern besaßen. Doch ein Immobilienmakler, den wir kannten, erklärte uns genau, wie es möglich ist, ein Haus zu bauen oder kaufen, ohne Schulden zu machen. Wir haben uns dann eine Vortrag angehört um das Modell Optionskauf noch besser zu verstehen. Besonders beeindruckt hat uns, dass man sich an alten Werten orientiert, die von den Genossenschaften festgelegt wurden. Dass jedes Mitglied ein Mitspracherecht besitzt. Also haben wir uns entschlossen, Geld anzusparen. Drei Jahre und drei Monate sollte es dauern, bis wir bauen können oder kaufen.

Leider war es manchmal schwer, genaue Auskünfte aus der Zentrale zu bekommen. In der letzten Zeit vor der Zuteilung klappte es nahezu perfekt. Und die Zuteilung wurde eingehalten. In der Zwischenzeit haben wir uns umgeschaut und viel überlegt, was wir für ungefähr 270.000 Euro bekommen können. Zwei gebrauchte Objekte waren leider nicht möglich. Einmal sprach die extrem ländliche Lage dagegen, einmal war der Gewerbeanteil des Hauses, den wir geschäftlich nutzen wollten, zu groß. So haben wir uns entschlossen, ein von Genotec angebotenes Haus zu bauen.

Der Optionskaufvertrag ist sehr umfangreich. Da erst haben wir gemerkt, wie wenig man sich informiert, wenn man einen Kreditvertrag abschließt. Der Vertrag von Genotec wird einem beim Notar konsequent und ausführlich vorgelesen. Da gibt es keine Haken. Als wir den Notar verlassen haben, waren wir glücklich. Wir haben unser eigenes Haus. Die Tatsache, dass es noch Geno gehört, nehmen wir gar nicht wahr. Es ist unser Heim, in dem wir tun und lassen können, was wir wollen. Und wir können es auch lassen – mit dem Kauf. Das war ein Punkt, der uns von Anfang an begeistert hat, als unser Berater sagte, man kann das Haus zurückgeben und uns fragte, ob das auch geht, wenn wir auf übliche Weise finanzieren. Unsere Erfahrungen sind sehr gut. Es gab ein paar Ecken und Kanten, aber alles, was man uns am Anfang erzählt hat, wurde umgesetzt. Von uns aus, können Immobilien nun ruhig teurer werden. Unser Kaufpreis steht fest. Es ist schon ein tolles Gefühl, alles in allem.

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