Dürfen meine Eltern mein Auto beschlagnahmen und es verkaufen?

5 Antworten

Wer im Kaufvertrag steht und auf wen das Auto zugelassen ist, sagt noch nichts über die Eigentumsverhältnisse aus. Entscheidend ist, was zwischen dir und deinen Eltern vereinbart ist. Wenn deine Eltern das Auto bezahlt haben, sind sie damit aber auch nicht automatisch Eigentümer. Sie können sich aber das Eigentum vorbehalten haben, z.B. gekoppelt an eine Bedingung (das könnte z.B. sein, dass das Auto erst dir gehört, wenn du deine Ausbildung beendet hast oder du einen Teil des Kaufpreises bei deinen Eltern abbezahlt hast). Nur wenn sie dir das Auto eindeutig geschenkt haben, ist es auch wirklich deins.

Hier geht es doch gar nicht um das Auto, das ist eher ein Nebenkriegsschauplatz. Da läuft was gewaltig quer, denn Eltern nehmen nicht "mal eben so einfach" ein Auto demjenigen weg, dem sie es geschenkt haben.

Es mag rechtlich falsch sein, aber bei euch ist mehr als dicke Luft. Es gibt garantiert eine üble Vorgeschichte, sonst würden sie nicht so übel reagieren. Als purer Laune heraus kann ich mir eine solche Handlung einfach nicht vorstellen.

Oder das Geld ist knapp geworden und nun müssen alle mit ihren Vermögenswerten irgendwie helfen, das sinkende Schiff abzudichten.

ps: meine Jungs kamen auch immer an "Der hat mich gehauen". Und? Es gab immer eine Vorgeschichte, die mehr oder weniger kompliziert und nie richtig einfach war.

Wenn Du im Kaufvertrag als Käufer stehst, bist Du Eigentümer des Fahrzeugs, damit können Deine Eltern das Fahrzeug ohne Deine Vollmacht nicht verkaufen, zumal Du auch Halter des Fahrzeugs bist und die Zulassungsbescheinung Teil II (Fahrzeugbrief) besitzt.

Der Verkauf ist schon deshalb nicht möglich, weil Deine Eltern bei einem Verkauf den Brief nicht vorlegen können - der Käufer kann also das Auto auch nicht gut gläubig erwerben.

In so einem Fall hättest Du gegen den Käufer einen Herausgabeanspruch, wobei Deine Eltern dem Käufer dann den Kaufpreis schulden würden.

Eine Strafverfolgung würde aber nur auf Deinen ausdrücklichen Antrag erfolgen, weil es sich hier um eine Familientat handelt.

Die Eltern dürfen Dein Eigentum weder in Beschlag nehmen (Schlüssel entziehen) noch verkaufen, das es nach Deiner Schilderung nicht ihr Eigentum ist.

Fremdes Eigentum kann man nicht wirksam verkaufen.

Ohne Kraftfahrzeugbrief, den Du ja dem Zufriff der Eltern entzogen hast, wäre folglich ein gutgläubiger Erwerb durch Dritte nicht möglich.

Nach den Angaben bist du der offizielle Eigentümer und nur das interessiert juristisch. Wer bezahlt hat oder was sonst der Hintergrund ist, interessiert dabei eigentlich nicht.

Deine Eltern haben also kein Recht, das Auto zu verkaufen. Tun sie es dennoch, ist das vermutlich kein Diebstahl sondern Unterschlagung. Ohne Papiere müssen sie aber erstmal einen Käufer finden.

Ansonsten könntest du sie anzeigen sowie Schadensersatz verlangen.

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