Das Konto des Erbl. wurde vor dessen Tod vom Erben geleert. Wie komme ich an mein Pflichtteil?

9 Antworten

Ich sehe es genauso wie Ignatio. Ich kann (glücklicherweise) in Deutschland nicht durchsetzen, dass meine Eltern mein vermeintliches Erbe nicht ausgeben dürfen. Noch haben deine Eltern das Geld, was sich auf ihrem Konto befindet, selbst erarbeitet, und haben, so empfinde ich es zumindest, wohl alle Rechte, darüber so zu bestimmen, wie es ihnen gefällt. Und wenn sie alles davon an nepalesische Rebellen verschenken, dann ist das eben ihr Wille, und nicht mal ihr letzter.

Wenn deine Mutter im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte, sprich in voller Geschäftsfähigkeit, deinen Bruder ermächtigt, das gemeinsame Konto deiner Eltern leer zu räumen, ist dies schade für dich, aber das ist ihr gutes Recht.

Die Frage, die man sich stellen kann, ist, ob es soviel Geld war, dass eine Schenkungssteuer in Betracht kommt, aber das muss dich nicht kümmern, sondern allein deinen Bruder.

Die Rechtslage wäre anders gewesen, wenn es kein gemeinschaftliches Konto und kein Berliner Testament gewesen wäre. So jedoch sieht die Rechtslage für mich sehr sauber aus.

Hast du denn mit deiner Mutter überhaupt darüber geredet, was mit dem Geld passieren sollte?

Oder ist es bei euch in der Familie sowieso derart unterkühlt, dass du über alles nur Vermutungen anstellen kannst und in der Hoffnung warst, wenigstens noch den letzten Rest aus deiner Familie rauszuziehen??? so liest es sich letztendlich nämlich für mich

Diese Frage würde ich in einem speziellen Recht-Forum stellen und ggf. einen Anwalt befragen.

Auch das Nachlassgericht informiert zu Fragen. Einfach mal hingehen.

Beim Berliner Testament gehen die Kinder zunächst leer aus. Wenn Du dennoch ein Pflichtteil beanspruchen willst, musst Du dieses gegenüber der Erbin kundtun. Meines Wissens genügt eine formlose Erklärung. Der Kontostand zum Zeitpunkt des Todes Deines Vaters wird von der Bank an das Finanzamt gemeldet und somit dokumentiert.

Natürlich hast Du das Recht, Einblick in die Kontauzüge zu bekommen. Nimm Dir einen Anwalt, der erledigt das. Drei Jahre hast du Zeit dazu. Hier gilt immer der Todestag des Verstorbenen. Beeilen musst du Dich mit dem Einblick in die Kontoauszüge, da die Banken die Belege nur 10 Jahre lang aufbewahren müssen.

Diesen Fall hatte ich auch...

Auch über den Anwalt bekommen wir keine Kontoeinsicht vor seinem Tod!!

KONTOSTAND / TODEDATUM WURDE ZUR BERECHNUNG GENOMMEN.

Danke für die Antworten. Aber die gehen doch an meiner Frage größtenteils vorbei. Mir geht es darum, daß vor dem Tode des Vaters ohne sein Wissen vom Bruder mit Zustimmung der Mutter als Erbin das gemeinsame Konto abgeräumt wurde, damit zum Todeszeitpunkt nichts mehr auf dem Konto ist, worauf mein Pflichtteil sich begründen könnte. Vermutlich hat das Geld mein Bruder an sich gebracht.Sozusagen als "inoffizielles" Erbe.

Du schreibst, dass es sich bei dem Konto um ein gemeinsames Konto Deines verstorbenen Vaters und Deiner Mutter handelt.

Deine Mutter hat also alle Vollmachten, vollen Zugriff auf das Guthaben dieses Kontos. Die Beträge auf dem Konto gehörten doch beiden Ehepartnern gemeinsam. Dein Vater war damit einverstanden, dass Deine Mutter über das Konto frei und auch allein verfügen kann, sonst hätte er nicht mit ihr zusammen die Unterschriftsproben abgegeben und die Unterschriftsberechtigung so festgelegt.

Zum Zeitpunkt der Buchung war Deine Mutter also berechtigt auch alleine über das Konto zu verfügen. (Wenn ich Deine Aussagen richtig verstanden habe.)

Ob Deine Mutter in einer solchen Situation nun das Geld von ihrem Konto abhebt um es Deinem Bruder zu geben oder ob sie damit irgendetwas anderes macht ist ihre eigene, legale Entscheidung.

@Ignatius

Danke für Eure Antworten. Langsam kommt Licht in das Dunkel. Was meint Ihr, käme ich mit einem Pflichtteilsergänzungsanspruch (schönes Wort) weiter? Denn ich weiß, daß mein "liebes" Brüderchen in den vergangenen Jahren schon reichlich abgefaßt hat und ich, da ich ziemlich weit weg wohne, bisher außen vor blieb. Deshalb auch meine Bestrebungen jetzt. Denn wenn meine Mutter meinem Vater mal nachfolgen sollte, ist gar nichts mehr da. Wenn meine Mutter auf das Geld für ein ordentliches Leben angewiesen wäre, wäre ich der Letzte, ihr dieses streitig zu machen.

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