Darf man mir ohne Vorankündigung ein Baugerüst vor das Fenster in den Garten (Mietshaus) stellen?

5 Antworten

Ich bezweifle, dass der Vermieter solche Tätigkeiten ankündigen muss. Allerdings wäre es in seinem eigenen Interesse, selbiges rechtzeitig zu unternehmen. Die Tatsache, dass der Beginn der Arbeiten in die Ferienmonate gelegt wurde, weist zumindest darauf hin, dass dem Vermieter durchaus an der Durchführung mit möglichst geringen Belästigungen bei den - vorzugsweise verreisten - Mietern gelegen wäre. Und ja, eine solche Beeinträchtigung begründet eine Mietminderung; übliche Werte bei vergleichbaren Fällen weisen ca. 15% für das Baugerüst alleine auf. Nach Beginn der Arbeiten könnten infolge des entstehenden Baulärms weitere Kürzungsansprüche bestehen; dazu muss man allerdings die örtlichen Gegebenheiten genau kennen. Das sollte aber rechtlich abgesichert durch fundierte Beratung begründet werden. Ich würde dem Vermieter die Minderung entsprechend vorab ankündigen und auch hinzufügen, dass die Miete nach Abschluss wieder zu 100% bezahlt werden wird.

hallo majamaria, welch schöner nickname, sicher abgeleitet von deinen echtnamen, fakt ist, dass die mietsache, also deine wohnung, für die zeit der bauarbeiten incl. gerüst, lärm, staub etc., in ihrem gebrauchswert erheblich gemindert ist. dementsprechend bist du berechtigt, deine bruttomiete prozentual ( ich würde denken 15 bis 20 %) für die gesamte zeit in der die beeinträchtigung existiert, zu mindern. das teilst du so deinem vermieter mit und kündigst ihm dabei noch an, dass diese mietminderung im übernächsten monat von der lfd. mietzahlung abgezogen wird. wenn die baumaßnahmen direkt deine wohnung betreffen sollte, hätte er das ankündigen müssen (als modernisierung oder instandhaltung). wenn nicht direkt bei dir was gemacht wird, hätte es zum guten ton gehört, dazu eine information der mieter, evtl. mittels aushang, vorzunehmen und um verständnis für die beinträchtigungen zu bitten. so macht das jedenfalls mein vermieter. die mietminderung ist selbstverständlich unabhängig davon, ob eine verbesserung an der mietsache folgt, rechtlich zulässig. hinzuzufügen ist, dass die mietminderung rückwirkend bis zu 6 monaten erfolgen kann, bevor du sie aber anwendest, unbedingt schriftlich informieren, ansonsten könnte der vermieter annehmen, dass du mietschuldner bist, was defakto ja nicht stimmen würde.

Muß er eigentlich ankündigen.

Während der Zeit hast Du außerdem ein Recht auf Mietminderung. Das würde ich schon mal auf jeden Fall geltend machen. - Übrigens hast Du das Recht auch, wenn anschließend der Wohnwert erhöht ist... Bei Mietminderung geht es ja um den aktuellen Zustand, nicht um einen zukünftigen.

Ja du darfst die Miete mindern, ein Baugerüst vor dem Haus und der Baulärm und Staub usw. stellen ja einen Mangel dar.

Mietminderung - Bauarbeiten rechtfertigen Mietminderung Bauarbeiten berechtigen Mieter aufgrund ihrer typischen Begleiterscheinungen wie Lärm, Schmutz und eingeschränkter Nutzungsmöglichkeit der Wohnung zu einer Mietminderung. Keine Rolle spielt es, ob der Vermieter rechtlich oder tatsächlich etwas gegen die Beeinträchtigung wie zum Beispiel Lärm und Schmutz unternehmen kann oder nicht.

http://www.pro-wohnen.de/Mietrecht_Mietminderung.htm

Wenn danach das Haus auch für den Mieter wieder schöner geworden ist und der Wohnwert damit gestiegen ist, finde ich Mietminderungen absolut fehl amn Platz.

Mietminderung hat was mit dem aktuellen Zustand zu tun. Und wenn man nicht mehr gescheit aus dem Fenster sehen und gar nicht mal mehr seinen Garten betreten kann, ist das ein Grund für eine Mietminderung. Mit dem zukünftigen Wohnwert hat das gar nichts zu tun.

@anjanni

Das ist ja richtig. Aber ich frage mich nur was soll den der Vermieter machen. Lieber ict renovieren umd die Mietminderung zu verhindern. Letztendlich hat auch ein Mieter etwas von der Renovierung.

@Niklaus

eine baumaßnahme ist halt nicht immer ohne störungen möglich. der vermieter hat aber dafür sorge zu tragen daß der mieter den ungestörten genuß der mietsache hat. ansonsten steht ihm keine volle miete zu. es liegt also - und das nur bei den mietern die mietmindern wollen - im interesse des vermieters die baumaßnahmen zügig durchzuführen. würde er dies nicht tun, wäre bald der mietwert der wohnungen geringer was sich zumindest auf immer wieder notwendige neuvermietungen auswirkt. außerdem wird ab einem bestimmten grad die bausubstanz geschädigt und die vermietbarkeit als solche in frage gestellt. mietminderung muß möglichst sofort schriftlich angekündigt werden.

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