Darf ich für eine im Affekt rausgerutschte Beleidigung angezeigt und bestraft werden?

15 Antworten

Die "ganz kleinen wunden Stellen" sind trotzdem eine Gesundheitsbeeinträchtigung und können - wenn der Unfall nicht länger als 3 Monate her ist - zur Strafanzeige Deinerseits wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen diese alte Dame führen; da müsstest Du Strafantrag stellen, weil fahrlässige Körperverletzung ein sog.Antragdelikt ist (wie übrigens auch Beleidigung). Sollte die Frist knapp werden, würde ich sofort Straanzeige und Strafantrag stellen - eben wegen fahrlässiger Körperverletzung. Danach würde ich mich an die ältere Dame wenden und ihr klarmachen, dass sie auch einiges zu verlieren hat - z.B. ihre Fahrerlaubnis. Nicht wegen des Unfalls: wegen einfacher fahrlässiger Körperverletzung wird sie nicht die Fahrerlaubnis verlieren - aber evtl. wegen körperlicher oder geistiger Nichteignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges (altersbedingt!). Das würde ich ihr - nach Anzeigeerstattung! - unverblümt ins Gesicht sagen! Jeder kann mal (auch im Affekt) einen Fehler machen, also auch mal ein Schimpfwort gebrauchen. Das ist zwar nicht in Ordnung, sollte aber zumindest dann nicht zur Anzeige führen, wenn die Dame sich zuvor selbst falsch verhalten hat (wenn auch nur fahrlässig). Ich würde ihr klipp und klar sagen: entweder wird die Anzeige wegen Beleidigung sofort mit Strafantrag zurückgezogen (schriftlich gegenüber der Staatsanwaltschaft) oder die Anzeige mit Strafantrag wegen fahrlässiger Körperverletzung wird in Kopie an die Führerscheinstelle gesandt - und zwar an die für die Dame zuständige Führerscheinstelle; mit der Konsequenz, dass die alte Dame wohl zur MPU und u.U. sich schnell von ihrer Fahrerlaubnis verabschieden muss. Das würde ich ihr klipp und klar so verdeutlichen! Diese Drohung ist für Dich auch nicht strafbar, weil es zwischen beiden Taten einen unmittelbaren Sachzusammenhang gibt. Das kann und darf man machen, wenn man als Vekehrsopfer den Verdacht hat, dass der Gegner evtl. aus Altersgründen zum Führen eines Kraftfahrzeuges wegen der vorangegangenen Tat gesundheitlich nicht mehr geeignet ist. Viel Erfolg!

Du kannst dafür bestraft werden ! Ich kenne weder Dich noch die ältere Dame. So wie Du schreibst, ist die Dame an Deinem Sturz schuld. Vertritt sie auch die Ansicht ? Wenn ja ist es schon verwunderlich, dass sie dich dann wegen Beleidigung anzeigt. Da handelt es sich sicher nicht um eine 0815 Beleidigung - oder ? Ich vermute mal, da sind Dir schon ein paar üble Worte rausgerutscht. Zunächst einmal würde ich Kontakt mit der älteren Dame aufnehmen und mich höflichst für die " Beleidigung " entschuldigen. Ich würde sagen, warum und wieso Dir diese Worte rausgerutscht sind. Im günstigsten Fall kann die Dame dann Ihre Anzeige zurücknehen, wobei dies nicht heißt, dass die Staatsanwaltschaft dies nicht weiter verfolgt. Ich gehe jedoch davon aus, dass - falls die Dame Ihre Anzeige zurückzieht - auch die Staatsanwaltschaft das Ganze einstellt. Sollte dem Ganzen nicht so sein und dies juristisch beglichen werden -naja die ältere Dame ist Dir immerhin reingefahren. Das Rad ist noch heile und Du hast nur ein paar kleine Wunden. Aber dennoch hast ne kleine Wunde so tut das weh.Und es hätte nicht weh getahn, wäre Dir die Damme nicht reingedonnert. Zu überlegen ist aber auch, hat die Dame einen Zeugen, welcher die Beleidigung bezeugen kann ?

( Ach Leute, könnt ihr Euch bei solchnen Dingen nicht einfach auf normalen Wege einigen ? Dadurch werden unsere Gesetze unsere Justiz und die Urteile immer verrückter. Kaiser Wilhelm hatte schon recht als er sagte: Jeder Anwalt hatt ab sofort einen schwarzen Mantel, welcher ihm bis über die Knie reicht zu tragen, damit man diese Spitzbuben schon von weitem sieht )

Du kannst versuchen die Sache aussergerichtlich zu regeln. Wenn sie ihre Anzeige zurückzieht, dann verzichtest du auf eine Anzeige deinerseits, wegen grober Verkehrstverletzung und Schmerzensgeld. Unfallschmerzen treten manchmal erst ein, zwei Tage später auf. Genau so, wei man manche Schäden am Fahrzeug erst später feststellt. Sie riskiert bei einer Anzeige deinerseits ihren Führerschein. Es gibt allerdings gewisse Fristen in der du eine Anzeige machen musst.

Habe ich ganz vergessen: schidere, was passiert wäre, wenn nicht du, sondern ein Kind oder ein kleineres kind auf dem Rad gesessen wäre!!

Meistens wird so ein Verfahren eingestellt. Du hast zwei Möglichkeiten: entweder Du schilderst gegenüber der Polizei die Sachlage und machst dabei deutlich, dass Du niemanden beleidigen wolltest, sondern nur sehr erschrocken warst oder Du verweigerst die Aussage und wartest ab , ob ein Verfahren eröffnet wird, dann brauchst Du einen RA.

Jaaa...er hat unter Schock gestanden! ABer dafür hätte er ein Attest gebraucht oder?

@fabienne1997

Klar, wenn es zum Prozess käme, müsste er/sie es beweisen können, genauso aber die Dame, dass die Beleidigung überhaupt gefallen ist und wenn der hier geschilderte Sachverhalt stimmt, ist eine Affekthandlung nachvollziehbar und man muss dafür nicht unter Schock stehen (das tut man eh wesentlich seltener als der Volksmund behauptet).

Aber ganz Sicher, es ist sogar aufgelistet, wieviel welches Schimpfwort kostet!!

Ein "blödes Suppenhuhn" hat mich voriges Jahr € 60 gekostet, wobei "Blödes Ars..loch" ein ganzes Stück teurer ist, das Suppenhuhn war übrigens eine Politesse, also Beleidigung im Amt, ist natürlich gleich teurer....

LG....strick

hättest das blöde weglassen sollen...Suppenhuhn ist ja kein SChimpfwort!

@fabienne1997

tja, das war auch im Affekt, mir lag noch was ganz anderes auf der Zunge, und zwar Zurecht, wie sich später herausgestellt hat, mein Knöllchen mußte ich nicht zahlen....

Eine Auflistung gibt es nur für Beamte. Heutzutage sind manche Worte für Normalbürger Umgangsprache und werden auch von Richtern als solche gesehen. Nur als Autofahrer muß man besonders aufpassen

@Mismid

Solche "Auflistungen" sind völliger Quatsch! Eine Beleidigung ist eine Straftat und wird in der Regel mit Geldstrafe bestraft. Die Geldstrafen unterliegen aber dem Tagessatz-System: das heisst, es wird festgestellt, wieviel der Täter am Tag netto verdient. Da das jedoch sehr unterschiedlich ist, fallen auch die Strafen logischerweise unterschiedlich aus.

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