Brauche ich als Selbstständiger zwingend einen Steuerberater?

11 Antworten

Eine ordentliche kaufmännische Buchführung ist immer Grundvoraussetzung für eine korrekte Einkommensteuererklärung.

Andererseits gibt es (sich ständig ändernde) steuerliche Vorschriften, die wenn man sie rechtzeitig kennt UND ANWENDET finanziell vorteilhaft sind.

Die Kenntnis solcher steuerlichen Möglichkeiten - bereits wenn diese für die Zukunft geplant (in der Diskussion) sind - , muss natürlich vorausschauend betrieblich und buchhalterisch umgesetzt werden.

Wenn ein Selbständiger nicht in ganz extremen Umfang die für seine Tätigkeit relevanten steuerlichen und buchhalterischen Details kennt, ist er nicht nur auf Andere (Buchhalter, Steuerberater) angewiesen.

Noch viel schlimmer ist, dass wenn der Steuerberater Möglichkeiten zur Verringerung der Steuerlast findet, es in vielen Fällen für den Sebständigen/Gewerbetreibenden viel zu spät ist, das betrieblich/buchhalterisch umzusetzen, da die Entscheidungen (im Nichtwissen) bereits umgesetzt wurden, Rechnungen bereits geschieben sind, usw..


Auch wenn ein Sebständiger/Gewerbetreibender sich steuerlich sehr gut auskennt und sogar seine Einkommensteuererklärung, Umsatzsteuererklärung, ggfs. Geweerbesteuererklärung alleine machen kann, empfehle ich trotzdem mit einem im Tätigkeitsfeld erfahrenen Steuerberater "zusammenzuarbeiten", sie es dass dieser "nur" die vorgefertigten Steuerunterlagen vollumfänglich auf Richtigkeit und Vollständigleit prüft und vor allem "optimiert".

Ein im Tätigkeitsfeld erfahrener, guter und "einsatzfreudiger" Steuerberater wird für den Mandanten und Steuerfall immer etwas wissen oder finden, das der Laie nicht weis, im Zusammenhang falsch anwendet, missversteht, usw..

Nein, eine ordentliche kaufmännische Buchführung ist NICHT immer Grundvoraussetzung für eine korrekte Einkommensteuererklärung. Wo bitte steht, dass z.B. Freiberufler Buchführungspflichtig sind?

Hallo, hab den Eindruck, dass die meisten Antworten von Leuten kommen, die selbst davon leben. Ich übrigens auch.

Und es ist schon wichtig, dass einem geholfen wird. Da kommen die Formulare vom Finanzamt und man denkt sich als Laie so seine Sachen zusammen. Was soll mit der Umsatzsteuer werden z.B. [übrigens was wo auch viele schlechte Beratungen abgeliefert werden] und noch das eine oder andere mehr. Wobei einem so eine Erstberatung viel unnötige Arbeit ersparen kann und auch einiges rechtliche einfach aufzeigt.

Ich finde es immer enorm wichtig, dass der Steuerpflichtige sich auch selbst informiert. Allerdings sollte man nicht meinen, dass man alles richtig verstanden hat und nicht böse sein, wenn der Berater oder ein Mitarbeiter es einem dann doch besser erklärt.

Für mich auch ein Test ob Berater und Mandant zusammen passen. Ich lehne übrigens auch gern Mandanten ab. Also nicht wegen der Branche oder zu viel Arbeit oder sowas. Nein, einfach wenn ich feststelle wir kommen zusammen nicht auf den Punkt.

Der Berater hat halt einfach die Informationen, die den Überblick wahren. Aber der Steuerpflichtige der kennt seine Materie. Und der Berater hat jetzt das Tatsächliche in das Gesetzesgerüst rein zu sortieren und bei der Gelegenheit vielleicht Vorschläge für die Zukunft [und das sollten wir eigentlich immer haben ;-)]

Viel Erfolg und Spaß in der Selbständigkeit!

Übrigens noch ein Tipp: Stelle hier keine steuerlichen Fragen, da kannst du Antworten bekommen, die zwar toll klingen, aber einfach grotten falsch sind. Steuerrecht ist manchmal dünnes Eis. Eine fehlende Info und der Antwortende merkt es nicht, platsch, reingefallen.

Es gibt kein Gesetz, das einen Steuerberater zur Pflicht macht. ich bin seit 18 Jahren Selbständig und hatte noch nie einen Steuerberater und auch keine Prüfung durch das Finanzamt. Solange man alles fristgemäß abgibt und auch sonst nicht auffällig (z. B. extrem schwankende Gewinne, regelmäßig mehr Privatentnahmen als Gewinne u. ä)wird hat man seine Ruhe. Allerdings sollte man sich ein gewisses Mindestwissen im Steuerrecht aneignen bevor man das selbst macht. Eine Bekannte von mir schrieb z. B. in die Werbungskosten des nicht selbständigen Ehepartners die Zahnarztrechnung, die Monatskarte für das Kind, die Praxisgebühren, Kosten einer Brille u. a. Sie bekam nach vier Jahren eine Außenprüfung und gleich noch ein Verfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung und hat 4000 Euro nachgezahlt.

Grundsätzlich braucht man für eine Steuererklärung keinen Steuerberater. Diese ist - mit Hilfe guter Steuerprogramme - schnell gemacht. Einziger Haken bei Selbständigen: die Gewinnermittlung! Hierzu können Tips von Steuerkundigen sehr hilfreich sein, um Einnahmen und Ausgaben in seiner GuV richtig zu erfassen, um die korrekte Zahl, welche in der Anlage GSE als Gewinn einzutragen ist, zu ermitteln.

Hierbei helfen auch Online-Informationsquellen wie z.B. http://www.Steuerrat24.de

Geht es um Umsatzsteuer, würde ich diese mühsame Rechnerei einem (Steuer-) Buchhalter überlassen.

du kannst es zwar selbst versuchen, aber es ist nicht empfehlenswet, da der dschungel der Steuergesetzgebung gerade für Selbständige nicht durchschaubar ist

weiterhin gilt es zu sagen, dass die Ausgabe für den StB ja auch eine Betriebsausgabe ist, die sich steeuermindern auswirkt

und zum guten Schluß, die finanzämter betrachten alle Selbständige die ihre Steuererklärung selbst anfertigen sehr skeptisch und neigen dazu, des öfteren ihre Tiefenprüfungen dort anzusetzen und was auch wichtig ist, mit einem StB bist du auch nicht so 100-%-ig an die Fristen gebunden, wie ohne..was bei Terminverzug in Steuerschätzung ausarten kann

gut kommentiert. (DH) Der Steuerberater hat für dich vielleicht auch noch den einen oder anderen (legalen) Tipp, wenn er gut ist. Ohne würde ich nichts machen.

Kann ich nicht bestätigen. Habe meine Steuer jahrelang mit WISO selbst gemacht, habe sie nur aus Bequemlichkeit abgegeben. Hatte nie Probleme mit dem Finanzamt.

Werde es in Zukunft auch wieder selbst machen, da mir die Steuerberatung zu teuer wird. Für dieses Geld könnte ich mich 2 Wochen je 8 Stunden/Tag mit dem Steuerrecht beschäftigen.

@Cantoclass

Es gäbe ja auch noch die anfängliche Zwischenlösung... er nutzt 1 Jahr lang die Dienste des Steuerberaters, arbeitet sich parallel selber in das Steuerrecht ein und interviewt den Steuerberater zu speziellen Themen und macht die Steuererklärung fortan wieder selber.

@charis0110

Eine sehr gute Möglichkeit sehe ich auch so..DH ;-)

Aber bequem ist es nicht. Vor allem du musstest bei EINEM Steuerberater bleiben, und ihn nicht jedes Mal wechseln.

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