Brauche ich als Selbstständiger zwingend einen Steuerberater?

5 Antworten

Wenn du dich mit dem Steuergesetzt auskennst, und Zeit dazu hast, brauchst du nicht unbedingt. Bedenke aber, jedes Jahr kommen neue und/oder geänderte Gesetze heraus. Du musstest daher jährlich immer informiert und geschult sein!

Hallo, hab den Eindruck, dass die meisten Antworten von Leuten kommen, die selbst davon leben. Ich übrigens auch.

Und es ist schon wichtig, dass einem geholfen wird. Da kommen die Formulare vom Finanzamt und man denkt sich als Laie so seine Sachen zusammen. Was soll mit der Umsatzsteuer werden z.B. [übrigens was wo auch viele schlechte Beratungen abgeliefert werden] und noch das eine oder andere mehr. Wobei einem so eine Erstberatung viel unnötige Arbeit ersparen kann und auch einiges rechtliche einfach aufzeigt.

Ich finde es immer enorm wichtig, dass der Steuerpflichtige sich auch selbst informiert. Allerdings sollte man nicht meinen, dass man alles richtig verstanden hat und nicht böse sein, wenn der Berater oder ein Mitarbeiter es einem dann doch besser erklärt.

Für mich auch ein Test ob Berater und Mandant zusammen passen. Ich lehne übrigens auch gern Mandanten ab. Also nicht wegen der Branche oder zu viel Arbeit oder sowas. Nein, einfach wenn ich feststelle wir kommen zusammen nicht auf den Punkt.

Der Berater hat halt einfach die Informationen, die den Überblick wahren. Aber der Steuerpflichtige der kennt seine Materie. Und der Berater hat jetzt das Tatsächliche in das Gesetzesgerüst rein zu sortieren und bei der Gelegenheit vielleicht Vorschläge für die Zukunft [und das sollten wir eigentlich immer haben ;-)]

Viel Erfolg und Spaß in der Selbständigkeit!

Übrigens noch ein Tipp: Stelle hier keine steuerlichen Fragen, da kannst du Antworten bekommen, die zwar toll klingen, aber einfach grotten falsch sind. Steuerrecht ist manchmal dünnes Eis. Eine fehlende Info und der Antwortende merkt es nicht, platsch, reingefallen.

Eine ordentliche kaufmännische Buchführung ist immer Grundvoraussetzung für eine korrekte Einkommensteuererklärung.

Andererseits gibt es (sich ständig ändernde) steuerliche Vorschriften, die wenn man sie rechtzeitig kennt UND ANWENDET finanziell vorteilhaft sind.

Die Kenntnis solcher steuerlichen Möglichkeiten - bereits wenn diese für die Zukunft geplant (in der Diskussion) sind - , muss natürlich vorausschauend betrieblich und buchhalterisch umgesetzt werden.

Wenn ein Selbständiger nicht in ganz extremen Umfang die für seine Tätigkeit relevanten steuerlichen und buchhalterischen Details kennt, ist er nicht nur auf Andere (Buchhalter, Steuerberater) angewiesen.

Noch viel schlimmer ist, dass wenn der Steuerberater Möglichkeiten zur Verringerung der Steuerlast findet, es in vielen Fällen für den Sebständigen/Gewerbetreibenden viel zu spät ist, das betrieblich/buchhalterisch umzusetzen, da die Entscheidungen (im Nichtwissen) bereits umgesetzt wurden, Rechnungen bereits geschieben sind, usw..


Auch wenn ein Sebständiger/Gewerbetreibender sich steuerlich sehr gut auskennt und sogar seine Einkommensteuererklärung, Umsatzsteuererklärung, ggfs. Geweerbesteuererklärung alleine machen kann, empfehle ich trotzdem mit einem im Tätigkeitsfeld erfahrenen Steuerberater "zusammenzuarbeiten", sie es dass dieser "nur" die vorgefertigten Steuerunterlagen vollumfänglich auf Richtigkeit und Vollständigleit prüft und vor allem "optimiert".

Ein im Tätigkeitsfeld erfahrener, guter und "einsatzfreudiger" Steuerberater wird für den Mandanten und Steuerfall immer etwas wissen oder finden, das der Laie nicht weis, im Zusammenhang falsch anwendet, missversteht, usw..

Nein, eine ordentliche kaufmännische Buchführung ist NICHT immer Grundvoraussetzung für eine korrekte Einkommensteuererklärung. Wo bitte steht, dass z.B. Freiberufler Buchführungspflichtig sind?

Es gibt kein Gesetz, das einen Steuerberater zur Pflicht macht. ich bin seit 18 Jahren Selbständig und hatte noch nie einen Steuerberater und auch keine Prüfung durch das Finanzamt. Solange man alles fristgemäß abgibt und auch sonst nicht auffällig (z. B. extrem schwankende Gewinne, regelmäßig mehr Privatentnahmen als Gewinne u. ä)wird hat man seine Ruhe. Allerdings sollte man sich ein gewisses Mindestwissen im Steuerrecht aneignen bevor man das selbst macht. Eine Bekannte von mir schrieb z. B. in die Werbungskosten des nicht selbständigen Ehepartners die Zahnarztrechnung, die Monatskarte für das Kind, die Praxisgebühren, Kosten einer Brille u. a. Sie bekam nach vier Jahren eine Außenprüfung und gleich noch ein Verfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung und hat 4000 Euro nachgezahlt.

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