Bei Privatinsolvenz,bekomme ich die Steuerrückzahlung?

4 Antworten

Wenn man sich so die Antworten, insbesondere die ganz frühen, durchließt ... oh je

Daher ein Zitat aus dem dicken Buch, übersetzt in hoffentlich verständliches Normaldeutsch:

Die Steuererstattung ist n i c h t Teil des Arbeitseinkommens und deshalb im Insolvenzverfahren massezugehörig, sie unterliegt als (Neu)Vermögen dem Insolvenzbeschlag und wird zur Insolvenzmasse gezogen.

Das ändert sich jedoch für die Zeit nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens in der sog. Wohlverhaltensphase, da mit Aufhebung des Insolenzverfahrens auch der Insolvenzbeschlag wegfällt und der Schuldner wieder über sein Vermögen/Neuvermögen verfügen kann, mit Ausnahme einer hälftigen Erbschaft und der von der Abtretung des Treuhänders erfassten pfändbaren Forderungen auf Bezüge aus einem Dienstverhältnis.

Da die Steuererstattung eben nicht Teil des Arbeitseinkommens ist, wird diese Erstattung in der Wohlverhaltensphase auch nicht von der Abtretung des Treuhänders erfasst und verbleibt dann beim Schuldner, sofern nicht auch das Finanzamt Insolvenzgläubiger ist und eine Aufrechnung betreibt.

Ob und wie weit rein steuerrechtlich durch Einträge in der Lohnsteuerkarte oder getrennter Veranlagung auf die Erstattung Einfluss genommen werden kann, sei mal dahingestellt.

Absoluter Kracher sind Aussagen wie: Es muss alles dafür getan werden, die Insolvenzgläubiger zu befriedigen und deshalb ist auch alles pfändbar.

Nein, es muss nicht! In der Wohlverhaltensphase ist die Vermögensbildung durchaus wieder möglich und Zahlungen außerhalb der vom Treuhänder eingezogenen pfändbaren Beträge an einzelne Insolvenzgläubiger sogar eine Verletzung der Obliegenheiten im Restschuldbefreiungsverfahren.

Ganz besondere Kracher sind Aussagen wie: Wie die Leute das früher gemacht haben, als es sowas noch nicht gegeben hat.

Ja wissen Sie, früher, ich meine so ganz viel früher, noch viel viele hundert Jahrzehnte bevor die Menschen in unseren geografischen Breiten sich von einem primitiven Häufchen Elend zum Volk der Dichter und Denker entwickelt haben, gab es bereits (vor)denkende Völker, die den Sinn einer (Rest-)Schuldbefreiung längst erkannt und praktiziert haben. Aus gutem Grund! Sein wir also alle froh, nun endlich in unserer Entwicklung dort angekommen zu sein, wo unsere urzeitlichen Vorfahren schon längst angekommen waren. Oder wollen wir auf alle Ewigkeiten ein Häufchen Elend bleiben ?

Nun, das sage mal dem, der aufgrund solcher Insolvenzverfahren auf seinen Forderungen sitzen bleibt. Ausserdem leben die beiden erst im ersten Jahr der Insolvenz.

LG

Wieselchen

@Wieselchen1

§ 1 InsO - Ziele des Insolvenzverfahrens

Das Insolvenzverfahren dient dazu, die Gläubiger eines Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt oder in einem Insolvenzplan eine abweichende Regelung insbesondere zum Erhalt des Unternehmens getroffen wird. Dem redlichen Schuldner wird Gelegenheit gegeben, sich von seinen restlichen Verbindlichkeiten zu befreien.

Alternative? Bis ans Lebensende juristisch verfolgen, wirtschaftlich diskriminieren und sozial auszugrenzen?

hallo ....mann sollte auch immer mit bedenken das die anfänglichen zahlungen immer für die eigentlichen kosten des insolvenzverfahrens genutzt werden.wie zum beispiel die kosten die entstehen durch diverse bürotechnische dienstleistungen wie beurkundungen und die bearbeietenden kosten des eigentlichen insolvenzverwalters. diese gehen selbstredent zu lasten des schuldners, diese sollten im normalfall um die 2000 euro liegen. deshalb ist es eigentlich von vorteil wenn vor der wohlverhaltensphase des geld von der eikommensteuererklärung einbehalten wird. denn sonst startet mann ja irgendwann gleich wieder mit schulden in ein neues leben wenn mann mit der pi fertig ist....lg rini...

Eine Steuerrückzahlung ist Einkommen, das zuvor von Finanzamt einbehalten wurde. Als Privat-Insolventer ist man verpflichtet 6 Jahre lang seinen guten Willen zu zeigen, also keine neuen Schulden machen oder die alten so gut wie möglich zu minimieren. Alles was den Selbstbehalt übersteigt ist den Gläubigern zur Verfügung zu stellen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

für zu erwartende steuererstattungen gelten nun mal dieselben regeln wie für ein jedes zusätzliches, d.h. dadurch höheres einkommen. der anzurechnende prozentsatz bei der neuen dadurch entstehenden verpflichtungssumme muss abgegeben werden, der anteilige freie prozentsatz sollte frei zur verfügung stehen.

Letzter Monat Wohlverhaltensphase Pfändung Insolvenz Privatinsolvenz Schlussrechnung Provisionen

Guten Tag,

mein Mann arbeitet im Außendienst und bekommt monatlich ein Fixum, einen geldwerten Vorteil in Form eines Firmenwagens und eine Provisionsvorauszahlung. Auf alles wurde während der Inso zugegriffen, so dass sich ein monatlicher Pfändungsbetrag in Höhe von 97,03 € ergab. Am 19.11.2013 endete die Wohlverhaltensphase und damit auch die Gültigkeit der Abtretungserklärung. Leider fällt ausgerechnet in diesen Monat die Jahresendabrechnung für die Provisionen in Höhe von ca. 8.500 €. Der AG meines Mannes hat dieses Gehalt, welches zum 30.11.2013 ausgezahlt wurde, jetzt inkl. der Jahresendabrechnung in Höhe von ca. 12.200 €, komplett einer Pfändung unterzogen Der Pfändungsbetrag beläuft sich auf ca. 3.300 €. Der AG begründete dies damit, dass ihm buchhalterisch keine anteilige Berechnung möglich sei. Nun hat der Treuhänder diesen Pfändungsbetrag in Höhe von ca. 3.300 € einfach in 2/3 für 20 Tage und 1/3 für 10 Tage aufgeteilt und möchte den größeren Teil gerne behalten. Unseres Erachten ist diese Vorgehensweise falsch, da die Pfändung ja eigentlich aus 2/3 des pfändbaren Nettoeinkommens berechnet werden müsste und 1/3 des Nettoeinkommens unpfändbar wären, oder? Mit diesem Einwand konfrontiert, schrieb uns der Treuhänder nun, dass er wissen möchte, für welchen Zeitraum die Provisionsabrechnung gezahlt worden wäre. Das wäre vom 01.07.2012 bis 30.06.2013 und fiele somit wieder komplett in den Abtretungszeitraum. Was hat der Treuhänder jetzt bloß vor? Wie ist die korrekte Abrechnung dieses besonderen Falles? Vielen Dank für Ihre Hilfe.

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