Bachelor,Meister und Techniker nun gleichgestellt?

5 Antworten

Irgendwie ist es schon traurig, dass eine im Grunde einfache Problematik dermaßen zerredet wird. Die "Ausbildung" eines Bachelors und die eines Staatlich geprüften Technikers sind vom Grundsatz her ziemlich unterschiedlich. Einige Kommentare zum Techniker und Meister empfinde ich allerdings als sehr herabwürdigend, gibt es doch gerade an der beruflichen Basis viel zu wenig Fachkräfte ... Die Ausbildung zum Techniker ist meines Erachtens in Deutschland derart wenig anerkannt, dass man diese ganz "einfach" abschaffen sollte. Daraus folgt = Meister für die Produktion und zur Umsetzung der Ideengeber und der Bachelor als Bindeglied zwischen dem Master und dem Meister. Vielleicht sollte man dem Techniker einen einjährigen Vertiefungsstudiengang anbieten, damit er auf das Niveau eines Bachelors kommt (eine Projektarbeit ahnlich dem eines Diplomanten = dann würden nur die Besten auch tatsächlich diesen Titel erhalten und verdienen) ... ihn aber so einfach einem verbalen Upgrade zu unterziehen halte ich für problematisch, weil in der beruflichen Realität der Bachelor dann ohnehin immer den Vorzug erhalten würde. So, das ist mein Beitrag dazu ... trifft sicher nicht jeden Geschmack, aber zumindest vertrete ich diese Ansicht! :-)

Wenn ich mir die Kommentare hier so anschaue, muss ich feststellen das sie nur Theoretiker am Werk sind und niemand der jemals eine Schaufel in der Hand hatte. Dieses ganze Gehabe von ich bin besser wie du, oder du bist besser wie ich, ist nicht nur albern, herabwürdigend oder denunzierend, sondern letztendlich der größte Quatsch überhaupt. Ich selber ich selber bin Dachdeckermeister, zertifizierter Energieberater(HWK), Solarteur, Fachkraft für regenerative und ressourcenschonende Energietechnik sowie unabhängiger Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk und habe über 30 Jahre Berufserfahrung und gehe davon aus dass keiner der Schreiberlinge hier überhaupt eine Ahnung davon hat was bedeutet einen Handwerksbetrieb zu führen. Dies ist aber letzten Endes nachvollziehbar denn wer sich nicht mit einem Ausbildungsberuf im Handwerk beschäftigt hat, kann logischerweise nicht nachvollziehen welchen Aufwand, welche Fähigkeiten man benötigt, und mit welchen widrigen Umständen wir es tagtäglich zu tun haben. Kein Akademiker,Techniker, Bachelor oder sonstige Hochschulabsolvent mit Titel ist in der Lage dies nachzuvollziehen geschweige denn damit umzugehen. Daher sollte man grundsätzlich, egal um welches Berufsbild es sich handelt niemals unterschätzen, was man dafür tun muss um seinen Berufsstand zu vertreten zu erhalten und fachgerecht auszuüben. Die sollte sich eigentlich jeder merken, weil es grundsätzlich keiner ohne den anderen kann. Wir benötigen jeden Beruf und jedes Berufsbild in unserem täglichen Leben und werden nicht umhin kommen, den ein oder anderen zu kontaktieren um seine Leistungen in Anspruch zu nehmen. Dies sollte sich jeder der hier seine Kommentare ziemlich niveaulos schreibt unter die Nase halten.

Stimmt nicht ganz, dass man jeden Beruf benötigt. Z.B. Kosmetiker oder Tätowierer benötigt man nicht.

Ist es nicht fragwürdig auf der einen Seite zu sagen "Techniker, Meister und Bachelor haben das gleiche Niveau" (laut BIBB), aber auf der anderen Seite wieder zu sagen "man muss als Techniker erstmal den Bachelor absolvieren, um dann den Master machen zu dürfen" oder "man sollte den Techniker abschaffen"?

Warum soll ich denn nicht den Master Studiengang machen dürfen, wenn ich eine Berufsausbildung (3,5Jahre Vollzeit), anschließendes Arbeiten im Beruf (meist nochmal 2 Jahre) und danach ein anschließendes Techniker Studium (4 Jahre neben Beruf) schon erfolgreich absolviert habe? Meine Kompetenzen sind doch locker bei dem eines Bachelors, wenn nicht sogar höher.

Die typischen Bachelorstudenten kommen in den meisten Fällen frisch von der Schule (haben also Abitur) und absolvieren innerhalb von 3 Jahren das Studium in Vollzeit (wenn man in der Regelstudiumzeit fertig wird). Sie haben in diesem Studium nur ein paar Praktikas durchgeführt und ansonsten nur Theorie gehabt. Warum soll dann ein Bachelor mehr Kompetenzen besitzen als ein staatl. gepr. Techniker?

Ich finde es schade, dass viele keine Ahnung von der beruflichen Weiterbildung haben. Der BIBB hat nicht umsonst den Bachelor, Techniker und Meister auf eine Stufe gestellt. Also sollte dem Meister und Techniker nicht nur der Zugang an eine Hochschule gewährt werden, um mit dem Bachelor zu beginnen, sondern es sollte der Zugang zur nächst höheren Stufe ermöglicht werden, also dem Masterstudium.

Am Ende kann ich nur noch sagen, dass nicht immer nur der verdammte Abschluss zählt, sondern das was man auf dem Kasten hat und wie man mit Kollegen zusammen arbeiten kann. Was bringt ein Bachelor, wenn man z.B. nicht im Team arbeiten kann (weil man es im Studium nicht vermittelt bekommt)? Oder wenn man noch nie an einer CNC Machine gestanden oder mal eine Feile in der Hand gehabt hat? Man noch nie eine Montage selber durchgeführt hat und am Ende einen Fertigungsablauf planen soll? Man könnte wahrscheinlich lange darüber schreiben und ich will auch nicht den Bachelor schlecht machen! Es geht am Ende immer um Kompetenzen und nicht, was man im Studium speziell für Fächer hatte! Erst im Beruf fängt man an, richtige Fähigkeiten und Kompetenzen zu entwickeln, ein Studium (Bachelor, wie auch Techniker oder Meister) bereitet nur darauf vor! Mit der Realität hat das in den meisten Fällen nicht viel zu tun.

Fragwürdig ist die ganze Sache ohnehin.Ich bezweifel auch stark das jemand der mit reinem Abitur ein Studium aufnimmt in 3,5 Jahren Theorie mehr lernt als jemand der eine 3,5 jährige Ausbildung in dem Bereich macht. Ich als Chef würde so einen reinen Theoretiker niemals einstellen. Nicht umsonst sind so viele Studierte arbeitslos. Ich persönlich habe eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme. Jetzt hab ich schon ein halbes Jahr Berufserfahrung. Für meinen weiteren Weg hab ich mir gedacht das es am einfachsten wäre zur Bundeswehr in den Fachdienst zu gehen, ein Bachelor Fernstudium absolvier, nebenbei meinen Industriemeister mitbekomme und am Ende der Zeit mein Masterstudium absolvier und das alles vollbezahlt. Ich hab schon mit vielen zu tun gehabt die meinen alles besser zu wissen und nicht Teamfähig sind. Und gerade als Elektroniker sollte man es sein.

Um einen Master zu machen muss man zuerst immer den Bachelorabschluss haben. Einen Bachelor kann man an einer FH beginnen wenn man die Fachhochschulreife hat und an der Uni, wenn man die allgemeine Hochschulreife ("Abitur") hat.

Techniker ist erstmal nur ein Berufsfeld mit unterschiedlichen Berufszweigen (Mechatronik, Maschienenbautechnik, Maschienentechnik, Elektrotechnik...) und auch unterschiedlichen Karrierewege um dahin zu kommen. Diese variieren z.B. von Bundesland zu Bundesland. (Bildung ist Ländersache in Deutschland!).

In Deutschland sind die Voraussetzungen für die Zulassung zum Besuch einer Technikerschule (Fachschule, in Bayern Fachakademie) ein Schulabschluss einer allgemeinbildenden Schule mit mindestens Hauptschulabschluss (je nach Bundesland auch mindestens die mittlere Reife), ein Berufsschulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens 1 Jahr Berufspraxis erforderlich. Die Technikerschule dauert meist 2 Jahre wie duch richtig schreibst und man schließt sie als Staatlich geprüfter Techniker ab. (Nicht verwechseln mit "staatlich anerkannter Techniker")

Wer eine Technikerschule erfolgreich aschließt hat in einigen Bundesländern die Möglichkeit die Zulassung zum Studium an einer Uni zu erreichen. Meist ist hierzu eine Zusatzprüfung in Mathe erforderlich.

Wenn man diese Zulassung hat, kann es an der Uni mit dem Bachelorstudium losgehen.

Wo der staatlich geprüfte Techniker im Vergleich zum Meister einzuordnen ist weiß ich nicht genau. Vielleicht kann dies jemand ergänzen, der mehr Erfahrung mit Ausbildungsberufen hat!? Ich würde sagen, dass ein "Techniker" mehr Theoriewissen, ein Meiser mehr Praxiserfahrung hat.

Ich bin Meister und Techniker und habe ein Diplom und einen Master. Der Techniker ist ganz klar höherwertiger als der Meister. Der Meister dauert Vollzeit nur 1 Jahr. Aber man muss aufpassen. Bis man Geselle ist dauert es 3 Jahre plus 2 Jahre arbeiten plus 2 Jahre Techniker. Also rund 7 Jahre dauert es bis man so weit ist.

Deshalb kann man nicht sagen, dass ein Bachelor mit 3,5 Jahre, also nur halb sol lange dauert, höherwertiger sein soll. Das kann man auch alles nicht miteinander vergleichen. Beim Techniker hat man dafür keine höhere Mathematik. Der Weg bis dahin ist dafür aber länger.

Hat schon mal jemand daran gedacht, dass es nicht nur darauf ankommt wie lange jemand innerhalb seiner Berufsausbildung Zeit verbracht hat, sondern vielleicht auch das Niveau der Ausbildung? Der Schwierigkeitsgrad? Glaubt hier jemand wirklich, dass irgendein Berufsschuljahr vergleichbar ist mit einem Jahr Studium der Physik mit Inhalt u.a Mathematik und Quantephysik? Da werden Inhalte gelehrt, die begreift ein Normal veranlagter Mensch in 100 Jahren nicht.

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