Arbeitskleidung vor Dienstbeginn?

10 Antworten

Diese Frage kam schon mal ähnlich. Ich kopiere dieses mal hier rein.

"Ich weiß, daß es bei den Krankenschwestern ein Gerichtsurteil gibt, wonach das Umkleiden auch Arbeitszeit ist, da die Umkleide ja auf dem Betriebsgelände ist. Aber wirklich praktikabel ist das nicht, weil dann die einen schon gehen, während die anderen noch nicht da sind, dafür aber die Umkleiden überfüllt sind. In großen Kliniken soll lt. Urteil die Dienstzeit bei Betreten der Pforte beginnen, manchmal läuft man ja erst 10 Minuten bevor man überhaupt in seiner Abteilung ist. Der Arbeitsort/-geber ist das ganze Krankenhaus und nicht die Abteilung"

Das verstehe ich jetzt nicht. Wieso gehen die einen, bevor die anderen da sind ?! Gerade im Krankenhausbereich gibt es immer eine Überlappungszeit, in der beide Schichten anwesend sind - es muß ja schließlich auch eine Übergabe stattfinden.

Ich stell mir das richtig arbeitgeberfreundl. vor. Das hat nicht unbedingt was mit Arbeitsdisziplin oder Einhaltung des Arbeitsablaufes zu tun. Denn zum pünktl. Feierabend kann man bei euch ja auch sicher nicht die Dienstkleidung anlassen und einfach nach Hause gehen. Im Handwerk oder ähnl. Dienstleistungen kommt man ja auch früh sauber und ausgeruht in privater Bekleidung zur Arbeit. Um diese aber ausführen zu können, bedarf es des Wechsels gewisser Bekleidungsstücke, und was wenn man das tägl., während der Arbeit mehrmals machen muß (spez. Arbeis-/-Schutzbekleidung für best. Tätigkeiten)? Dann wird für diese Zeit die Stechuhr angehalten? Mal ein anderes Beispiel, wer geht von der Arbeit total verdreckt (in manchen Jobs so nicht anders machbar) oder verschwitzt nach Hause. Eigentl. keiner, denn zur Arbeit erscheint man ja auch sauber u. nicht stinkend oder verdreckt. Also hat man den gleichen Anspruch nach der Arbeit auch, wieder in dem Zustand den Arbeitsplatz zu verlassen. Bei den Malern oder anderen Handwerkern zählt die Reinigung des Werkzeugs oder die Beräumung der Baustelle (Ordnung/ Sicherheit zum Feierabend schaffen) gleichfalls als kostentragend für den AuftragGeber. Aber in dem geizgeilen Germany lassen sich immer mehr Manager immer gewieftere Methoden zur Einsparung von Std.-Lohnkosten=Arbeitszeit einfallen. Demnächst wird der Gang zur Toilette auch noch von der Arbeitszeit abgezogen? Solche Regelungen sollten eigentlich ganz klar in den Tarif- oder Rahmenverträgen nachzulesen sein. Man konnte auch schon lesen, daß Außendiensttechniker in einer gewissen Global-PLayer-Firma erst nach Ankunft beim ersten Kunden als Arbeitszeit berechnet bekommen. Und die Fahrt mit dem Dienst-Kfz. war dann wohl auch Freizeit oder der Weg zur Arbeit. Wir lassen uns wohl alle viel zu viel die nötigen Freiräume in Bezug auf Erbringung unserer täglichen Leistungen auf Arbeit einengen.

Genau! Gott es gibt noch normal denkende Menschen.

@ReniTent

Danke auch nach so langer Zeit noch eine Antwort zu bekommen. Ich sehe das ähnlich. Leider ist das gerade im Gesundheitswesen meist ganz anders. Es gibt viele Kollegen, die sind schon 10 Minuten sogar vor Dienstbeginn in Dienstkleidung und auf dem entsprechendem Bereich. Immer mehr habe ich das Gefühl, dass es als Selbstverständlichkeit ausbreitet und verlangt wird, weil es irgendwann mal inoffiziell eingeführt wurde und als neuer Kolleg/in möchte man ja nicht gleich als "NICHT teamfähig" dastehen. In Dienstverträgen steht nur Dienstbeginn 6 Uhr. Und wenn diese Diskussion entfacht wird, bekommt man als Reaktion von den Kollegen:

-Das machen wir immer so! -Das ist doch klar, um 6 musst du startklar sein! --ein Kopfschütteln mit großen Augen und Kommentar, dass das ja keine ernsthafte Frage sein kann?! -Ich komme lieber eher, dann schaff ich auch die Arbeit. (wird aber nirgendwo festgehalten, dass Mitarbeiter eher kommen, nur wenn man länger bleibt)

usw.

Der Chef sagt nur dazu, Dienstbeginn 6 Uhr. Bezieht sich da auf keine eindeutige Aussage zu dem Thema. Diese Diskussionen begegneten mir nun schon in verschiedenen Unternehmen und im Austausch im Familien -und Bekanntenkreis.

@Mandarine30

Diese "Dienstgeilheit"von Kollegen ist mir auch bekannt und es stinkt mich ziemlich an. Es ist völlig normal, dem Arbeitgeber die Umziehzeit zu schenken. Genauso normal wie es ist eher zu kommen genauso normal ist es später nach Hause zu gehen (und wenn es nur 10 oder 15 Minuten am Tag sind) genauso normal ist es keine wirkliche Pause zu haben. Wenn es nicht klingelt oder was sonst auch immer, dann werden immer dienstliche Probleme während der Pause geklärt. Wir sind sowas von sozial wir sagen auch Danke wenn man uns in den Hintern tritt. Rechnet man die Zeit mal zusammen im Jahr, könnte man meinen, das da doch fast noch Arbeitsplätze bei raus kommen könnten.

Mensch zum Morgenapell sind die Uniformen schon an. Wenn eine Arbeitsbekleidung vorgeschrieben ist, sollte man zu Arbeitsbeginn entsprechend angezogen sein. Und wenn man um 6 am Band zu stehen hat, kann man sich halt nicht mehr umziehen.

Kommt darauf an, wie es vertraglich geregelt ist. Bei uns ( öffentl.Dienst )gibt es für jede Schicht 12 min bezahlte "Umkleide-und Wegezeit", die in die tägliche Arbeitszeit einberechnet ist. Beispiel: Ich arbeite 7,8 Std. am Tag, das entspricht 7 Stunden und 48 Minuten ( zuzüglich 30 min.Pause ). Wenn meine Schicht um 6:30 beginnt, muß ich pünktlich und in Dienstkleidung um halb sieben da sein und habe offiziell um 14:48 Dienstschluß, muß aber nur bis 14:36 arbeiten.

Man muss die Klamotten um 06 Uhr zu Dienstbeginn schon anhaben.

Das wäre ja sonst wie "Um 8 Uhr beginnt meine Arbeitszeit, deshalb stehe ich um 8 Uhr auf und fange an mich zu duschen."

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