Arbeitgeber vertuscht Überstunden der Mitarbeiter nach Kündigung - rechtliche Schritte möglich?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Klage beim Arbeitsgericht einreichen.

Beweis: Aussage der Kollegen. Die haben weder das Recht, diese Aussage zu verweigern, noch werden sie eine uneidliche Falschaussage riskieren.

Weiterer Beweis: Die Vorlage der "nebenher"-Notizen mag das Gericht (gem. ZPO) vom Arbeitgeber verlangen. Zumindest muss es Aufzeichnungen über geleistete Arbeitsstunden geben.

Ich vermute, das Risiko wird der Arbeitgeber scheuen und dann lieber die 50 Stunden auszahlen.

Danke. Wir werden das mal prüfen und evtl. ein Beratungsgespräch einholen.

@OrangeTree

Beratungsgespräch kostet Geld, das Arbeitsgericht (zumindest vor dem streitigen Verfahren) nicht.

@Mikkey

Kann es ruhig kosten, sofern es mir weitere Auskünfte und Infos über die Möglichkeiten offenbart, die ich habe, dagegen vorzugehen. Irgendwo ist es auch eine Absicherung. Sollte am Ende tatsächlich was passieren, wären diese Unkosten echt meine kleinste Sorge, hehe.

@OrangeTree

Wenn der Fall noch gar nicht eingetreten ist, solltest Du zukünftig Deine Stunden selbst zusätzlich aufzeichnen. Das ist u.U. ein ausreichender Beweis. Ein früherer Kollege hat nach dem Ende seines Arbeitsverhältnisses die Auszahlung von (sehr vielen) Überstunden eingeklagt, obwohl der Arbeitsvertrag dies ausschloss. Damals genügten auch seine eigenen Aufzeichnungen.

Ich glaube nicht, dass sie eine Chance hätte.

Grundsätzlich ist das Führen eines Arbeitszeitkontos bei 450-Euro-Kräften zulässig, es ist aber an Bedingungen geknüpft:

https://blog.minijob-zentrale.de/2018/08/08/kann-auch-bei-minijobbern-ein-arbeitszeitkonto-gefuehrt-werden/

Ich zitiere mal:

  • das Zeitkonto muss schriftlich (vertraglich) vereinbart sein

Das trifft schon nicht zu.

  • es muss ein monatlich gleich bleibender Verdienst gezahlt werden, unabhängig von der Monatsleistung. Die Jahresarbeitszeit darf natürlich nicht überschritten werden.

Gibt es im Betrieb keine Zeiterfassung, kann sie ihre Ansprüche nicht beweisen. Also: Pech gehabt, wenn nicht andere Kollegen ihre Aussage bestätigen.

Hat die Mitarbeiterin IRGENDWAS schriftlich? Sobnst wird die Beweisführung ja ins Leere laufen.. und somit erreicht man ncihts.

Ich hoffe, Deine Bekannte wird nicht total krank, weil sie das so belastet..(ihr steht Lohnfortrzahlung zu, wenn sie länger als 1 Monat im Betrieb ist)(und die könnte sie einklagen)

Hat die Mitarbeiterin IRGENDWAS schriftlich?

Nein, leider nicht. Selbst der Arbeitsvertrag ist mündlich. Das mit der Lohnfortzahlung ist natürlich interessant, danke für den Hinweis!

@OrangeTree

Sehr schön, wir verstehen uns..

Dass Du auch (Rest)Urlaub entweder bezahlt abfeiern oder ausgezahlt kriegen musst, weisst Du auch?

Ich steh nicht auf unkorrektes Gemauschel, aber wenn einen wer vera* will, heiligt der Zweck durchaus mal die Mittel.

Toi toi toi, dass alles glatt läuft!

@SiViHa72

Und nb.. da mir mal so was ähnliches passiert ist, lasse ich mir heute in jedem Job die Überstunden immer bestätigen. Findet mein jetziger Abteilungschef manchmal ulkig, aber man lernt halt aus Erfahrung.. (hab im Stundenzettel ein extra Feld für Überstunden eingefügt.. so unterschreibt er die jedes Mal).

@SiViHa72

Das mit dem Urlaub ist mir bekannt, ja.

aber wenn einen wer vera* will, heiligt der Zweck durchaus mal die Mittel.

Jap, finde ich auch. Zumal das mit dem Vertuschen der Überstunden einfach unter aller Sau ist. Das man da rechtlich nichts gegen machen kann ist noch schlimmer.

Sich die Überstunden bestätigen zu lassen ist auch eine feine Sache, im Minijob aber nur schwer möglich glaube ich, da sie dort offiziell nicht einmal erlaubt sind, zumindest nich in regelmäßiger Form.

Danke nochmal.

Wen ein arbeitgber sowas macht solltem an den zoll Informieren den das ist schwatzarbeit und steuerhinterziehung die werdne garantiertwas fidne den de rchef zahlt ja nichst aus ohne quittung und dan gibt es nachweise!

Auch würde es schon ausreichen wen das 1 oder 2 betaätiegen das der chef das so macht!

So Einem chef würde ich bei der kündiegung mitteilen das er deswegen noch ärger bekomen wird!

Danke. Ich habe auch schon überlegt, ob es was nutzen würde, wenn ich mir 1-2 Leute hole, die das selbe erlebt haben ...

Schwachsinn! Unter Voraussetzungen ist die Führung eines Arbeitszeitkontos auch für Minijobber zulässig.

Die Kollegen könnten das Gemauschel natürlich bestätigen, sie wären aber schön blöd. Sie machen sich nämlich ebenso der Scharzarbeit schuldig, wie der Fragesteller (den man auch an den Hammelbeinen bekommen würde, denn hier hinterziehen BEIDE Steuern und Lohnnebenkosten).

Mal ganz abgesehen davon, dass sie anschließend arbeitslos wären.

Deshalb ist es auch bei Überstunden wichtig, diese immer genau und am besten unter Zeugen zu notieren.

Ich denke so, habt ihr keine große Möglichkeit etwas dagegen zu unternehmen.

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