An die Händler: Wieviel verdient man eigentlich an gekaufter Ware? Was ist normal?

5 Antworten

Doch welche Konstanten und Variablen werden bei dieser Berechnung angesetzt. Da dies im Unklaren bleibt, ist klar, daß sie einen sehr hohen "Gewinn" (kein gesamtgesellschaftliche Wertsteigerung, sondern lediglich Geldverschieberei, die auf Dauer zu gesellschaftlicher Zerrüttung führt) einfahren.

Der Aufschlag auf den Einkaufspreis sollte von der Höhe der Betriebskosten abhängig sein. Die müssen schließlich komplett gedeckt werden, plus deinen Gewinn. Das kann man eben nicht pauschal sagen.

Stimmt, das kommt auch noch hinzu. :)

Die Preisfindung orientiert sich an drei relevanten Faktoren, die auch als die "drei K‘s der Preispolitik" bezeichnet werden:

  • Kosten (-orientierte Preisfindung), a.k.a. "Kalkulation"

  • Kunden (-orientierte Preisfindung): Preiserwartung/-bereitschaft der Zielgruppe

  • Konkurrenz (-orientierte Preisfindung): Was macht der Wettbewerb?

Diese Faktoren müssen zusammen passen, führen aber leider nicht immer zum gleichen Ergebnis.

Sorry, Deine Frage hat einen falschen Ansatz. Es gibt einfach keine "normale" Gewinnspanne. Es gibt maximal Orientierungswerte für bestimmte Branchen oder Produktgruppen. Der Gewinn, genauer gesagt die Marge, hängt von der Kostenkalkulation des Händlers, der Marksituation und regionalen Gegebenheiten ab. Letztendlich muss jeder Händler/Verkäufer mit der Gesamtmarge seine Kosten decken und seinen Gewinn einfahren. Die Kosten können aber extrem variieren. Wenn ich längere Öffnungszeiten habe oder eine exzellente Fachberatung anbiete, habe ich einen höheren Personalaufwand. Wenn ich statt in einem Ladengeschäft am Kudamm meine Waren über einen Onlineshop verkaufe, muss ich keine teure Ladenmiete bezahlen. Daher muss jeder Händler anders kakulieren.

Ich war viele Jahre im Einzelhandel tätig. Da habe ich sowohl Produkte mit 0% Gewinn, als auch Waren mit Hundert Prozent oder mehr Gewinn verkauft. So ergibt sich eine Mischkalkulation. Die Gewinnspanne hat auch nichts mit gutem oder schlechten Gewissen zu tun. Wenn es dem Kunden zu teuer ist, kauft er nicht. Wenn er mit dem Preis einverstanden ist, warum sollte man da ein schlechtes Gewissen haben?

Es kommt auf die Ware an, Schmuck etc. liegt bei einem Aufschlag von ~100%, bei Kleidung teilweise sogar bis 500%, Lebenmittel hingegen haben einen sehr geringen aufschlag ~10 - 20%.

Gute Antwort! :)

Zur Info: Die Warengruppe mit dem geringsten Gewinnaufschlag werden warscheinlich lose Futtermittel in der Landwirtschaft sein. Dort gibt es maximal 10% auf den Einkaufspreis, den Rest kann man sich denken!
Gruß Bruno

Was möchtest Du wissen?