Also Autofahrer einen sich verkehrswidrig verhaltenden Radfahrer angefahren - Schuldfrage?

5 Antworten

§ 26 gilt für Fußgängerüberwege, umgangssprachlich als Zebrastreifen bekannt und mit Zeichen 293 und Richtzeichen 350 gekennzeichnet. Fußgängerüberwege haben keine Ampelregelung.

Dem Fahrradfahrer wird unter Umständen höchstens ein unrechtmäßiges Benutzen der Fahrbahn vorgeworfen werden können, wobei das noch nicht mal sicher ist. Ich tendiere also eher das die Schuld des PKW gegen 100% geht den er muss eigentlich einen Rotlichtverstoss begangen haben.

Wo steht in §26, daß damit nur Zebrastreifen gemeint sind und nicht auch solche Überwege mit Ampelregelung? Dort ist nur allgemein von Fußgängerüberwegen die Rede.

Und auch ein Fußgängerüberweg mit Ampelregelung bleibt immer noch ein Fußgängerüberweg.

Einfach zu erkennen daran, daß es bei der Ampel nur ein rotes bzw. grünes Männchen gibt und kein ebensolches Fahrradsymbol.

Und warum Rotlichtverstoß?

Wenn man als Autofahrer grün hat, dann ist die Ampel vom Fußgängerüberweg, der parallel zur Straße verläuft ebenfalls grün.

@Franz577

Schau mal in die Verwaltungsvorschrift der StVO. Dort steht eindeutig das Fußgängerüberwege mit dem Zeichen 293 und 350 gekennzeichnet sein müssen. http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26012001_S3236420014.htm

Was du meinst sind nach VwV-StVO Fußgängerfurten. Die sind mit Lichtzeichenanlagen ausgestattet. Nach VwV-StVO dürfen in der Nähe von Lichtsignalanlagen gar keine Fußgängerüberwege angeordnet sein.

Bezüglich des Rotlichtverstoß habe ich von "eigentlich" geschrieben, ich habe damit die Möglichkeit er erwähnt, ich habe nicht geschrieben das es so sein muss.

@Nomex64

Immer diese Spitzfindigkeiten!

Ist jetzt nicht gegen dich gerichtet (bin ja dankbar für den Hinweis), sondern gegen dieses Beamtendeutsch!

Fußgängerüberweg, Fußgängerfurt, meine Güte!

Läuft doch unterm Strich auf dasselbe hinaus, da es faktisch in beiden Fällen Überwege für Fußgänger sind.

Aber ja, ich meinte dann tatsächlich eine Fußgängerfurt.

Aber auch da gilt doch, daß Radfahrer absteigen müssen bzw. daß sie diese Furt nicht fahrend überqueren dürfen, wenn sie nur für Fußgänger ist, oder?

Denn es gibt ja auch Radewegefurten.

Daher nehme ich an, daß dies in der StVO sicher auch geregelt ist.

Da muss mehr konkretes her. Wenn die Fußgängerampel auf grün steht, ist die Fahrbahn meist auf rot. Somit kann ein Fahrzeug nur warten, steht also. Wenn der Radfahrer diese Ampel nutzt, und dabei ein stehendes Fahrzeug streift und beschädigt, trägt er die Schuld allein. Sofern das zweifelsfrei feststeht.

Rollt ein Fahrzeug vor dem Überweg aus zum Anhalten und schneidet den Radfahrer, weil der vom Überweg schon abfährt, denke ich 50:50, da du an solchen Überwegen eine außerordentliche Sorgfaltspflicht hast. Auch daher spielt es nur eine untergeordnete Rolle, dass er als Radfahrer eigentlich kein Fußgängerrecht ausüben kann.

Nein, das hast du dann nicht richtig verstanden.

Wenn die Fußgängerampel auf grün steht, dann steht sie auch für den in selber Richtung fahrenden, aber auch einbiegenden Verkehr auf grün.

Also PKW biegt nach rechts ein und Radfahrer fährt geradeaus über den Fußgängerüberweg.

Aber er fährt wohlgemerkt und schiebt nicht, wie er es eigentlich müßte.

@Franz577

Ach so, aber auch dann trifft dich hier eine besondere Umsicht als Autofahrer. 50:50

@darkhouse

Ja ok, das lasse ich mir noch eingehen.

Aber ganz ohne Mitschuld (wie von manch anderen hier vermutet) wird ein Radfahrer in einem solchen Fall nicht davonkommen.

Wie heißt es so schön: Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme....

Irgend etwas hat bei dem PKW - Fahrer gefehlt. da gibt es noch so ein Zauberwort: vorausschauendes Fahren. Außerdem bist du als Autofahrer stärker.

Ich denke mir mal 50 : 50 mit gutem Anwalt


Auf so was würde ich mich nicht verlassen! Manchmal ist kaum erkennbar auf dem Fußweg ein Radweg integriert, und schwups hast du 100% Schuld. Außerdem ist es immer nervig Erste Hilfe leisten zu müssen, auf die Polizei zu warten und womöglich doch nicht genau zu wissen, ob der Richter am Ende nicht doch eine größere Schuld im Verhalten entdeckt.

Klar will man nie in die Situation eines Unfalls kommen, aber wenn es doch mal passiert, dann muß die Schuldfrage natürlich geklärt werden.

Und sicher, wenn ein Radweg integriert ist, sieht die Sache wieder komplett anders aus. Aber wenn nicht, dann darf ein Radfahrer solche Überwege nicht fahrend überqueren.

Zunächst mal dürfte der Radfahrer wohl mindestens die Hälfte der Schuld bekommen, da er sich grob regelwidrig verhalten hat.

Entscheidend für die weitere Verteilung dürfte dann sein, ob der Unfall für den Autofahrer vermeidbar war oder nicht. Wenn der Radfahrer für den Autofahrer nicht rechtzeitig sichtbar war und er deswegen den Unfall nicht mehr vermeiden konnte, wird der Radfahrer 100% bekommen. Wenn der Autofahrer hätte den Unfall vermeiden können, wird die Schuldverteilung irgendwo zwischen 50-75 % zu Lasten des Radfahrers liegen.

"...wird der Radfahrer 100% bekommen:"  Ein Abbieger muss grundsätzlich mit Querverkehr rechnen. Daher war der Zusammenstoß in jedem Fall vermeidbar. Es hätte ja auch ein schneller Jogger sein können.

@pwohpwoh

Entscheidend für die weitere Verteilung dürfte dann sein, ob der Unfall für den Autofahrer vermeidbar war oder nicht.

Das hatte ich geschrieben.

Die Frage hatte ich dahingehend verstanden, dass der Radfahrer der Abbiegende sein soll.

@Interesierter

Möglich, daß das aus der Frage nicht klar genug hervorgegangen ist, aber beim abbiegenden Fahrzeug handelt es sich um einen PKW und bei dem Radfahrer handelt es sich um das Fahrzeug, das verkehrswidrig den Fußgängerüberweg (da fahrend) benutzt hat.

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