Achsverwiegung auf einer "Plattform"-Waage?

4 Antworten

-F-e-h-l-g-r-i-f-f - sorry -

Nein, das ist nicht zulässig, wenn das Fahrzeug etwas schräg steht. Du wiegst ja dann einen Teil der Flächenlast über das Chassis zweifach. Stell dir vor, du trägst mit noch jemandem eine Waschmaschine schräg die Treppen hinauf. Dann muss der untere Träger erheblich mehr Last tragen als der obere. Erst wenn ihr die Maschine vollkommen waggerecht tragt, ist sie gleich verteilt.

Klar, dass weder Waage, noch Fahrbahn vorher oder nachher ein Gefälle haben dürfen. Lastwagenwaagen werden mit speziellen Lastwagen deren Gewicht genau bekannt ist überprüft. Und das Verfahren wie gemessen werden darf, wird auch überprüft.

Um eine Achse einzeln zu wiegen muss man nur mit der einzelnen Achse auf die Waage fahren. Also erst nur Vorderachse dann... bis zur letzten Achse. Ist mehr als eine Achse auf der Waage kann man nur das Gewicht der Anzahl achsen verwenden. Eichgeseztmässig darf auch nur auf vom Eichamt geprüften und geeichten Waagen gewogen werden. In der Schweiz kommt dazu, dass eichfähige Waagen nur eine Skalierung von 3000 Einhieten, besondere Bauarten eine von 6000 Einheiten haben darf. Ausserdem muss man die Last gleichmässig auf der Waage verteilen. Wenn du die Achse nur am Rand hast, dann sind 3 Einheiten Abweichung zulässig. Das sind bei einer 60 Tonnen waage schon 60kg. Nicht auf jeder Waage steht :"Achsweises Wiegen verboten". Wenn doch, dann ist nichts mit Achsenverwiegen. Allerdings muss die Waage eine gültige Plombe und Eichplakette aufweisen mit dem Datum der letzten amtlichen Prüfung. Technisch gesehen gibt es heute schon Einbauwaagen, die in der Fahrbahn eingelassen sind und das einzelne Gewicht jeder Achse, sowie das Gesamtgewicht wärend des normalen Fahrbetriebs messen. Allerdings gäbe es schon seit Jahren oder Jahrzehnten Möglichkeiten das Gesamtgewicht und das jeder Achse dem Fahrer anzuzeigen. Wird heute leider nicht genutzt, da man ja (leider) den Fahrer zum Sündenbock stempeln kann.

Was ich nicht verstehe, Vorderachse wiegen, ok. Aber wie wiege ich dann die Antriebsachse? Ich stehe ja dann mit beiden Achsen auf der Plattform im Boden. Verstehst du was ich meine?

Nein, Fritz, das kann man nicht addieren (siehe meine Erklärung). Und eine Waage muss auch nicht vom Eichamt kalibriert worden sein,sondern kann durchaus auch von anderen Institutionen eingemessen werden (z. B. DKD, TÜV o. ä.). Kalibrieren machen alle nach den gleichen Verfahren; das Eichamt und die PTB in Braunschweig geben ein rundes Siegel (dadurch heißt es dann, und nur dann, "eichen").

@Knowledge

Also du fährst mit der Vorderachse auf die Waage. dann wird gemessen. Dann fährst du weiter bis nur noch die Hinterachse drauf ist und die Vorderachse nicht mehr auf der Waage. Mit zwei Achsen funktioniert das gut. Schwierig wird es, wenn du mehr als zwei Achsen hast, wie bei einem dreiachser, bei dem alle drei Achsen aufliegen. Dort kommt neben einer dritten Unbekannten noch die Distanz von Achse zu Achse. Das ganze wird recht komplex zum rechnen. Die Achslast für die einzelne Achse kann auf keinen Fall gemessen werden, wenn alle Achsen auf der Waage stehen.

@Knowledge

Ja, aber jede dieser Institutionen unterligen dem Eichgesetz und somit dem Eichamt. Tüv, DKd ... hatte ich vergessen für DE speziell zu erwähnen. So lange du nur zwei Achsen hast und das ganze gerade ist, spielt es keine Rolle. Wenn du mehr als zwei Achsen hast, dann kannst du nur das Gewicht der Vorderachse nehmen und bei einem Dreiachser kannst du so weit nach vorn fahren, das erst beide Hinterachsen auf der Waage sind, dann noch weiter fahren, bis nur noch die letzte Hinterachse auf der Waage ist. Und bei einem Vierachser geht es auch hier nicht mehr. Wobei du schon bei einem Dreiachser Mathematik anwenden musst.

Jetzt möchte ich mich bei allen Teilnehmern erstmal bedanken und sage: "Schwer ist leicht was!" In diesem Sinne...

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