Frage von SchwarzeRose85, 562

Wir möchten unsere Immobilie mit Restschuld verkaufen, wann dürfen wir ausziehen und die Zahlungen einstellen?

Hallo!

Mein Mann und ich haben im Jahr 2007 eine Immobilie erworben. Im Jahr 2008 haben wir sie bezogen.

Vollfinanziert.

Nun hat sich unsere finanzielle Situation in sofern verändert dass mein komplettes Gehalt weg fällt und wir eine Person mehr geworden sind.

Langsam aber sicher wird es eng. Und die finanzielle Belastung fängt an uns aufzufressen.

Kurz um: wir hängen fest. Es sieht nicht gut aus für unsere wirtschaftliche Zukunft und wir diskutieren sogar die Insolvenz. Nur um endlich wieder Land zu sehen.

Nun haben wir uns dazu entschieden unser Haus zu verkaufen. Anders geht es nicht.

Wie läuft das nun für uns? Können wir erst ausziehen wenn das Haus verkauft ist oder schon vorher und somit die Zahlungen schon einstellen vor Verkauf des Hauses?

Ein Bekannter riet uns sogar dazu die Zahlungen einfach einzustellen und uns quasi aus der Finanzierung werfen zu lassen!

Wir sind wirklich absolut planlos.

Vielen Dank für eure Antworten.

Antwort
von Rat2010, 529

Jede Menge Gegenfragen, die du am besten mit der Funktion "Kommentieren" beantwortest. Sonst wird es unübersichtlich.

- Könnt ihr das Haus zu einem Peis verkaufen, der euch hilft? Ist es also in den letzten zehn Jahren teurer geworden?

- Seit wann genau läuft der Darlehensvertrag? Ich habt nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB nach zehn Jahren ein Kündigungsrecht. Weil ihr vermutlich über 5 % Zins zahlt, neu aber auf fünf bis zehn Jahre maximal 1 - 2 % zahlen solltet aber auch, weil bei einem Verkauf ohne Kündigung eine Menge Vorfälligkeitsentschädigung anfällt, ist das von Bedeutung.

- Wenn ihr die Zahlungen einstellt wird die Bank das Haus verwerten, also im Zweifel versteigern. In der Höhe des Erlöses (nach Kosten) mindern sich eure Schulden. Weil ihr anschließend wohnen müsst, ist es eine Rechenaufgabe zu ermitteln, was günstiger kommt.

- Die Konsequenzen sind auch nicht ganz einfach und ihr müsst gut überlegen, ob ihr das wollt. Wenn ihr etwas mietet (und das auch bekommt, eine EV ist da von Nachteil), kann es sein, dass ihr Wohngeld oder eine Sozialwohnung bekommt. Dazu müssen aber die Voraussetzungen (also ein ausreichend geringes Einkommen) erfüllt sein. Wenn das nicht der Fall ist, kommt ihr vielleicht durch den Auszug vom Regen in die Traufe.

Kommentar von SchwarzeRose85 ,

Wir haben uns noch nicht damit befasst für wieviel wir das Haus verkaufen könnten.

Die Idee ist ganz neu weil wir einfach die derzeitige finanzielle Belastung auch psychisch nicht mehr aushalten. 

Es fehlt meinkomplettes Gehalt und wir müssen bereits am 5. eins Monats zusehen wie wir den Rest gewuppt bekommen. 

Für Wohngeld verdient mein Mann zuviel. Eine normale Wohnung für uns 3 könnten wir von seinem Gehalt locker wuppen. 

Kommentar von Privatier59 ,

Wuppen könnt Ihr nichts mehr wenn die Bank das Gehalt bis runter zur Pfändungsfreigrenze pfänden wird und dazu wird es kommen wenn die Raten eingestellt werden.

Kommentar von Rat2010 ,

Na dann kriegt erst mal raus, wie viel ihr dafür bekommt. Die Zeiten sind ja eher gut, ein Haus zu verkaufen. Auch wenn man nach zehn Jahren je nach Region auch einiges an Verlust machen kann.

Schon klar, dass ihr euch eine Wohnung leisten könnt. Nur habt ihr ja so oder so das Haus, das ihr erst mal verkaufen müsst. Wenn es weniger bringt als die Restschuld und die Vorfälligkeitszinsen (siehe meinen Hinweis auf § 489 BGB), bleiben Schulden übrig, für die es dann keine Sicherheit mehr gibt, was die Schulden teuer macht.

Dreh- und Angelpunkt ist also der Wert des Hauses oder genau gesagt wie viel jemand, den man erst mal finden muss, bereit ist, dafür auszugeben.

Je nachdem könnt ihr die Bude einfach los werden oder ihr habt sie ein Leben lang an der Backe.

Antwort
von SchwarzeRose85, 562

Unsere Finanzierung läuft 15. Jahre. Wir haben auch ein zusätzliches KfW Darlehn. 

Wir haben auch kein Interesse mehr am Haus die persönliche und emotionale Gründe den Wunsch des Umzugs ebenfalls stützen. 

Was würde denn passieren wenn ich die EV angeben würde? 

Wir sind beide Darlehnsnehmer. 

Antwort
von hildefeuer, 437

Sich aus der Finanzierung werfen zu lassen ist nicht ratsam. Am besten man spricht mit den Banken, die die Darlehn bereit stellen über das Vorhaben. Dann kann das eingestandenermaßen geregelt  abgewickelt werden und die Kosten/Verluste bleiben überschaubar. Das wäre sicherlich besser als eine Zwangsverwertung etc. Evt. kann man auch die Konditionen neu verhandeln, da das Zinsniveau heute anders ist. Die Zinsbindung würde ja 2017 ablaufen.

Antwort
von Einhorngold, 370

Hallo....oh mann, es tut mir sehr leid für euch, ich kann das aus persönlichen Erfahrungen auch gut nachvollziehen, wenn man finanzielle Probleme hat und schnell handeln muss....ich weiß auch, dass es Probleme macht, wenn man ein Kredit vorzeitig kündigt, weil man dann eine Entschädigung zahlen muss. Eine Freundin von mir hattre da letztens richtig Glück (ging allerdings nicht um eine Immobilie)...ist aber eigentlich schnuppe, was das für ein kredit ist...sie wurde nämlich falsch beraten und hatte eine fehlerhafte widerrufsbelhrung. dadurch bekommt sie jetzt sogar geld zurück. Hier http://www.vorfaelligkeitsentschaedigung.net stehen ganz viele sachen zur Restschuld, Vorfälligkeitsdings und Hausverkauf. Vielleicht findest du das was interessantes, was dir hilft? Aus ddem Haus müsst ihr vermutlich dann ausziehen, wenn der neue Eigentümer einziehen möchte....je nachdem, was ihr da vereinbart, oder? und ich denke, die zahlung wird dann eingestellt, wenn natürlich die Restschuld getilgt ist...ihr müsst halt schauen, dass ihr beim Hausverkauf möglichst viel Geld reinbekommt, um den Kredit abzubezahlen....Ich wünsch euch viel Erfolg!!

Antwort
von Franzl0503, 531

Rose:

Ein Bekannter empfiehlt die Zahlungseinstellung und die zwangsweise Verwertung. Dümmer und verantwortungsloser geht´s wirklich nicht mehr.

Die Folge wäre: Erheblicher Druck auf den Kaufpreis. Verlust von ca. 30 %. Die Gläubiger können dich wegen des des Forderungsausfalls jahrzehntelang belangen.  Solange haftet ihr mit eurem gesamten Vermögen.

Mein dringender Rat: Stande pede zur Bank, Karten ungeschönt auf den Tisch, Lösungsweg aufzeigen lassen. Zahlung nicht einstellen.

Und nicht vergessen: In die Wüste mit dem "Schlauberger".

Antwort
von Privatier59, 372

Es ist nicht zu erkennen welchen Vorteil es bringen sollte, die Dinge einfach laufen zu lassen:

Ihr bekommt das Haus niemals verkauft mit den auf dem Haus lastenden Grundpfandrechten. Kein Käufer wäre bereit, ein Haus zu kaufen das in der Zwangsversteigerung steht. Sofern keine Einigung mit dem Kreditgeber möglich ist, geht das Haus in die Zwangsversteigerung. Ob der Erlös daraus die Schulden abdecken wird, steht in den Sternen. Möglicherweise habt Ihr danach noch eine große Restsumme zu stemmen.

Der Auszug aus dem Haus bis zum Verkauf führt nur dazu, dass sich die Ausgaben verdoppeln. Einerseits laufen die Raten für das Haus weiter, andererseits muß aber auch die Miete finanziert werden. Je nach Region in der Ihr wohnt dürfte es zudem schwierig bis unmöglich werden eine Mietwohnung in Eurer finanziellen Situation zu bekommen.

Am besten sucht Ihr eine Schuldner Beratung auf und entscheidet dann über das weitere Vorgehen.

Antwort
von Underfrange, 332

Bitte wendet euch an einen versierten Berater und verlasst euch nicht auf alles was hier im Netz geschrieben wird.

Grundsätzlich könntet ihr auch euer Haus verkaufen und vom Käufer mieten. Das kommt eben drauf an was der Erwerber damit vorhat.

Ausziehen müsst ihr erst sobald ein neuer Eigentümer entweder keinen Mietvertrag mit euch macht oder das Objekt selbst nutzen will. 

Vielleicht gibt es ja noch Möglichkeiten das Objekt zu retten. In meiner täglichen Arbeit bediene auch ich mich hier besonderer Experten, nicht Banker und nicht Verkäufer. 

Wenn ihr den Tipp mit dem "Zahlung einstellen" folgen wollt spart euch das zunächst Geld und ihr habt Luft zum Atmen, aber die Zwangsvollstreckung bleibt dann nicht aus.

Vermutlich wird nach spätestens der 2. fehlenden Rate der Vertrag durch die Bank gekündigt und das Restdarlehen zur Zahlung fällig gestellt. Ihr bleibt Nutzer der Immobilie. Der weitere Zeitablauf ist unsicher. Zwischen wenigen Monaten und bis zu zwei Jahren wird dann erst einmal die vereinbarte Zinszahlung auf die Restschuld gerechnet und so die Gesamtschuld durch Zinseszins und Gebühren künstlich drastisch erhöht. Wenn es zur Versteigerung kommt ist in der Regel der reale Wert der Immobilie nicht zu erreichen und die übrig gebliebenen Schulden kaum weniger als vor der Versteigerung. Die Bank hält dann noch einen Titel für weitere 30 Jahre in der Hand wenn keine Insolvenz folgt.

Eine komplette Neufinanzierung und Neuordnung nach Überprüfung der aktuellen Darlehenssituation ist vielleicht sinnvoller als eine Zwangsversteigerung und ein Insolvenzverfahren. Beides raubt euch mindestens 10 Jahre eures Lebens.

Vielleicht könnt ihr ja mit der jetzigen Bank und einer neuen Finanzierung einen sozialverträglichen Vergleich machen der euch das Eigenheim erhält.

Ich stelle gerne einen Kontakt her.

Alles Gute

Kommentar von SchwarzeRose85 ,

Wir wollen unser Haus ja gar nicht retten. 


Ein Auszug wäre ein positiver Neuanfang und kein Weltuntergang.


Die derzeitige Situation ist einfach nur belastend. Wir sind unseren Verpflichtungen bezüglich unseres Hauses immer lückenlos noch gekommen.  Noch. 


Wir wollen es ungern soweit kommen lassen dass es irgendwann gar nicht mehr geht. 

Antwort
von NickgF, 402

Können wir ... ausziehen ... und somit die Zahlungen ...einstellen?

Eure Kreditraten ändern sich durch das Verlassen der Räume nicht - ihr habt unverändert weiter zu bezahlen !


Antwort
von SchwarzeRose85, 329

Seine Antwort ist schon berechtigt. Unsere finanzielle Situation ist schon jetzt zum Zerreißen gespannt. 

Kommentar von Gaenseliesel ,

wichtig, trotz finanzieller Notlage einen kühlen Kopf zu bewahren:

http://www.stern.de/wirtschaft/immobilien/ratgeber-eigenheim/probleme-mit-der-ra...

Denke daran, ihr seid diesbezüglich nicht die ersten und werdet nicht die letzten sein.

Lasst euch nicht von " Freunden "oder Bekannten beraten, ihr verliert nur unnötig wertvolle Zeit !

Lösungen finden mit den Leuten, denen ihr Geld schuldet, dies sollte vorrangig euer Ziel sein und das ist der Kreditgeber.

Ich wünsche euch Alles Gute, es kommen auch wieder ruhigere, freudige Zeiten !

Antwort
von HilfeHilfe, 277

Hallo !

ich würde euch eine Schuldnerberatung nahe legen ! Zahlungen einstellen ist auch ein sehr sehr schlechter Rat ! Ich würde euch empfehlen aktiv das Gespräch mit der Bank zu führen. Diese sollte drauf bedacht sein auch eine Lösung anzubieten.

Wenn ihr euer haus 2007 gekauft habt und Darlehen abgeschlossen die seit dem laufen könnt ihr auch bald bach BGB 389 sonderkündigen und wahrscheinlich günstiger finanzieren !

Antwort
von Hansxxx, 241

Auch ich möchte Dir raten, unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen (z.B. bei einer Schuldnerberatung in Deiner Stadt). Die zeigen Dir die besten Alternativen auf und beraten Dich unabhängig.

Wenn Ihr jetzt die Zahlungen einfach einstellt um etwas Luft zu haben, dann kommt mit Sicherheit das dicke Ende nach: Kündigung des Darlehenvertrages durch die Bank mit Anhäufung der Zinsen, Zinseszinsen und Gebühren, evtl. Kontopfändung und Zwangsversteigerung des Hauses. Hierzu empfehle ich Euch auf alle Fälle ein "Schweizer Bankkonto ohne Mindesteinlage und ohne Schufa" (einfach bei Google eingeben) zu eröffnen. Ich besitze seit mehreren Jahren ein solches Konto und bin äußerst zufrieden damit. Mein Gehalt lasse ich mir von meinem Arbeitgeber darauf überweisen und Bargeld kann ich an jeden Geldautomaten weltweit kostenlos(!) beziehen. Online-Banking wie man es aus Deutschland kennt, ist selbstverständlich auch möglich.

Dann seid Ihr wenigsten mit Eurem Restvermögen und vor Pfändungen geschützt, da keiner von dem Konto weiß, da dies in Deutschland nirgendwo registriert ist!

Kommentar von Franzl0503 ,

Hans:

Was nützt dein Versteck auf einem Schweizer Konto,  wenn die Gläubiger  Einkünfte und sonstiges Vermögen des Schuldners pfänden? Und wie würdest du im Falle des Vermögenseids das "Versteck" beschreiben? Bist du wirklich der Meinung, die Gläubigervertreter wären allesamt auf dem Kopf gefallen?

Kommentar von Hansxxx ,

@ Franzl

Wie soll den bitte ein Konto gepfändet werden, wenn niemand davon Kenntnis hat? ;)

Ich bin mit meinem Schweizer Bankkonto jedenfalls sehr zufrieden, da es auch noch viele andere Vorteile bietet (z.B. Schweizer Bankgeheimnis (schon mal was davon gehört?), Schweizer Franken, Nicht-EU-Land, politisch und wirtschaftlich äußerst stabil, u.s.w.) und werde in Deutschland vermutlich nie wieder ein Bankkonto eröffnen.

Antwort
von gammonwarmal, 285

Ein Bekannter riet uns sogar dazu die Zahlungen einfach einzustellen und uns quasi aus der Finanzierung werfen zu lassen!

Ein echter Freund ist das hoffentlich nicht. Den würde ich aber sofort aus dem Bekanntenkreis entfernen.

Antwort
von sindy123, 200

Gibt´s im Haus vlt. eine Einliegerwohnung, die Ihr vermieten könnt?

Ansonsten geht zu finanzierenden Bank und setzt erst mal die laufende Tilgung auf 1% runter! UND: auch für junge Muttis gibt´s Nebenjobs!

Macht einen Vergleich: Was kostet Zins und Tilgung jeden Monat ?

Was kostet eine Wohnung Miete ? (Miete = Verlust!)

UND: Die Familie braucht mehr Platz.

Unterstützung (vorübergehend) von den künftigen Großeltern ?

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