Frage von crome,

CMI Wealthmaster-Classic Horrortrip

Ich habe im Dez 2007 eine Wealthmaster Classic abgeschlossen. Einzahlungen bisher ca. € 100.000. Aktueller Wert der Versicherung: € 58.000. Einbehaltener Wert für Gebühren, Vermittlungsprovisionen etc. also ca. € 42.000 (bei einer Gesamtversicherungssumme von € 600.000). Ich fühle mich betrügerisch abgezockt. Gibt es aufgrund der BGH-Urteile in 2012 juristische Möglichkeiten, um entweder den gesamten Vertrag ohne größeren Schaden rückabzuwickeln, oder Schadenersatz zu fordern?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sobeyda,

Ich bezweifle, dass für Gebühren, Vermittlerprovosion etc. 42% beträgt. Vermutlich handelt es sich um ein fondsgebundenes Produkt mit entsprechendem Risiko.

Das BGH-Urteil 2012 bezieht sich auf bestimmte Klauseln, den Rückkaufswert und Stornoabschlag von klassischen Lebensversicherungen. Da es sich hier (offenbar) nicht um eine klassische Versicherung handelt und Du nicht gekündigt, ist dieses Urteil leider nicht anwendbar.

Ganz untätig würde ich an Deiner Stelle trotzdem nicht bleiben. CMI hatte ja wegen Falschberatung in letzter Zeit ziemlich viel Stress, da würde ich mit Hilfe eines Anwalts versuchen, einen Ausgleich zu fordern. Die Chancen sind glaube ich nicht schlecht.

Kommentar von crome ,

Vielen Dank für die Einschätzung. Ich werde Ihrem Rat folgen, und anwaltlichen Rat hinzuziehen.

Antwort
von RAHANSEN,

Nun, ich bin einer derer, die "Hilfe anbietet". Tatsächlich aber Hilfe, und die muss auch im ersten Moment kein "saurer Apfel" sein. Wenn Sie Lust haben, so sehe ich mir das gerne einmal (wie immer kostenfrei) an. Bei dem WM classic Ratensparprodukt allerdings muss man sehr detailliert auf die Beratungssituation achten. Schlussendlich hat der BGH nur bei dem WM Noble die Eigenschaft als Kapitalanlage bejaht. Ansatz ist hier Intransparenz, Zurechnung von Hochrechnungen, falsche Veranlagung und Ungleichbehandlung im Fonds.

Antwort
von GAFIB,

Die Wertentwicklung ist wirklich jämmerlich. Ich vermute, die Einzahlungen sind relativ frühzeitig erfolgt (2007/2008)? Denn nur an den Kosten allein kann es nicht liegen, diese erreichen eine solche Größenordnung nicht.

Vielmehr dürften auch heftige Kursverluste in 2008/2009 verantwortlich sein. Wenn das Geld in einem Garantiefonds liegt, dann liegt es da schlecht: Denn in 2009 wurde bei den Garantiefonds von CM fast alles in den Geldmarkt gepumpt, wo es bis heute (!) liegt. Und dort verliert es jedes Jahr, weil die Vertrags-/Fondskosten weiterlaufen.

Möglicher Ausweg: Das Geld aus den schlecht gemanagten Garantiefonds herausnehmen und in die guten CM Einzelfonds hereinpacken wie z.B. Euro Adventurous, German Equity, Pacific Basin.

Natürlich geht das nicht ohne individuelle Risikoprüfung (wie lange läuft der Vertrag noch etc.) - aber dort haben die Einlagen zumindest eine gute Chance auf positive Wertentwicklung. In 2012 hätte eine Drittelverteilung auf diese drei CM-Fonds ca. +18% Wertzuwachs erbracht. Im Garantiefonds ("Flexible 80%") betrug er ca. 0%.

http://www.clericalmedical.com/de/investment/fonds.asp

Kommentar von crome ,

Vielen Dank für diese Einschätzung.

Die Einzahlungen erfolgen monatlich in den Europool 2004 Wealthmaster Classic (Kapitallebensversicherung als Tilgungsansparung Immobilie). Also konkret bis jetzt 74 mal 1.340 €. Wie hoch liegen die Kosten normalerweise?

Kommentar von GAFIB ,

Das kann ich aus der Ferne nicht exakt sagen: Ich weiß aber von einem Schwesterprodukt der CMI, dass ca. 5% als Provision enthalten sind zzgl. 7% Ausgabeaufschlag für den Kauf der CMI-Fonds sowie weitere Vertragskosten. Ca. 12-14% Kosten dürften eine passende Größenordnung sein. Genauer steht´s in den Produktunterlagen.

Antwort
von Helge001,

Das BGH-Urteil bezog sich auf gekündigte Lebensversicherungen. Wofür Schadenersatz oder Rückabwicklung? Vielleicht denkst du, es sei ein klassisches Produkt nur weil da steht "Classic". Anscheinend hast du dich nicht genau mit diesem Finanzprodukt beschäftigt, sondern dich blenden lassen. Der Fehler wird immer woanders gesucht, anstatt sich selber mal zu hinterfragen. Schadenersatz nein, Rückabwicklung nein.

Kommentar von crome ,

Lieber Helge, verkaufen Sie dieses Produkt vielleicht auch?

Klar besteht eine Mitschuld meinerseits, weil ich offenbar auf CMI-Bauernfänger hereingefallen bin, die nur darauf aus sind, satte Prämien und Provisionen einzustreichen. Nichtsdestotrotz erachte ich die Höhe der abgezogenen Gebühren für eine ausgemachte Frechheit, und kann auch im "Kleingedruckten" nur auszugsweise nachvollziehen welche Beträge für was abgezogen werden.. Darüber hinaus sind auch die Kontoauszüge trotz mehrfacher Anmahnung mehr als intransparent. Die Abzüge werden weder detailliert in Zeitpunkt und Höhe aufgeführt noch erläutert. Auch wurde in den damaligen Beratungsgesprächen weder auf die Höhe noch auf den Zeitpunkt der Abzüge eingegangen, noch die entsprechenden Auswirkungen dargestellt. Für mich steht fest, dass CMI mit an Betrug grenzenden Halbwahrheiten und zurückgehaltenen wichtigen Informationen Versicherungen verkauft, und sich somit an seinen Kunden bereichert.

Diese Finanzhaie sind genau diejenigen die mit ihrem unseriösen kurzfristigen Provisions-Eingeheimse (anstatt faire Gebühren über die gesamte Laufzeit zu verteilen) mit verantwortlich für die Finanzkrise sind.

Ich werde auf jeden Fall mein gesamtes Netzwerk online und offline aktivieren, um solchen Scharlatanen das Handwerk zu legen und sie marketing-wirksam anprangern, damit nicht noch mehr Menschen ahnungslos zum Abschluss solcher Geldvernichtungsverträge von CMI verführt werden. Den Preis für meine eigene Dummheit, CMI Seriosität zu unterstellen habe ich ja bereits bezahlt.

Schön, dass es im Rechtstaat Deutschland noch Gerichte gibt, die erkennen was Rechtens ist und was unlauter und sittenwidrig oder gar betrügerisch ist.

Kommentar von Helge001 ,

Solch ein Produkt habe ich nicht in meinem Portfolio. Sicherlich gibt es etliche Anlagen, die im Kostenbereich einfach nicht transparent sind. Für den Endverbraucher und selbst dem Finanzmakler sind einige Produkte in der Kostenstruktur öfters undurchschaubar. Nach den neuen Richtlinien sollte alles transparenter sein, leider nur zum Teil. In meinen Jahren als Bankmitarbeiter habe ich viele Sachen von Kunden erlebt, man wolle richtig Rendite machen. 8% sollten es mindestens sein. Selbst wenn man auf Risiken hingewiesen hat, hat die Gier das Gehirn gefressen. Nach Gewinn kam auch mal Verlust und das Jammern war groß. Die Berater, ich rede hier von seriösen Beratern, wurde dann der schwarze Peter vom Kunden oft zugeschoben.

Antwort
von Privatier59,

Fondspolicen der Clerical Medical sind in letzter Zeit wiederholt von der Rechtsprechung überprüft worden. Abschließende Entscheidungen des BGH gibt es zwar noch nicht (wegen Rückverweis an die unteren Instanzen), aber die Chancen für Schadensersatz stehen garnicht so schlecht:

http://kuerzer.de/sMaWdtiz0

Ein abschließendes Urteil über etwaige Ansprüche kann man Dir nicht hier in diesem Forum geben. Da mußt Du schon in den sauren Apfel beißen und trotz der nicht unerheblichen Kosten einen Rechtsanwalt beauftragen. Im Internet bieten gerade zu diesem Thema eine Vielzahl von Kanzleien ihre Dienste an und anwaltliche Hilfe kannst Du auch deswegen gut brauchen weil es wohl arg blauäugig sein dürfte, anzunehmen, dass Dir die Versicherung freiwillig Schadensersatz leistet.

Kommentar von crome ,

Vielen Dank. Es ist klar, dass es ohne Anwalt nicht geht.

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