Frage von jorotue, 1.488

Arbeitgeber behält rückwirkend Lohnsteuer ein nach Steuerklassenwechsel

Hallo,

folgende Situation: Meine Frau und ich haben in diesem Jahr die Steuerklasse von III/V auf IV/IV geändert, da wir nun ähnlich verdienen. Bei mir wird die geänderte Steuerklasse seit jetzt drei Monaten angewandt, bei meiner Frau erst für diesen Monat. Der Arbeitgeber hat jetzt rückwirkend bis Januar die Differenz zwischen der Lohnsteuer gemäß Steuerklasse III bzw. IV einbehalten. so dass meine Frau diesen Monat kaum Gehalt ausgezahlt bekommt. Darf er das? Meines Erachtens ist das doch Sache der Steuererklärung. Ich habe auch keine zuviel gezahlten Steuern meines Arbeitgebers erstattet bekommen. Die Höhe der Steuern bleibt doch insgesamt eh unverändert. Vielen Dank schonmal!

Antwort
von Gaenseliesel, 1.292

Hallo, mE ist ein rückwirkender Abzug der Lohnsteuer wie hier beschrieben, falsch !

Der Steuerklassenwechsel wirkt sich erst mit Beginn des auf die Antragstellung folgenden Monats aus.

K.

habe diese Info ergänzend gefunden :

http://www.cecu.de/steuerklassenwechsel.html

Kommentar von Gaenseliesel ,

für den AG deiner Frau :

§ 39a (5) Sätze 1 und 2 EStG.

In den Sätzen 3 und 4 ist geregelt, wie zu verfahren ist, wenn die Ehegatten von sich aus die Steuerklassen ändern lassen möchten. Dann ist der Folgemonat maßgebend. ..

Gruß ! K.

Kommentar von jorotue ,

Herzlichen Dank!

Wie sähe es eigentlich aus, wenn die Steuerklassen bereits im Januar geändert worden wären und der Arbeitnehmer die Bescheinigung über die ELStAM erst später abgibt, weil eigentlich zu Jahresbeginn der elektronische Abruf stattfinden sollte? Ist da maßgeblich, wann der Arbeitnehmer die Bescheinigung abgibt und der Rest wird im Jahresausgleich geregelt oder ist hier der 1. Januar entscheidend?

Kommentar von jorotue ,

Ich glaube, ich habe es schon selbst gefunden: Nach §41c Abs. 1 muss der Arbeitgeber in dem Fall die Lohnsteuer nachträglich einbehalten, sofern zumutbar. Bei einer Erstattung allerdings nicht.

Antwort
von billy, 1.202

Natürlich darf er das, er muss es sogar, durch den Steuerklassenwechsel steigt zunächst die Steuerlast. Zu viel entrichtete Steuern können ja mit der Steuererklärung wieder erstattet werden. M. E. war der Wechsel völlig unnötig.

Kommentar von jorotue ,

Stimmt wohl, ist jetzt aber leider auch zu spät.

Antwort
von freelance, 1.378
  • wieso solltest du was erstattet bekommen, wenn bei dir die korrekte Steuerklasse schon angewandt wird?
  • wenn bei deiner Frau übersehen wurde, dass sich die Steuerklasse geändert hat, dass damit zu wenig Steuer abgeführt wurde, so ist eine Anpassung korrekt, auch für die schon vergangenen Monate (Zumutbarkeit vorausgesetzt).

Wie kann es eigentlich sein, dass euch das nicht aufgefallen ist? Ändert sich die Steuerklasse, jedoch nicht die Auszahlung, müsste man doch skeptisch werden. Auf den Gehaltszetteln sollte auch vermerkt sein, welche StKl angewandt wurde.

Kommentar von jorotue ,

Liegt daran, dass mein Arbeitgeber später als versprochen die ELStAM abgerufen hat, mein Freibetrag beim Finanzamt erst verspätet eingetragen usw usf. Dadurch ist das untergegangen. Ist es denn für den Arbeitnehmer zumutbar, wenn kaum noch Netto-Lohn rausspringt?

Antwort
von Jayakus, 976

Das darf er nicht, ab Änderungsdatum ist es dir dann höchstens rückwirkend auszuzahlen ja aber das ist definitiv nicht erlaubt !

Kommentar von Primus ,

????

Antwort
von jeya89, 897

Hatte eine ähnliche Situation. Ist aber Rückwirkend verboten. Hoffe es is nicht zu spät.

Quelle: http://lohnsteuerklasse.info/

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