Frage von brauner72, 99

Kann man eine Adoption rückgängig machen bei Verdacht auf Betrug

Habe im jahre 2008 den jungen meiner damaligen frau adoptiert im glauben das sein richtiger vater in Kasachstan tot sei. Meine damalige frau ist übrigens auch eine Russin. Jetzt habe ich aber den Nachweis das sie mich reingelegt hat und der vater garnicht tot ist. jetzt meine frage :kann ich die Adoption rückgängig machen. Zur polizei werde ich auch gehen und eine anzeige machen gegen meine ex.denn in der geburtsurkunde steht als vater..ihr onkel der tatsächlich gestorben ist nur er ist nicht der vater von dem jungen.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Zitterbacke, 99

Ja , aber :

Ist eine Adoption vollzogen, lässt sich dieser Schritt nur noch unter ganz wenigen, gesetzlich bestimmten Voraussetzungen wieder rückgängig machen.

Eine Möglichkeit ist diese :

§ 1760 Aufhebung wegen fehlender Erklärungen

"(2) Der Antrag oder eine Einwilligung ist nur dann unwirksam, wenn der Erklärende

...

c) durch arglistige Täuschung über wesentliche Umstände zur Erklärung bestimmt worden ist, ... "

http://dejure.org/gesetze/BGB/1760.html

Gruß Z... .

Kommentar von Privatier59 ,
a) zur Zeit der Erklärung sich im Zustand der Bewusstlosigkeit oder vorübergehenden Störung der Geistestätigkeit befand, wenn der Antragsteller geschäftsunfähig war oder das geschäftsunfähige oder noch nicht 14 Jahre alte Kind die Einwilligung selbst erteilt hat,

Der Fragesteller war verliebt. Das muß doch sicher als vorübergehende Störung der Geistestätigkeit durchgehen. Also gleich 2 Alternativen die in Frage kommen. Dann mal los!

Kommentar von Zitterbacke ,

Mit Aussicht auf Erfolg . ;-)))

Antwort
von Primus, 64

Unter besonderen Umständen kann die Adoption auch wieder rückgängig gemacht werden. Eine solche kann auf Antrag vom Vormundschaftsgericht ausgesprochen werden.

Antragsberechtigt für einen Aufhebungsantrag ist nur derjenige, unter dessen Antrag oder Einwilligung das Kind angenommen worden ist. Der Antrag kann nur innerhalb einer Frist von drei Jahren nach dem Ausspruch der Adoption gestellt werden.

In seltenen Fällen kann das Vormundschaftsgericht die Adoption von Amts wegen aufheben, wenn dies aus schwerwiegenden Gründen zum Wohle des Kindes erforderlich ist.

http://www.anwalt-wille.de/2012/07/gibt-es-eine-ueberlegungsfrist-fuer-eltern-di...

Antwort
von Snooopy155, 68

Trete mal den Nachweis an, dass die Geburtsurkunde Deines Adoptivsohnes gefälscht wurde. Wenn die Mutter bei der Geburt einen falschen Vater genannt hat, dann ist die Geburtsurkunde trotzdem echt. Nur wenn der Eintrag nachträglich geändert wurde hast Möglichkeiten rechtlich dagegen vorzugehen, denn dann liegt ja kein Einverständnis des Vaters zur Freigabe seines Kindes zur Adoption vor. Aber ob es Dir gelingt dies bei dem russischen Rechtsverständnis auch alles nachzuweisen - ich hege da meine Zweifel.

Kommentar von Gaenseliesel ,

deine Ausführungen sind im Grundsatz schon einmal überlegenswert......

denn dann liegt ja kein Einverständnis des Vaters zur Freigabe seines Kindes zur Adoption vor

dieses Einverständnis liegt anscheinend eindeutig nicht vor, denn der leibliche Vater erfreut sich möglicherweise bester Gesundheit !

Andererseits, wer weiß schon, was in der SU so illegal möglich war. Aber du hast recht, das Nachweisen wenn es dann Ungereimtheiten gab, wird schwierig bis unmöglich !

Antwort
von Carabella, 56

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es schon möglich. Meine Frage ist aber, ob deas Kind nicht das leidtragende Opfer ist, denn nach 7 Jahren sieht es doch bestimmt den Vater in Dir und auch Du hast doch eine Beziehung zu dem Kind aufgebaut.

Wenn der Grund des Betruges nicht gerade der ist, dass das Kind durch Dich zu einem größeren Erbe kommt, würde ich an das Wohl des Kindes denken, das nun wahrlich nichts für die unlauteren Absichten der Mutter kann.

Antwort
von Privatier59, 48

Das Familiengericht kann das machen, allerdings sind die Voraussetzungen hoch:

http://dejure.org/gesetze/BGB/1763.html

Schwerwiegende Gründe zum Wohl des Kindes sind erforderlich. Die Aufhebung würde hier an sich das Gegenteil bewirken. Bei der Entscheidung wird sicherlich berücksichtigt werden, dass es nicht das Kind war durch das Du getäuscht wurdest.

Antwort
von wfwbinder, 44

Du hast doch gute Antworten bekommen. Welche Änderungen erwartest Du?

in den letzten 15 Tagen gab es keine Gesetzesänderung.

Antwort
von Primus, 36

Erkläre doch bitte, warum Du die Frage neu eingestellt hast. Du hast eine Antwort als die hilfreichste ausgezeichnet und auch Gesetzestexte liegen Dir vor.

Also sag uns, woran es noch hapert.

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