Frage von Springbutterfly, 419

Erfahrungen mit Profi MR 200 - Marco Reuss

Liebe Community,

bin vor einiger Zeit auf ein Angebot des Vermögensverwalters Marco Reuss gestoßen, das u.a. bei Youtube mit kürzeren und längeren Videos stark beworben wird.

Es handelt sich um eine fondsbasierte Vermögensverwaltung names Profi MR 200. Diese besteht aus einem Protfolio von ca. 10 kostengünstigen und breit diversifizierten Dimensional Fonds, die zusammen etwa 16000 Aktien weltweit beinhalten.

Mit einem modifizierten 200-Tages-Trendlinien-Ansatz, der Fehlsignale vermeiden soll, wird in "guten" Zeiten in den Weltaktienmarkt investiert, in "schlechten" Zeiten wird das Vermögen in den Geldmarkt umgeschichtet.

DAs Angebot soll derzeit die günstigste Vermögensverwaltung in Deutschland sein, ca. 2% p.a. an Gebühren fallen an.

Hat jemand Erfahrungen mit Herrn Reuss und seiner Anlage gemacht und wenn ja, wie waren diese?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von fielperson, 419

Hallo!

Herr Reuss verwaltet meine Depots seit vielen Jahren und ich kann wirklich nur positives berichten.

Ich würde Herrn Reuss nicht als Guru bezeichnen, aber sicher als eine Person, die sich zu 100% mit dem Thema Geldanlage auskennt und in der Lage ist, einem seine Strategien und Ansätze zu vermittlen, ohne dabei auf Biegen und Brechen verkaufen zu wollen.

Wenn Sie Interesse haben, würde ich Ihnen einen Einblick in eines meiner Depots geben, denn ich glaube, dass reale Zahlen aussagekräftiger sind, als die Theorie. Schreiben Sie mir einfach eine private Nachricht.

Viele Grüße aus Schweinfurt!

Antwort
von gandalf94305, 376

Ich halte jede derartige Methode für unseriös, denn die Erfolge eines wirklich seriösen Vermögensverwalters lassen sich nicht in ein paar Regeln fassen. Man kann das an 200-Tage-Linien oder anderen Kennzahlen festmachen wollen, aber die Märkte lassen sich nun mal nicht in eine Formel fassen.

Dimensional hat interessante Ansätze für das Fondsmanagement, aber letztendlich auch nicht das Patentrezept für ein perfektes Ergebnis, wie man leicht an der Performance der Dimensional Fonds erkennen kann. 

Warum sollte es die günstigste Vermögensverwaltung mit diesen 2% sein? Kompletter Unsinn. Fidelity SAM verlangt beispielsweise 0,36% bis 0,83%, DJE liegt bei 1% plus Gewinnbeteiligung, Acatis möchte 0,6% plus Gewinnbeteiligung... Sorry, aber die 2% sind Humbug. Da kauft man doch lieber einen vermögensverwaltenden Fonds ohne Ausgabeaufschlag.

Daher: ich glaube nicht an Gurus und per Youtube promotete Vermögensverwalter. Man sollte auf Marcos und Dirks und andere dieser Sorte nicht hereinfallen.

Kommentar von Springbutterfly ,

Hallo Gandalf,

das ist kein kompletter Unsinn, bitte die GESAMTKOSTEN angeben:

Ich habe Fidelity SAM nachgeschaut, die verlangen zwar nur 0,36-0,83% Verwaltungskosten, aber auch eine Umsatzkommission von bis zu 1,5% auf den Anlagebetrag plus die Kosten für die Fonds von 1,2-2,5%! Damit liegen sie in den jährlichen Kosten bei ca. 1,5-3,4% p.a. plus Umsatzkommission und damit über dem Angebot von Herrn Reuss (0,5% Fondskosten, keine Umsatzkommission, ca. 1,5% Verwaltungskosten).

Damit scheint das kein unseriöses Angebot zu sein.


Kommentar von gandalf94305 ,

Die Umsatzkommission bei SAM ist abhängig vom Portfoliovolumen. Daher liegt der tatsächliche Betrag für ein Depot ab 50.000 EUR tatsächlich deutlich niedriger als die genannten 2%.

Skeptisch werde ich jedoch, wenn ich lese, daß die Strategie in einem "modifizierten 200-Tages-Trendlinien-Ansatz" oder einem "optimierten, fasl-blah-Sharpe/Treynor-modifizierten trööt-stochastischen Modell" liegen soll. Das ist Techno-Babble. Letztendlich sind solche Modelle nicht perfekt und schreien nach Fehlsignalen.

Die Dimensional Fonds sind nicht so überragend gut, daß man unbedingt damit werben müßte... Auch Nobelpreisträger können sich irren - ich erinnere an LTCM. Daher bin ich generell skeptisch bei stark vereinfachenden, verharmlosenden Modellen, die als Vermögensmanagementmodell angeboten werden. Eine gute Performance seit 2009 zu erreichen, war nun wirklich für praktisch jede nicht absolut dilettantische Vermögensverwaltung recht einfach. Interessanter ist die Frage, wie es sich denn von 2007 bis 2009 verhalten hat. Oder im Q3/2011? Oder jetzt in 2015? Das sind die Prüfsteine, an denen man sich ausrichten muß.

Wer primär mit den Kosten wirbt, verschleiert, daß billig nicht gut sein muß. Ein seriöser Anbieter muß nicht auf diese Weise werben, sondern stellt seine Kompetenz durch Qualitätsmerkmale der verwalteten Portfolios unter Beweis.

Antwort
von TBergmann, 345

Meines Wissens gibt es keine Strategie die den Aktienmarkt austricksen kann. Ein großer Teil der Fonds und Anlagen werden mit einer Historie ab 2009 gezeigt und damit der letzte Crash ausgeblendet. 

Ein Stratege Davis F. Swensen hat gesagt  Diversifizieren bedeutet Anlagen zu wählen, welche auf die gleichen Marktereignisse unterschiedlich reagieren. 

Aktienfonds reagieren aber alle gleich. Diversifizieren ausschließlich mit frei handelbaren Wertpapieren ist schlichtweg  nicht möglich. 

http://bp-invest.de/blog/david-f-swensen/

Aus meiner Sicht ist es möglich zu niedrigen Kursen einzusteigen und sofort nach Kauf einen Verkaufskurs (Limitorder) zu hinterlegen. Sobald der Fonds diesen wert erreicht, wird verkauft.

Eine detaillierte Auswertung findest du unter dem Punkt - Bausteine - Einstiegs- und Ausstiegsstrategie

Über ein Feedback wäre ich sehr dankbar.

Kommentar von gandalf94305 ,

Sehr pauschal.

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