Frage von Monala, 103

Darf mein Arbeitgeber das Trinkgeld der Hotelgäste zu meinem Lohn rechnen und Mindestlohn sparen?

Ich hab meinen Arbeitgeber kürzlich auf den Mindestlohn angesprochen, er meinte, das werde für mich gar nicht zutreffen, da ich zum Lohn ja das Trinkgeld der Hotelgäste hätte, dann käme ich schon so ungefähr auf die 8,50 Euro. Kann das wirklich so sein? Natürlich bekomme ich im Hotel gutes Trinkgeld, ich bin ja ne gute Zimmerfrau, das zahlt sich aus. Aber die 8,50 Euro reiner Stundenlohn hätte ich schon gern.

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Antwort
von Primus, 97

Wir haben doch schon in Deiner ersten Frage geschrieben, dass es den Mindestlohn im DHG noch nicht gibt und Du Dich gedulden musst.

Da Dein Arbeitgeber allerdings die fiese Praxis ausübt, Dein Trinkgeld in den Stundenlohn einzurechnen, wirst Du auch bei der Durchsetzung des Mindestlohnes nicht spürbar mehr Geld zur Verfügung haben.

Ich kann Dir von daher auch nur raten, dass Du Dich besser um eine neue Stelle kümmerst.

Antwort
von Snooopy155, 92

Warte ab, bis das Gesetz beschlossen ist, und entscheide dann, ob Du Dir einen neuen Arbeitsplatz suchen willst. Wenn Du gut bist sollte dies kein Problem sein. Am Jahresende erhälst Du ja eine Jahresübersicht und zusammen mit Deinen monatlichen Abrechnungen ist daraus ersichtlich, wie hoch Dein tatsächlischer Stundenlohn war. Nun kannst Du den Arbeitgeber auf Nachzahlung verklagen, sofern das Gesetz denn auch schon rechtskräftig ist. Er wird Dir nachzahlen müssen. Aber richte Dich auch darauf ein, dass Du eine Einkommenssteuerrklärung machen solltest in der Du Deine Trinkgelder mit als Einnahme deklarierst, ansonsten geht der schuß nach hinten los.

Antwort
von Claudie, 55

Trinkgeld ist Geld der Gäste für Dich, weil Du Deine Arbeit gut machst und das Hotelzimmer gut aufräumst. Der Arbeitgeber kann dieses Trinkgeld der Hotelgäste nicht auf Deinen Lohn anrechnen, das wäre eine Unverschämtheit. Der Mindestlohn soll ab 2015 kommen, ab da müßte er Dir 8,50 Euro die Stunde zahlen, was sicher angemessen ist.

Antwort
von nixwissen13, 67
  • es gibt noch keinen Mindestlohn
  • ein Anrechnen geht nicht, wenn auch oft so gehandhabt
  • das Thema kann man dann besprechen, wenn das Gesetz durch ist

Wie der Kommentar vom AG aussieht, sagt er ja nicht, dass er das Trinkgeld wirklich anrechnet, sondern dass man mit dem Trinkgeld wohl auf den geplanten Mindestlohn kommt.

Warte ab und diskutiere dann neu. Du wirst ja jetzt schon nen Vertrag haben und dort steht sicherlich ein Betrag. Der ist anzupassen. Mit dem Trinkgeld hat das nichts zu tun.

Antwort
von Tina34, 67

es gibt zur Zeit immer noch keinen Mindestlohn dieses Thema hatten wir ja schon bei deiner anderen Frage!

http://www.finanzfrage.net/frage/ich-arbeite-als-zimmermaedchen-stundenlohn-750-...

Für dich ist die Sache ganz einfach - such dir einen anderen Job und alles ist gut. Viele haben mittlerweile Probleme gutes Personal zu bekommen und sind auch bereit dann die 8,50 zu zahlen.

Antwort
von wfwbinder, 41
  1. Bei den Löhnen in der Gastronomie ist es tatsächlich gängige Praxis die Trinkgelder einzubeziehen. Eine Frechheit, aber eben Praxis.

  2. Auf welchen Mindestlohn will er anrechnen, mir ist weder aus einem Gesetz, noch aus einem Tarifvertrag ein Mindestlohn für die Gastronomie bekannt.

  3. Suche Dir ggf. einen Arbeitgeber, der besser zahlt.

Antwort
von thomasd1982, 44

Verklagen bla sülz, das sind die Arbeitnehmer die Deutschland kaputt machen. Null Qualifikation aber genau wissen was ihnen zusteht. Viel Glück bei dem Gang zu einem "anderen" AG.. ihr vergesst, dass ihr die Jobs nur habt weil ihr nichts anderes könnt ! Vergesst es anderswo in einer vergleichbaren Branche mehr zu bekommen. Eure behinderten Klagen sorgen nur dafür das der "böse" AG der euch einen Job gibt, Pleite geht und die paar Hansel die da gearbeitet haben arbeitslos sind. Dann zahlen nämlich die Leute mit Ausbildung und Studium euren rechten Lohn in Form von Arbeitslosengeld. In Deutschland und überall auf der Welt bekommt man das was einem zusteht. Das soll jetzt nicht diskrimierend sein, aber der AG(bis auf Ausnahmen) ist nicht dafür verantwortlich das ihr euch nichts leisten könnt sondern die immer teuer werdenen Güter ! Was bringt ein Mindestlohn wenn der AN am Ende mehr verdient als der AG ?? Nix, weil dann beide arbeitslos sind. So bescheuert.. Klar dann machen wir die ganzen Kleinstbetriebe einfach zu. Ist doch die beste Lösung. Ich hoffe die SPD hat auch schon Ausweicharbeitsplätze geschaffen wo die ganzen Joblosen und ehemaligen bösen AG arbeiten können.

Aber ich habe schon eine Idee wo ihr Marktschreier dann hingehen könnt. Zum Gerichtshof. KLAGEN !

Alternative: lernt einen richtigen Job, dann braucht ihr den freundlichen kleinen Arbeitgeber von nebenan und aus eurem kleinen Ort nicht verklagen sondern geht zu einer großen Firma wo ihr mehr Geld bekommt !

Ansonsten Fresse halten und mit dem zufrieden sein was überhaupt möglich ist in Deutschland.man man

Antwort
von Niklaus, 41

Trinkgeld darf nicht als Lohn gerechnet werden. Wenn dein AG das trotzdem macht, hilft leider nur der Gang zum Arbeitsgericht und damit wahrscheinlich der Jobverlust.

Warte erst mal ab, ob er das wirklich machen will. Bei so einem AG möchte ich nicht arbeiten.

Antwort
von Privatier59, 33

Der Gesetzentwurf für den Mindestlohn ist noch nicht öffentlich und schon meint Dein Arbeitgeber, ein Schlupfloch für sich entdeckt zu haben. Das nenn ich mal einen gewieften und mit allen Wassern gewaschenen Geschäftsmann. Ob er wirklich durch dieses selbstentdeckte Schlupfloch schlüpfen kann oder mächtig Schiffbruch erleidet, kann Dir bisher niemand sagen. Meine Prognose ist aber, dass er damit auf die Nase fällt. Tragisch für Dich dabei dürfte sein, dass Du ihm das erst durch das Arbeitsgericht beibringen lassen mußt.

Antwort
von SimonuCarolaR, 41

Das würde ich mir nicht gefallen lassen!

Habe auch mal eine Zeit lang gekellnet, neben dem Studium, und 5,50 € Stundenlohn bekommen. Da wollten die mir doch tatsächlich einen Großteil meines Trinkgelds stretig machen.

Da habe ich denen mal die Meinung gesagt und mit Kündigung gedroht. Hat gewirkt.

Ich gebe dir generell den Tipp - Lege dir von deinem Gehalt, wenn es geht, immer etwas zurück und siehe zu dass du Finanziell nicht alles "auf Kante nähst".

Wenn man weiss, man hat noch etwas Geld auf dem Konto, mit dem man problemlos mal 2-3 Monate über die Runden kommen könnte, tritt man mit viel mehr Selbstvertrauen auf und traut sich auch mal Nein zu sagen!

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