Frage von Ninju, 709

Aufforderung zur Abgabe der Steuererklräung obwohl nur Minijobberin

Liebe Alle! Von meinem Finanzamt habe ich eine (nochmalige) Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung erhalten. Diese habe ich erst ignoriert, da ich meines Erachtens keine Erklärung abgeben muss, wenn ich Minijobberin bin. Im Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung für 2012 steht ebenfalls, dass 0€ Lohnsteuer einbehalten wurden. Die Jahre zuvor war ich allerdings keine Minijobberin und musste ganz normal meine Lohnsteuererklärung abgeben. Ich würde ja das Finanzamt anrufen und nachfragen, doch die sind natürlich nicht mehr da und ich habe soeben bemerkt, dass ich die Erklärung heute noch abgeben muss. - Sonst droht ein Zwangsgeld. Vielleicht könnt ihr mir helfen? Wieso will das Finanzamt eine Steuererklärung von mir, wenn ich doch gar keine Steuern eingezahlt habe??? Ich bedanke mich herzlichst im Voraus für Eure Antworten!

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Antwort
von MaierC, 709

Wenn Vorjahre Steuererklärungen abgegeben wurde, und für 2012 noch keine, dann bekommt man vom Finanzamt ein Erinnerungsschreiben, denn das Finanzamt weiß ja nicht, dass 2012 nur ein Minijob ausgeführt wurde. Das ist der normale Weg. Wenn ein Erinnerungsschreiben das Finanzamt an einem rausschickt, dann hat man ja die Möglichkeit darauf zu reagieren, indem man ein paar Zeilen schreibt und die Sachlage kurz erörtert. Dann wäre alles gut. Aber so........ glaubt das Finanzamt, da muss man anscheinend mit mehr Druck an die Sache rangehen, indem das FA Androhung von Zwangsgeld ansetzt. Ist der ganz normale Weg seitens des Finanzamts. Ich würde umgehend ein solches Schreiben ans Finanzamt schicken, wo Sie erklären ........eine Est-Erklärung ist nicht abzugeben, da nur Einkünfte aus einem Minijob bezogen werden und andere Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes liegen keine vor. Somit dürfte sich die Sache erledigen. Einfach Brief vom FA ignorieren..................geht nicht.!!!!

Antwort
von Kevin1905, 544
Diese habe ich erst ignoriert, da ich meines Erachtens keine Erklärung abgeben muss

Du bist grundsätzlich verpflichtet eine abzugeben wenn man dich dazu auffordert. Basta fertig.

Antwort
von Meandor, 492

Das Finanzamt will eine Steuererklärung weil es nicht hellsehen kann. Könnte es hellsehen, dann bräuchten wir überhaupt keine Steuererklärungen.

Und das Finanzamt will in der Regel auch die Steuererklärung und nicht nur einen Telefonanruf, denn wenn Du mit Unterschrift beschwörst, dass alle Angaben in der Steuererklärung wahr sind, dann liegt der Schwarze Peter bei Dir, wenn sich rausstellt, dass die Angaben doch nicht wahr sind.

Antwort
von FREDL2, 453

da ich meines Erachtens keine Erklärung abgeben muss

Tja, auf Dein "Erachten" kommt es in so einem Fall nun gar nicht an. Ich kann mir vorstellen, dass Dein Minijob-Arbeitgeber sich die Abführung der 2% Lohnsteuer an die Knappschaft Bahn/See gespart hat. Der Betrieb hatte eine Prüfung der Dt. Rentenversicherung, die haben das bemerkt und dem Finanzamt gemeldet.

Werden diese 2% vom AG nämlich nicht gezahlt, wird der Minijob voll steuerpflichtig. Hattest Du in dem Kalenderjahr sonst keine Einkünfte als diesen Minjob, kannst Du die Erklärung doch noch heute Abend fix mit www.elster.de an Dein Finanzamt übermitteln und Dich anschliessend wieder cool aufs Sofa legen. Du brauchst nur den Mantelbogen und die Anlage N ausfüllen.

Den Mantelbogen der ESt-Erklärung musst Du allerdings ausdrucken und unterschrieben mit der Post hinterherschicken.

Antwort
von Sobeyda, 367

Vielleicht will das FA genau deswegen, weil Du keine Steuer gezahlt hast, die Steuererklärung von Dir. Sind schließlich kein Hellseher.

Ruf da gleich morgen an und klär das mit dem Zwangsgeld. Nach meiner Erfahrung kann man mit denen reden - nur ihre Schreiben ignorieren, das finden sie nicht so gut.

Antwort
von Gaenseliesel, 314

Hallo, du bist ja wirklich ne ganz Schnelle ! ;-))

Die zweite Aufforderung seit Tagen in den Händen und dann auch noch heute der letzte Abgabetermin, super !

Tipp, gleich morgen die Lohnsteuerbescheinigung zum Finanzamt bringen !!!

Die Jahre zuvor war ich allerdings keine Minijobberin und musste ganz normal meine Lohnsteuererklärung abgeben.

.... und genau dies ist der Grund der Aufforderung zur Einkommensteuererklärung !

K.

Antwort
von Privatier59, 310

Liebe Eine! Wieso erfüllst Du dem Finanzamt nicht den Wunsch? Dann können die sich anhand Deiner Steuererklärung selber davon überzeugen, dass von Dir nichts zu holen ist.

Antwort
von billy, 289

Geh morgen persönlich zum Finanzamt und kläre die Angelegenheit in einem persönlichen Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter. Nimm alle relevanten Unterlagen aus 2012, insbesondere die Lohnsteuerbescheinigung mit.

Kommentar von FREDL2 ,

Geh morgen persönlich zum Finanzamt und kläre die Angelegenheit in einem persönlichen Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter.

So weit kommt er/sie ganz sicher nicht, sondern max. ins ServiceCentrum. Und dann? Die füllen keine Erklärung aus, das dürfen die auch gar nicht.

Antwort
von pssst, 291

naja, heute ist sogesehen ja auch auch schon um und so schnell wirst Du das auch nicht mehr hinbekommen. Geh morgen zum Finanzamt und besprich das-evtl. löst sich das dann alles auf und gut. Gehe davon aus, daß Du für Einkünfte nur aus dem Minijob tatsächlich keine Erklärung abgeben mußt-klärt sich alles morgen.

Antwort
von Rentenfrau, 271

Hallo Ninju, es wird wohl so sein, daß das Finanzamt "noch weiß", daß Du in den Jahren zuvor keine Minijobberin warst und daher verlangen sie sozusagen gewohnheitsmäßig von Dir eine Steuererklärung, beeile Dich damit, denn mit dem Finanzamt ist - das weiß ich aus Erfahrung - nicht zu spaßen.

Antwort
von SBerater, 232

einfach die Steuererklärung abgeben, fertig. Dann sind alle glücklich.

Antwort
von EnnoBecker, 243

Nachdem die Frage nach der Streuererklärung ausführlich beantwortet ist, bleibt noch die Sache mit dem Zwangsgeld.

Ich hoffe, dass du die Steuererklärung inzwischen eingereicht hast. Die Androhung von Zwangsmaßnahmen müssen nämlich sofort fallengelassen werden, wenn die Handlung, die erzwungen werden soll, erfolgt ist.

Nur - einmal gezahltes Zwangsgeld sieht man nie wieder.

Aber Achtung! Genau nachlesen: Ein Verzögerungsgeld wird nicht zurückgenommen, den die Verzögerung ist ja tatsächlich eingetreten.

Kommentar von Gaenseliesel ,

" Verzögerungsgeld " so etwas gibt,s auch ? Nun ja, eine Art Erziehungsmaßnahme ? :-)) K.

Kommentar von EnnoBecker ,

§ 146 (2b) AO:
Kommt der Steuerpflichtige der Aufforderung....zur Erteilung von Auskünften .... innerhalb einer ihm bestimmten angemessenen Frist .... nicht nach .....t, kann ein Verzögerungsgeld von 2.500 Euro bis 250.000 Euro festgesetzt werden.

Man beachte dabei die Untergrenze.

Kommentar von FREDL2 ,

@EB: das Verzögerungsgeld ist eine sehr, sehr schöne Sache und wird auch fleissig verwandt. In diesem Fall jedoch wäre es nicht verhältnismässig, da ab 2.500,00. Das unterschreibt bei erstmaligem Vorkommen beim Pflichtl kein Obermufti.

Kommentar von EnnoBecker ,

In normalen gegenden vielleicht.

In einem Berliner Finanzamt hat der übereifrige Veranlagungsbeamte gleich dreimal Verzögerungsgeld verhängt - und zwar in derselben Sache.

Das FG hats ihm allerdings um die Ohren gehauen.

Kommentar von FREDL2 ,

@EB

Das FG hats ihm allerdings um die Ohren gehauen

Hm, natürlich. Es gilt immer noch der Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Die Berliner scheinen zu viel Zeit zu haben.

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