Frage von Nordhaeuser, 273

Azubi: Aufforderung zur Steuererklärung, dann Pflicht?

Guten Tag, ich habe 2011 das erste mal eine Steuererklärung abgegeben wegen Lohnsteuerabzug vom Nebenjob. Nun habe ich Post vom Finanzamt bekommen, dass ich versäumt habe für 2012 eine abzugeben. Muss ich nun eine abgeben oder nicht? So wie ich es bisher verstehe nicht, weil ich als Azubi ohne Nebenjob 2012 nur Lohn bezogen habe, richtig? Lohnsteuer habe ich aber davon bezahlt. Oder gilt das nicht, weil ich für 2011 eine abgegeben habe? Was noch wichtig zu erwähnen wäre: Ich investiere seit 2012 in Aktien. Im den selben Jahr lagen die Gewinne bei ca. 900 Euro, Freibetrag bei der Bank 500 Euro, Steuern ca. 80 Euro. Ändert das was an der Pflicht zur Abgabe? Mein Riester-Bausparvertrag und die vermögenswirksamen Leistungen dürften wohl nichts an der Pflicht ändern, oder?

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Antwort
von Primus, 273

Bei den Steuern gibt es auch für Azubis einen Grundfreibetrag und der Fiskus greift nur dann zu, wenn dieser überschritten wird. Der liegt 2014 bei insgesamt 8.354 Euro. Im Jahr 2013 waren es 8.130 Euro. Bis zu dieser Grenze verschont der Staat die Einkünfte.

Betrachtet man diese Grenze nach dem monatlichen Einkommen, so sind das rund 850 bis 900 Euro Bruttoverdienst im Monat aus. Ab dieser Grenze ist in der Regel Lohnsteuer zu zahlen.

Aber wie auch immer, sobald du aufgefordert wirst, musst Du reagieren.

Antwort
von Gaenseliesel, 234

Hallo Nordhaeuser,

Warum willst du dir deine 80,- Euro nicht wiederholen, ob nun Pflicht oder Kür ? Der Sparerfreibetrag bei Singles beträgt 801 Euro im Jahr ! Nachdem du nur 500 Euro freigestellt hast, wurden dir 25% Quellensteuer ( 80 Euro )berechnet ! Durch eine Einkommensteuererklärung kannst du dir die zuviel einbehaltene Quellensteuer vom Finanzamt erstatten lassen ! Hierzu musst du nur neben der Anlage N auch die Anlage KAP ausfüllen !

Hast du evtl. sogar Werbungskosten ( Fahrtkosten z.B. ) die über dem Pauschbetrag von 1.000 Euro liegen oder sogar weitere Kosten die in Verbindung mit der Arbeit stehen, diese Ausgaben senken ebenfalls die Steuerlast.

http://de.wikipedia.org/wiki/Werbungskosten

Sicher macht die Steuererklärung ein wenig Arbeit aber solange etwas dabei herauskommt............ K.

Antwort
von gandalf94305, 192

Dann erstelle doch eine Einkommensteuererklärung für 2012.

Zunächst mal könnten sich ja Werbungskosten von mehr als 1.000 EUR für Dich ergeben, die Deine Steuerlast mindern. Da Du keine Lohnsteuer bezahlt hast, ist das zunächst mal irrelevant.

Aber: Du hattest Kapitalerträge. Wenn Deine Gewinne unter dem Strich zu einer Besteuerung geführt haben, dann solltest Du die Günstigerprüfung beantragen. Im Endeffekt können alle, die weniger als 25% Grenzsteuersatz für die Einkommensteuer haben, dies beantragen und dann werden Kapitalerträge auch nicht mit 25% Abgeltungssteuer, sondern mit weniger besteuert.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, daß Du die 80 EUR gezahlte Abgeltungssteuer und SolZ wieder zurückbekommst. Das wird Dir jedoch Elster verraten...

Kommentar von EnnoBecker ,

Gandi, dass die Abgabe einer EStE hier ratsam wäre,ist völlig klarund du hast deshalb mit deiner Antwort absolut recht.

Aber das war hier nicht die Frage. Ich gehe davon aus, dass dem Fragesteller bewusst ist, dass eine Abgabe günstig für ihn ist.

Kommentar von gandalf94305 ,

Stimmt. Und wahrscheinlich ist er nicht wirklich verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

Ich gehe davon aus, dass dem Fragesteller bewusst ist, dass eine Abgabe günstig für ihn ist.

Aber das habe ich aus dem Posting nicht so herausgelesen, sondern eher einen Glauben an die Regelbesteuerung und die damit verbundene Nichtnotwendigkeit zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung (und Nutzung des Veranlagungsverfahrens). Daher mein Hinweis, daß es im Interesse des Fragers sein sollte, die Einkommensteuererklärung abzugeben :-)

Kommentar von EnnoBecker ,

Der Hinweis ist auch vollkommen angebracht.

Antwort
von billy, 157

Wenn Du eine Aufforderung vom FA bekommst dann musst Du eine machen ganz klar oder ?

Kommentar von Nordhaeuser ,

nicht zwingend. Ich kann das Formular aus auf der Rückseite ausfüllen, indem ich angebe, warum ich der Meinung bin keine abgeben zu müssen. Da würde ich gerne wissen, ob ich dann eben da eintragen kann, dass ich Azubi bin.

Kommentar von vulkanismus ,

Doch zwingend, da nicht Deine Meinung gefragt ist, sondern Zahlen. Und die sind wahrheitsgemäß einzutragen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Nein, Vulki.

Zum einen ist die Erinnerung kein VA.

Zum andern: Wäre sie einer, so wäre er einspruchsfähig.

Kommentar von vulkanismus ,

Hey, wenn Du das sagst, dann ist das sicher so (bin schon weit weg von der Steuer).

Aber Nordhaeuser: Wenn Du der Aufforderung nicht Folge leistest, werden Deine Besteuerungsgrundlagen geschätzt, es ergeht ein Steuerbescheid, der Dir nicht gefallen wird und dann gibst Du eine Steuererklärung ab. Wetten ?

Antwort
von EnnoBecker, 131

Der Brief vom Finanzamt ist kein Verwaltungsakt. Weder ergeben sich Anhaltspunkte für eine Pflichtveranlagung nach §§ 25 EStG, 56 EStDV noch ist eine Aufforderung nach § 149 AO ergangen.

Dies solltest du deinem Finanzamt mitteilen.

Antwort
von vulkanismus, 113

Google kaputt?

Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, ist in den einzelnen Steuergesetzen geregelt.

Die Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung ergibt sich für unbeschränkt Steuerpflichtige aus § 25 Abs. 3 EStG in Verbindung mit den §§ 56 und 60 EStDV.

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