Frage von extrememory,

Abfindung umwandeln in Verlängerung des Arbeitsverhältnisses ?

Aufgrund einer betriebsbedigten Kündigung steht mir demnächst eine Abfindung in Höhe von ca. 10.000 € in Haus. Meine Frage: Macht es Sinn, wenn man noch keine Ansschlussbeschäftigung hat, diese Abfindung - gemäß ausgehandeltem Sozialplan - in eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses unter Fortzahlung der bisherigen Bezüge gegen unwiderrufliche sofortige Freistellung umzuwandeln ? Welche Auswirkungen hat dies steuerlich ?

Antwort von obelix,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

du willst also den Vertrag so verlängern, dass die 10.000 Euro dem kumulierten Bruttogehalt des Verlängerunszeitraumes entspricht?

Das kann man verhandeln, aber ich vermute, der AG wird nicht mitspielen, denn:

  • es könnte zu erhöhten Sozialabgaben für den AG führen
  • er macht für dich eine Sonderregelung trotz des Sozialplanes. Das ist für den AG nicht gut, denn bei Sozialplänen gibt es keine zusätzlichen Ausnahmen
  • für dich müsste es steuerlich uninteressanter sein für dich

Wenn es einen Sozialplan gibt, sollte es auch einen Betriebsrat geben. Wende dich zuerst an den.

Kommentar von extrememory,

Vom Betriebsrat ist in dieser Hinsicht wenig Brauchbares zu erwarten. Der Sozialplan sagt dazu: "Die wahlweise Ausübung der Verlängerung des Arbeitsverhältnisses soll zu keinen höheren Kosten auf AG-Seite führen. Die Verlängerung des Arbeitsverhältnisses wird nach folgender Formel errechnet: Abfindungszahlung reduziert um den zum Zeitpunkt der Kündigung maßgeblichen durchschnittlichen AG-Satz der Sozialbeiträge dividiert durch monatliches Bruttogehalt = Anzahl der Monate der Weiterbeschäftigung." Die Weiterbeschäftigung kann auch nur 'teilweise' erfolgen, so dass der verbleibende Restbetrag wieder als Abfindung gezahlt wird.

Kommentar von obelix,

wenig brauchbar? Ich finde, da ist viel Brauchbares drin! Es scheint, eine Verlängerung ist möglich. Dass du die Sozialversicherungskosten tragen musst, liegt auf der Hand. Aber darum geht es dir ja nicht. Du willst verlängern, weil du nicht als arbeitslos gelten willst. Und wenn der AG damit den AG-Anteil bezahlt haben will, dann ist das naheliegend.

Also rechne mal aus - oder lass dir ausrechnen, wie lange du weiter angestellt würdest.

Antwort von Snooopy155,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Was soll denn daran vorteilhaft sein? Aufgrund der Abfindungshöhe gehe ich davon aus, dass die Voraussetzungen zum Erhalt von ALG 1 erfüllt sind. Damit bist Du weiterhin krankenversichert und bekommst zusäzlich ja noch das Arbeitslosengeld. Steuerlich kannst Du auch nicht viel einsparen, denn diese Summe wird Deinen persönlichen Steuersatz aus Deinem Jahreseinkommen kaum verändern.

Kommentar von extrememory,

Danke für die schnelle Information. Grundsätzlich bin ich ALG 1-berechtigt; durch Nebeneinkünfte aus selbständiger Tätigkeit dürfte dieses aber nicht allzu hoch ausfallen. Dazu möchte in den ALG--Status eigentlich auch persönlich nicht annehmen.

Antwort von billy,

Einen besonderen Vorteil zur Forderung einer Abfindung von Ihrem Arbeitgeber haben Sie, wenn ein unbefristeter Arbeitsvertrag zu Grunde liegt und kein rechtlicher Grund zur Kündigung besteht. In diesem Fall erfolgt eine Kündigung über einen Aufhebungsvertrag, der dann eine Abfindung enthält. Die Höhe von Abfindungen ist unterschiedlich und es ist gut zu wissen, welche Beträge bisher vom Arbeitgeber gezahlt wurden. Auskünfte gibt sicher der Betriebsrat. Übliche Abfindungsbeträge ergeben sich beispielsweise aus den Jahren der Beschäftigung, die mit einem halben bis ganzen Monatsgehalt multipliziert werden. Ist die Abfindung zu hoch, besteht aber das Risiko der Minderung oder gar Wegfall des Arbeitslosengeldes für eine bestimmte Zeit. Dies gründet auf der Annahme des Arbeitsamtes, dass Sie sich an Ihrer Freisetzung „aktiv“ beteiligt haben. Umgangen werden kann dies durch eine förmliche Kündigung, so dass der Gekündigter im Anschluss das volle Arbeitslosengeld beziehen kann. http://www.rechtsschutz.net/berufsrechtsschutz/abfindung-bei-betriebsbedingter-k...

Kommentar von Snooopy155,

Er schreibt doch, dass ihm betriebsbedingt gekündigt wird - also steht kein Aufhebungsvertrag zur Diskussion, der wie richtig bemerkt eine Sperrzeit für Leistungen beim ALG 1 nach sich ziehen würde.

Offen bleibt nur die Frage, ob ds Arbeitsamt darauf besteht, dass er gegen die Kündigung Einspruch einlegt. Aber bei einem Sozialplan dürfte das schon vorab berücksichtigt worden sein.

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