Frage von Serena81, 353

Steuerklasse nach Heirat

Liebe Community,

Ich höre immer davon, dass es bei Steuern Verheirateter immer große Probleme mit der Steuernachzahlung gibt. Bei uns ist es demnächst, also in einem Monat nach der Hochzeit, folgendermaßen: Ich bin. Mein Freund hängt jetzt seit Oktober nach einer Neuorientierung ein Erststudium dran, ausgelegt auf 3 Jahre. Ich verdiene zwischen 45.000 und 50.000 Euro pro Jahr, arbeite seit einigen Jahren als Versicherungsmathematikerin, bin aber gesetzlich als Angestellte versichert.

Sind meine Überlegungen stimmig?

1) Die Wahl von Steuerklasse III (ich) und Steuerklasse V (Mann) ist unproblematisch, denn Rückzahlungen sind in unserem Fall nicht zu erwarten. Es kann eher noch zu einer zusätzlichen Erstattung kommen wegen Absetzbarkeit von Studienkosten – ist ein Erststudium.

2) Mein Freund ist aktuell freiwillig gesetzlich versichert – das ist eine Summe von etwas mehr als 100 Euro, er ist 31. Er kann sich familienversichern, sofern er nicht berufstätig oder Minijobber ist.

3) Mein Freund hat eine zeitlich befristete Stelle als Werkstudent (550 Euro) gehabt, die in zwei Monaten ausläuft. Ihm gefällt die Stelle ganz gut, sie hat auch Bezug zu seinem Studium – allerdings hat man ihm nach Ablauf der Frist erst einmal einen Jahresvertrag auf 450-Euro-Basis angeboten. Er hat sich erst einmal geärgert, in der Summe ist der Minijob aber eigentlich – sofern ich keinen Denkfehler begehe – für uns finanziell positiver. Es kommt keine Nachzahlung und er kann sich beitragsfrei bei mir krankenversichern.

Danke, Selena

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Antwort
von Kevin1905, 334
Ich höre immer davon, dass es bei Steuern Verheirateter immer große Probleme mit der Steuernachzahlung gibt.

In der Kombi III/V kann das passieren, joa.

1) Ist u.U. falsch, da der Lohnsteuerabzug in der Klasse III zu gering ist und nicht durch den prozentual höheren Abzug der Klasse V ausgeglichen wird. Nach Abzug der Lohnsteuer bleibt also wahrscheinlich noch eine Einkommensteuerschuld übrig --> Nachzahlung! Entfällt wenn über die V keine Lohnsteuer einbehalten wird.

2) korrekt

3) korrekt

Antwort
von Svenni2, 339

Sehe es genau so wie die meisten - er kann sich Familienversichern lassen und du die niedrige Steuerklasse sowie seine Ausgaben von der Steuer absetzen.

Antwort
von wfwbinder, 281
  1. Natürlich III für Dich, V für Deinen Mann.

  2. Kosten Erststudium = Sonderausgaben abzug.

  3. Wieso erststudium udn Neuorientierung mit 31. Vorher keine Berufsausbildung gehabt? 11 Jahre auf der Uni "gegammelt?"

  4. Tatsächlich ist in der Situation vermutlich der Minijob steuerlich am günstigsten.

Antwort
von barmer, 273

Hlo

zu 1.) ja

zu 2.) er ist automatisch (!) familienversichert, auch mit Minijob oder kleiner Selbstständigkeit unter 390 EUR

zu 3.) richtig offenbar haben Sie sich bei 2.) vertippt

Viel Glück

Barmer

Kommentar von humoer ,

Moin barmer,

Zu zwei: inwiefern ist er "automatisch“ familienversichert? Meines Wissens geht so etwas nur auf Antrag. Danke für eine kurze Info

Kommentar von barmer ,

Nein, man wird kraft SGB V automatisch familienversichert, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Natürlich muss man die Kasse über den Angehörigen informieren, damit er ein Kärtchen bekommt.

Aber ein Antrag im rechtlichen Sinne ist das nicht.

Gruss

Barmer

Antwort
von EnnoBecker, 229

Du die 3 und er keine - mangels Arbeitslohn. Da gibt es auch gar keine Wahl. Inhaltlich ist dein Gedanke jedoch richtig. Das mit dem Erststudium verstehe ich wegen der "Neuorientierung" auch nicht, aber sei's drum. In eurem Fall ist die Eheschließung sogar nützlich, denn nur so können sie Aufwendungen für das Studium steuerwirksam werden.

Würdet ihr nicht heiraten, würden seine Aufwendungen im Nirvana verpuffen.

Kommentar von Serena81 ,

Die Neuorientierung erfolgt nach vielen Jahren der Berufstätigkeit - nachdem in jungen Jahren der NC den Strich durch die Rechnung machte. Durch die Schließung seiner Firma bot sich das nun an. Er hatte vorher aber noch nie studiert.

Frage aber zur Steuerwirksamkeit, ich bin dort nicht so tief bewandert. Ich kann das ja absetzen! Bis auf wie viel Euro Höhe?

Kommentar von EnnoBecker ,

Gut, damit hätte sich das Thema "Erstausbildung" nun wohl erledigt: es ist keine.

Damit sind die Aufwendungen bei ihm als Werbungsksoten abzugsfähig und das in der Höhe, in der sie tatsächlich entstanden sind.

Als Sonderausgaben wären die Aufwendungen bis zu 6.000 Euro abzugsfähig gewesen.

Ich kann das ja absetzen!

Nein.

Bei Nicht-Erststudium wie hier:
Ohne und mit Heirat: Er als Werbungskosten

Bei Erststudium:
Ihr beide als Sonderausgaben.

Die Ermittlung der Einkünfte erfolgt immer personenbezogen. Erst danach (Sonderausgaben usw.) erfolgt die Behandlung als ein (1) Steuerpflichtiger.

Antwort
von billy, 164

Das passt schon.

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