Frage von autofreak, 2.384

Mietfrei im Haus der Elten wohnen, nur Nebenkosten bezahlen, was geht dann noch steuerlich?

Wenn man mietfrei ins Haus der Eltern zieht, dafür aber alle Kosten bezahlt, auch Grundsteuer und Renovierungskosten-hat man dann steuerlich auch Vorteile die man geltend machen kann als "Mieter"? Wär es besser, zumind. die ortsübliche Miete unter Verwandten zu zahlen,um Werbungskosten ansetzen zu können?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LittleArrow, 2.194

Wenig, wenn ich Deine Hauptfrage beantworten darf.

Es gibt hier zwei Seiten zu betrachten, die des Vermieters und die des Mieters. Deine ist offenbar die des Mieters, aber es ehrt Dich, mit Deiner letzten Frage auch die Sichtweise der vermietenden Eltern zu hinterfragen.

Die Sicht der Eltern:

Bei mietfreiem Wohnverhältnis können die Eltern keine Werbungskosten geltend machen. Die Berücksichtigung von Werbungskosten setzt eine Kaltmiete voraus. Die volle Berücksichtigung von Werbungskosten setzt eine Miete in Höhe von mindestens 66 % der ortsüblichen Marktmiete voraus. Details bitte in § 21 Abs. 2 EStG nachlesen. Beachte bitte, dass dabei ein Verwandtschaftsverhältnis überhaupt keine Rolle spielt und dass im nächsten Steuerjahr die ortsübliche Marktmiete schon wieder gestiegen sein kann. Das EStG findest Du unter dieser Abkürzung in .... gesetze-im-internet.de.

Selbstverständlich können Vermieter Werbungskosten (siehe § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG) unter Beachtung des § 21 Abs. 2 EStG steuerlich einkunftsmindernd ansetzen. Sie müssen allerdings auch die an den Mieter weiterbelasteten Betriebskosten (= Teil der Werbungskosten) als Einkünfte deklarieren.

Die Sicht des Mieters:

Der Mieter kann allenfalls einige Kosten im Rahmen der sog. haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen gemäß § 35a EStG in begrenzter Höhe zu max. 20 % von seiner Einkommensteuerschuld abziehen. Details hierzu finden sich in Anlage 1 dieser Quelle:

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuera...

Antwort
von MaierC, 1.657

Als Mieter kann man keine Kosten geltend machen außer die Handwerkerleistungen wie Kaminkehrgebühren, Heizungswartungskosten, Reparaturen in der Wohnung (aber nur die Arbeitsleistung - also keine Materialkosten). Gleichgestellt wie bei Eigentümer, die das Haus oder Wohnung selbst bewohnen. Die können auch keine Kosten geltend machen außer die Handwerkerleistungen. Wenn Miete bezahlt wird, deswegen kann man als Mieter auch keine Werbungskosten absetzen. Lediglich die Eltern könnten die anfallenden Aufwendungen als Werbungskosten ansetzen, dafür ist aber im Gegenzug die Miete als Einnahmen und die bezahlten Aufwendungen vom Mieter an Vermieter als Nebenkosten-Einnahmen beim Vermieter zu versteuern. Die Ortsübliche Miete unter Verwandten darf aber die Grenze von 66% nicht unterschreiten um das Mietsverhältnis steuerlich anerkannt zu bekommen. Es muss also wie unter Fremden praktiziert werden. Ob es steuerlich bei den Eltern Vorteile bringt, kommt auf die weiteren Einkünfte Ihrer Eltern an. Denn jeder zu versteuernde Euro wird mit einem Grenzsteuersatz der individuell bei jedem Steuerpflichtigen anders ausfällt,kann bis zu 42% hoch sein, versteuert. Also wie bereits erwähnt, es kommt auf die Einkünfte Ihrer Eltern an ob die relativ niedrig weil z.B. nur Renteneinkünfte oder weil diese noch im Berufsleben stehen und vllcht beide Einkünfte aus Nichtselbständiger Tätigkeit haben, dann sieht die Sachlage anders aus. Es ist also eine Rechengeschichte.

Antwort
von freelance, 1.364

du hast nur die Mieterbrille auf? Du bist kein Eigentümer?

Dann fallen mir nur die haushaltsnahen Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen ein, mehr nicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Haushaltsnahe_Dienstleistung

Das Konstrukt ist aus steuerlicher Sicht unglücklich gewählt.

zumind. die ortsübliche Miete unter Verwandten

was bringt das bei dem Konstrukt, bei dem ihr die Renovierungskosten tragt?

Antwort
von HilfeHilfe, 1.114

Hallo

als Mieter kannst du nur Haushaltsnahedienstleistung ansetzen.

Heisst also Handwerkskosten, Hausmeister, Schronsteinfeger. Da auch nur die Arbeitskosten .

Wenn Muddi also deine Socken bügelt und du ihr 20 € cash auf kralle gibts nix vom Finanzamt.

Ebenso wäre ich vorsichtig wenn es keine abgeschlossene Einheit ist und man noch in Muddis Schalfzimmer schläft bei schlechten Träumen. Auch das wird nicht anerkannt.

Fressalien und Co zählen und Wollust

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