Frage von niesser,

Schenkung Elternhaus, Eltern mit Wohnrecht auf Lebzeit, Renovierungskosten

meine Eltern wollen ihr Vermögen und die Übergabe regeln. Sie wollen den Kindern das Haus übertragen (Schenkung) und weiter drin wohnen.

Nun ist uns ein Problem aufgefallen. Es stehen Renovierungsarbeiten an. Wenn wir den Eltern Wohnrecht auf Lebzeit geben ohne dass sie dafür zahlen, dann können die anstehenden Renovierungsarbeiten und -kosten, die die Kinder tragen, nicht steuerlich geltend gemacht werden.

Gibt es ein Konstrukt, bei dem man das Problem lösen kann, bei dem es einen steuerlichen Vorteil gibt, bei dem man die Kosten steuerlich geltend machen kann?

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von Privatier59,

Das Problem wäre gelöst, wenn die Übertragung ohne Wohnrecht stattfände und man mit den Eltern einen Mietvertrag abschließen würde. Da gibt es dann aber gleich mehrere Dinge zu beachten: Erstens fällt die Absicherung der Eltern dann weg oder müßte auf recht kompliziertem Wege anders gelöst werden. Zeitens hängt über allem das Damoklesschwert des Gestaltungsmißbrauchs. Das Finanzamt könnte deswegen die Anerkennung der Konstruktion verweigern. Um zwischen diesen Klippen den Weg zu finden braucht Ihr fachliche Beratung und die kann der Notar nicht leisten. Da müßt Ihr einen Steuerberater beauftragen.

Kommentar von niesser ,

na gut zu wissen, dass es einen Weg gibt. Dann such ich einen guten Steuerberater.

Kommentar von EnnoBecker ,

Richtig. Entweder man schafft eine Vermieterstellung. Einen Gestaltungsmissbrauch kann ich da nicht erkennen.

Oder die Eltern zahlen die Renovierung und haben dann wenigstens die haushaltsnahen Handwerkerleistungen.

Antwort
von nicki2012,

Es gibt einige Möglichkeiten, die ich Dir hier aus gesetzlichen Gründen nicht mitteilen darf, da ich sonst von der Oberfinanzdirektion eine auf den Deckel bekommen kann, da man nicht so einfach in steuerlichen Sachen beraten darf.

Eine Möglichkeit besteht aber (das darf ich Schreiben) in den Handwerkerrechnungen, was nur bis zum Höchstbetrag möglich ist und durch die Handwerkerrechnungen nachgewiesen werden muss (hier sind nur die Lohnkosten + MwSt. berücksichtigt).

Lasse Dir einen Termin beim Steuerberater geben ist das Geld wirklich wert.

Kommentar von niesser ,

Danke! Die Antwort reicht mir schon.

Kommentar von EnnoBecker ,

Dafür, dass du hier falsche Ratschläge gibst, spuckst du aber ziemlich große Töne mit der OFD. Welche gesetzlichen Gründe hindern dich denn genau?

Dein Ratschlag scheitert schon daran, dass die Handwerkerleistungen nicht im Haushalt der Kinder erbracht wurden.

Und bei der Höhe wird nicht die Umsatzsteuer (so heißt die nämlich) berücksichtig. Allenfalls die auf das, was du "Lohnkosten" nennst, entfallende Umsatzsteuer.

Kommentar von nicki2012 ,

Leider habe ich verschiedene Grundlagen, warum und weshalb.

Zudem wollen die Eltern das Haus übergeben und es gehört den Kindern, dann wiederum ist es kein Problem und angebracht das Geld für einen Steuerberater nicht zu scheuen.

Ich gebe keine guten Ratschläge ,sondern Antworten und denke manche Menschen hier haben Probleme damit. Zudem für die Kinder ist die Rechnung mit MwSt und für den Unternehmer Umsatzsteuer.

Antwort
von LittleArrow,

Gibt es ein Konstrukt, bei dem .....

Das normale Konstrukt heißt Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Also Mietvertrag mit den Eltern abschließen, der § 21 Abs. 2 EStG beachten sollte. Der recht verständliche Text lautet:

"* 1Beträgt das Entgelt für die Überlassung einer Wohnung zu Wohnzwecken weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Marktmiete, so ist die Nutzungsüberlassung in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufzuteilen. 2Beträgt das Entgelt bei auf Dauer angelegter Wohnungsvermietung mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete, gilt die Wohnungsvermietung als entgeltlich.*"

Ihr dürft sogar die geerbte, unverbrauchte AfA ansetzen, wenn damaligen Anschaffungs- und Herstellkosten noch bekannt sind.

Kommentar von niesser ,

ok. Danke!

Antwort
von SBerater,

solche Konstrukte gibt es. Die Eltern müssen an euch zahlen. Ihr könnte dann Zahlungen an sie leisten. Wie das genau zu gestalten ist, damit es aus steuerlicher Sicht passt, wie auch die Rechnung an sich, was absetzbar ist, was nicht, dazu empfehle ich den Gang zum Steuerberater. Ein Notar kann euch hier auch helfen bei der Vertragsgestaltung. Das Steuerthema deckt jedoch ein guter StB ab.

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