Frage von friedrich123, 896

Können sich beide Partner beim Hauskauf ins Grundbuch eintragen lassen bei nur 1 Darlehensnehmer?

Wir (nicht verheiratetes Paar mit 1 Kind) wollen ein Haus kaufen, was ich als alleiniger Kreditnehmer einer Bank finanzieren würde, da meine Partnerin sich derzeit länger ums Kind kümmert ohne Einkommen. Die Bank hat mir bereits eine Kreditzusage gegeben. ich habe allerdings dort nicht gesagt, wer alles ins Grundbuch soll, da ich das für nicht wichtig erachtet habe. Gäbe es hierbei z. Bsp. von Seiten der Bank Probleme, wenn nicht nur der Kreditnehmer sondern auch die Partnerin im Kaufvertrag stünde und mit dem Grundbucheintrag beider Partner? Oder wäre das egal, weil sowieso eine Grundschuld aufs gesamte Objekt eingetragen würde? Und wie würde sowas genau ablaufen (Notar etc...)

Antwort
von gandalf94305, 692

Rechte: es ist sinnvoll, beide Partner als Eigentümer ins Grundbuch eintragen zu lassen, d.h. beide sind "Käufer" der Immobilie.

Pflichten: wenn es zwei Eigentümer gibt, dann kann einer davon nur über 50% der Immobilie verfügen, d.h. z.B. diese als Sicherungsleistung in ein Darlehen einbringen. Die Bank wird also darauf bestehen, daß auch die Partnerin Darlehensnehmerin wird und damit die Immobilie zu 100% als Grundschuld zur Verfügung steht - es sei denn, Du finanzierst das Haus einfach so aus dem Stand und benötigst keine Grundschuld.

Kauf und Darlehensaufnahme laufen wie beim Kauf durch eine Person - nur sind es jetzt eben zwei beim Notar und bei der Bank. Die Bank wird das übrigens mögen, da Ihr nämlich beide gesamtschulderisch haftet und zwei Schuldner sind immer besser als einer :-)

Damit teilt Ihr Euch Rechte und Pflichten in einer fairen Form. Im Innenverhältnis entscheidet Ihr dann, daß Du in der Beziehung über das Familieneinkommen primär die Darlehensraten tragen wirst, während sich Deine Partnerin primär um das Kind kümmern wird. Sollte sie später mal wieder arbeiten, trägt sie ihren Teil zu den Raten bei. Das ist eine Frage Eurer Vereinbarung zur Lebensführung.

Wenn Du den Fall der Trennung betrachten möchtest, dann wäre die einfachste Variante, wenn Du alleine Eigentümer und Darlehensnehmer würdest. Damit wird sozusagen das gewährte Wohnrecht und die Kostenübernahme Deinerseits für die Lebenshaltung gegen die Betreuung des Kindes aufgerechnet. Solltet Ihr später einmal heiraten, ist immer noch eine Schenkung von 50% der (dann schuldenfreien) Immobilie an die Ehepartnerin möglich... oder das Kind und die Ehefrau erhalten jeweils z.B. 1/3.

Im jedem Fall ist bei solchen Schenkungen zu beachten, daß Rechte und Pflichten übergeben werden, d.h. nicht jemand zwar (Mit-)Eigentümer des Hauses wird, aber frei von Schulden oder andere Verpflichtungen ist, die nämlich nur von Dir getragen werden. Das kann in der Schenkung dann beispielsweise so vereinbart werden, daß die dann Ehefrau aus ihrem Einkommen dann einen bestimmten Betrag zur Tilgung von Schulden im Monat, Quartal oder Jahr leistet.

Ein Notar kann solche Schenkungsverträge abfassen.

Also:

  • Beziehung auf Dauer, Risiko der Trennung: beide Eigentümer, beide Darlehensnehmer.

  • Konservative Variante: Du Eigentümer, Du Darlehensnehmer, später steuerfreie Schenkung an Ehefrau oder Ehefrau/Kind vornehmen.

Ein Notar kann hier beraten. Und mein Tip: nimm den Notartermin alleine wahr.

Antwort
von wfwbinder, 666

Fangen wir damit an, wie es geht.

Beim Kaufvertrag werden als Käufer Du und Deine Partnerin genannt. Damit wird dann auch jeder zur ideellen Hälfte ins Grundbuch eingetragen.

Vermutlich wird die Bank nichts dagegen haben, aber man sollte es trotzdem mit ihr besprechen.

Es könnte aber auch sein, dass die Bank nicht nur die Genehmigung der Grundschuldeintragung von der Partnerin verlangt, sondern eventuell auch die Mitschuldnerschft, oder Bürgschaft.

Übrigens ist das aucvh nicht die schlechteste Lösung, denn wenn es mal zu einer Trennung käme, hättest Du die gesamten Schulden, aber nur das halbe Haus.

Auf jeden Fall soolltet ihr fesstlegen (schriftlich, am besten notariell beurkundet, was in einem solchen Fall passieren soll. Auch fürden Falldes Todes, denn sie ist kein Erbe von Dir, nur das Kind. Dabei ist natürlich auch zu berücksichtigen, das sie nur 20.000,- Euro Freibetrag bei einer Erbschaft hat. Also Erbe für das Kind ist schon gut, aber evtl. Wohnrecht für die Freundin?

Das wäre übrigens auch meine Lösung statt des gemeinsamen Kaufs der immobilie.

Nur allein kaufen, weil es ja auch allein finanziert wird und im Fall Deines ablebens, wenn das Kind alles erbt, ein Wohnrecht für die Kindsmutter.

Denn zu beachten ist Folgendes im Fallder Trennung, sie wird Ihre Hälfte fordern (und kann das auch) und Du hast die Schulden, ausser man hat es genau abgemacht, wie es gehandhabt werden soll.

Antwort
von Franzl0503, 490

friedrich:

Es ist nie auszuschließen, dass sich die Einkommens- und Vermögenssituation der Miteigentümerin in den Folgejahren positiv entwickelt, während das Gegenteil bei dir eintreten könnte. Außerdem gilt es Vermögensverschiebungen unter den Eigentümern zu Lasten des Darlehensgebers entgegen zu wirken. Um das Ausfallrisiko so gering wie möglich zu halten, verlangt der Darlehensgeber grundsätzlich die persönliche gesamtschuldnerische Haftung sämtlicher Eigentümer, vornehmlich bei hohen Beleihungen.

Antwort
von billy, 423

Natürlich können beide im Grundbuch eingetragen werden, auch wenn Du es bisher nicht als wichtig erachtet hast. Die Bank wird aller Voraussicht nach darauf dringen, zwei Schuldner sind für die Bank ein geringeres Risiko.

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